Betreff:: Николай Алексеевич Некрасов

Gefragt von scholli am 04.01.2012 19:01

Suche die deutsche Übersetzung des Poems "Крестьянские дети".
Habe im Netz nichts gefunden und in meiner zweibändigen Nekrassow - Ausgabe fehlt es auch.
Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Igor am 05.01.2012 

Frank,
ich melde:
all meine Versuche anhand Google sind ebenso gescheitert.

LG
Igor

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Geschrieben von  scholli am 22.01.2012 

Für alle Freunde der von Lyrik Nikolai Alexejewitsch Nekrassow. Die Gedichte sind der zweibändigen Ausgabe "Gedichte und Poeme" vom "Aufbau - Verlag Berlin und Weimar" entnommen und wurden von Lieselotte Remanè ins Deutsche übersetzt.

Großvater Masai und die Hasen
Aus den Gedichten, die den russischen Kindern gewidmet sind
1
Alljährlich im Spätsommer, mach ich mich frei
Und gehe auf Jagd mit dem alten Masai.
Acht Tage gewöhnlich, wie mirʹs grad paßt,
Bin bei dem Alten ich dann zu Gast.
Malyje Weshi, das ärmliche Nest,
Ist schöner, als, a sich schildern läßt.
Felder und Gärten voll Fruchtbarkeit –
Hopfen und Obst hier ganz prächtig gedeiht.
Neulich, wir kamen vom Schnepfenschießen,
Begann es vom Himmel gewaltig zu gießen.
Wir sahen zuvor mir ein Wölkchen, mehr nicht,
Und schimmernd dahinter das Sonnenlicht.
Doch plötzlich gingʹs los, und zwar nicht zu knapp!
Wie Stahlgerten peitschte der Regen herab.
Noch eh wir den nächsten Schuppen erreicht,
Waren wir bis auf die Haut durchgeweicht...
Im Frühjahr gibt ei im ganzen Revier
Schreckliche Überschwemmungen hier.
Ja, nie hat das Dörfchen Mangel gelitten
An Wasser... Auf Pfählen erbaut sind die Hütten.
Ein kleines Venedig könnte manʹs nennen. –
Nie würde Masai von dem Dorfe sich trennen.
Doch nicht, weil am Fleck zu kleben sein Brauch.
Zudem ist er Witwer und kinderlos auch.
Nach Kostroma, mindestens vierzig Werst weit,
Läuft er noch heute mit Leichtigkeit,
Nie aber auf ausgetretenen Wegen.
Nein! Quer durch den Wald, wo man Wild kann erlegen.
Und fragt man ihn: „Graut dirʹs vor Waldgeistern nicht?ʺ,
Dann sagt er: „Ich kriegte sie nie zu Gesicht.
Nein, sollt ich total betrunken auch sein,
Ich glaub nicht an solche Kinderein!
Mögen sich andere darum scheren,
Ich sammle Pilze und Heidelbeeren.
Den Waldsängern hör ich in Seelenruh.
Dem dumpfen ,hup‐hupʹ des Wiedehopfs zu.
Spaß macht mirʹs, dem kleinen Käuzchen zu lauschen,
Mit ihm ein ,kuwittʹ dann und wann zu tauschen.
Denn manchmal dauert die Nacht mir zu lang.
Vielleicht macht die Stille im Walde mich bang.
Man ist so allein wie im Gotteshaus,
Wenn die Orgel verstummt und die Messe ist aus.
Man hört vielleicht eine Kiefer knarren,
Das klingt, als ob zänkische Weiber quarren ...“
Kein Tag vergeht ohne Jagd für Masai.
Von allen Sorgen wäre er frei,
Warʹs besser um seine Augen bestellt.
Oft hat seine Flinte ihr Ziel schon verfehlt.
Doch reißt ihm dann manchmal ein Feldhase aus,
Macht Vater Masai sich auch nicht viel draus,
Droht nur mit dem Finger und ruft ihm nach:
„Du freust dich zu früh! Du kriegst doch eins aufs Dach!“
Jägergeschichten so mancherlei
Kann er erzählen, der alte Masai.
Zum Beispiel, wie Kusja den Schuß abgebrannt,
Ohne daß er den Hahn hat gespannt;
Denn der war zerbrochen. Drum schob er ins Schloß
Hin brennendes Streichholz, jawohl, und ‐ schoß!
Oder wie Wanja auf Fang ausging
Und sich einen Eimer mit Kohlen umhing.
Und frug einer: „Schießt du mit Kohlen, Mann?ʺ
„Ich frier an den Händenʺ, sagte er dann.
„Treff ich auf Hasen, setze ich mich
Und warm mir die Finger, dann schieße ich.ʺʹ
„Und das nennt sich Jägerʺ, spottet Masai.
„Ist das nicht komisch?ʺ‐ Ich stimmte ihm bei.
Ja, drollig sind seine Bauerngeschichten.
Von Adligen könnt man nicht beßre berichten.
2
Hier hab ich für Kinder, die Hasen lieben,
Eine Geschichte Masais aufgeschrieben:
„Fünfmal soviel Wild könnt es geben hierʺ,
Erzählte Masai, „doch in diesem Revier
Rottet manʹs aus mit Netzen und Schlingen!
Die Bauern sind nicht zur Vernunft zu bringen.
Am meisten tun nur die Hasen leid.
Man sieht sie zur Überschwemmungszeit
Ja doch zu Hunderten elend ersaufen.
Dränge sie das Wasser auf einen Haufen,
Kommen die Bauern noch obendrein
Und schlagen mit Bootshaken auf sie ein.
Wo haben die Menschen nur ihr Gewissen?
Ohnmächtig hab ich mitansehen müssen.
Wie ihnen doppelt drohte der Tod,
Als ich umherstakte mit meinem Boot,
Brennholz fischend, das übers Land
Hinschwemmt der Fluß bei Hochwasserstand.
Auf einem winzigen Inselchen reihte
Mit angstvollen Augen sich Hase an Hase,
Umbrodelt vom Wasser an jeder Seite,
Klebte zitternd Nase an Nase.
Hilflos wackelten sie mit den Ohren,
Hatten schon alle Hoffnung verloren.
Dicht mit dem Kahn herangekommen,
Hab ich gleich einen beim Kragen genommen.
Und auf die Planken behutsam bugsiert.
Sitzen blieb er ... Das war gelungen!
Nun, da hab ich nur noch kommandiert:
‚Achtung! Einzeln hereinspaziert!’
Na, da sind sie aber gesprungen!
Kaum daß der letzte sich eingefunden,
War schon die Insel im Wasser verschwunden.
‚Gut gemacht, Kinder, so ist es recht!
Hort auf Masai, dann gehtʹs euch nicht schlecht!ʹ
Und ohne Verzug ging die Reise los.
Während ich so gemächlich stakte,
Zeigte sich vor mir, nicht eben groß,
Ein Baumstumpf, der aus dem Wasser ragte.
Drauf hockte, die Pfötchen flehentlich
Erhoben, noch so ein Häserich.
Ich nahm auch diesen schnell mit an Bord
Und stakte nur noch ein paar Meter fort.
Da rascheltʹs in einem Busch, und ich schau:
Sein Weibchen istʹs, dick wie ʹne Kaufmannsfrau!
‚Komm!ʹ rief ich, ‚sollst nicht im Kindbett ertrinken!’
Jetzt aber drohte der Kahn fast zu sinken.
Dann trieb gar ein Baumstamm noch neben mir her,
Drauf saß wohl ein Dutzend oder auch mehr.
Die armen Tierchen, sie dauerten mich,
Auch ließ ich den Baumstamm nicht gerne im Stich.
Ich klemmte den Bootshaken an einen Ast
Und schleppte mit mir auch noch diese Last.
Als ich durchs Dorf fuhr, da gab es Geschrei:
‚Vivat dem Hasenretter Masai!ʹ
‚Schweigt schon!ʹ rief ich. ,Ich tu, was ich muß!ʹ
Hinter dem Dorf bog ich ein in den Fluß.
Kaum hatten die Hasen das Ufer erblickt,
Gebärdeten sie sich grad wie verrückt,
Stellten sich auf die Beine und wippten,
Daß sie mir beinah den Kahn umkippten,
Schielten nur nach den Wiesen und Wäldern!
Und nach der Wintersaat auf den Feldern.
Kaum knirschte der Kahn auf dem Ufersande,
Brüllte ich: ‚Raus mit euch, Rasselbande!’
Da hüpften die Hasen,
Hopp, hopp, hopp, hopp,
Begannen zu rasen
Schnurstracks im Galopp!
‚Laßt euch nie wieder
Hier sehen, ihr Brüder!
Im Winter, da knallt
Meine Flinte im Wald!
Piff, paff und bum, bum.
Da fallt ihr tot um!ʹ
Schnell wie der Blitz war der ganze Haufen
Nach links und nach rechts auseinandergelaufen.
Zusammengekauert im Kahn nur noch saß
Das Pärchen, ganz matt und ganz pudelnaß.
Ich steckte sie beide in einen Sack
Und trug sie nach Hause huckepack.
Sie fraßen sich voll und wärmten sich auf
Und waren gesund schon am Tag darauf.
Im Sack trug ich beide wieder hinaus
Und schüttete sie auf der Wiese aus.
Da gaben sie schleunigst Fersengeld
Und waren im Nu verschwunden im Feld.
Auch ihnen riet ich: ‚Laßt euch nicht sehn
Im Winter! Sonst könnt es euch schlecht ergehn!ʹ
Im Winter nur schieße ich sie, denn zu schnell
Verschleißt ihr Frühjahrs‐ und Sommerfell.ʺ
1870

General Toptygin
Aus den Gedichten, die den russischen Kindern gewidmet sind
Abend istʹs und grimmig kalt.
Heimwärts ohne Eile
Läßt der Bursche durch den Wald
Bummeln seine Gaule.
Kräftig ist das Dreigespann
Und nicht schwer der Schlitten,
Aber Löcher hat die Bahn,
Daß man hier nur traben kann
Mit bedächtigen Schritten.
Plötzlich an des Weges Rand,
Seinen Petz am Halfterband,
Steht ein Bärenführer,
„He, halt an und nimm uns mit!
Lustiger fahren wir zu dritt!ʺ
Bittet der Hausierer.
„Mit dem Petz? Ein schlechter Spaß!ʺ
„Macht nichts, der tut keinem was!
Einen Wodka zahl ich dir
Extra für das liebe Tier!ʺ
„Nun, steigt ein!ʺ sagt Fedja drauf,
Und die beiden turnen rauf.
Weiter gingʹs ... Als Trifon sah
Eine Schenke winken,
Sprach er: „Fedja, halte da!
Mußt mit mir eins trinken!ʺ
Und zum Bären: „Gutes Tier,
Wart auf uns ein Stündchen hier!ʺ ‐
Beide gehn. Der dumme Bär
Leckt sich nur die Pfoten,
Brummt ein wenig, doch nicht sehr,
Tut, wie ihm geboten.
Längst ist eine Stunde um,
Keiner läßt sich sehen.
Frierend müssen lahm und krumm
Sich die Pferde stehen.
Nacht wirdʹs, kälter.
Mehr und mehr, in dem Frost, dem bittern,
Fängt in seinem Pelz der Bär
Selber an zu zittern.
Plötzlich aber brüllt er auf,
Daß die Pferde bäumen,
Stürmen los im wilden Lauf,
Zerrend an den Zäumen.
Fedja, der noch immer trank
Mit dem Saufgesellen,
Lief hinaus, als zu ihm drang
Das Geläut der Schellen.
Von der Troika keine Spur!
Das Gebrüll des Bären,
Wenn sie durch ein Schlagloch fuhr,
War nur noch zu hören.
Wer des Weges kam daher,
Eiligst retirierte.
Kaum daß er begriffen, wer
Da vorbei kutschierte.
„Straße frei!ʺ schollʹs angstvoll laut.
„Rettet eure Seele!
General Toptygin, schaut,
Fährt zu seiner Höhle!ʺ
Fünfzehn Werst lief das Gespann,
Keuchte, schäumte, stöhnte.
Mischkas Brüllen trieb es an,
Das wie Donner dröhnte.
Auf der nächsten Poststation
Endlich angekommen,
Brummt Toptygins Schädel schon,
Ist er ganz benommen.
Da die Bremse er zum Glück
Konnt herunterdrehen
Noch im letzten Augenblick,
Blieb die Troika stellen.
Kam der Postmeister heraus,
Um den Gast im Schlitten
Zu empfangen und ins Haus
Mit Respekt zu bitten.
Stiefel sah er wohl ein Paar
Und den Pelz, den schweren,
Nahm jedoch den Ring nicht wahr
An dem Maul des Bären,
Ja, er fragte nicht einmal,
Wo der Kutscher wäre,
Dachte nur: Ein General
Gibt uns heut die Ehre!
Zog die Mütze gleich, der Tropf,
Um den Herrn zu grüßen.
Neigte tief sich, mit dem Kopf
Fast bis zu den Füßen,
Um nach dieser Reverenz
Diensteifrig zu fragen:
„Soll ich Wodka, Exzellenz,
Oder Tee auftragen?ʺ
Aus dem Schlitten will dem Gast
Helfen grad der Alte,
Da brüllt Mischka, daß es fast
Fünfzehn Werst weit hallte.
„Großer Gott, erbarme dich!ʺ
Stöhnt der Mann und zittere.
„Vierzig Jahre diente ich.
Nichts hat mich erschüttert!
Generäle so wie hier
Sah ich, halb zerhackte,
Ohne Rippen, zahnlos schier,
Daß mich Grausen packte,
Doch so grimmig sah ich nie
Einen sich gebärden,
Ist wohl von der Sorte, die
Jetzt erst Mode werden!“
Alles strömte nun herbei,
Um zu sehn, welch neuer
Gast da angekommen sei.
Denn nicht recht geheuer
Schien der donnernde Skandal,
Den Freund Mischka machte...
„Sicher istʹs ein General!“
Rief ein Bursch und lachte.
„Hört sich an, als ob ein Bär
Brüllt in seiner Höhle!“
Doch nicht jeder fand wie er
Lustig dies Gegröle,
Viele mit gesträubtem Haar
Fingen an zu laufen,
Auch der Postmeister, der gar
Sich verkroch im Haufen.
Und als Mischka noch einmal
Brüllte wie besessen,
Rief er zitternd: „General,
Bleibt Ihr hier zum Essen?ʺ
Schließlich glückte es ihm doch,
Schnell ins Haus zu flitzen.
Während Petz zwei Stunden noch
Blieb im Schlitten sitzen.
Dann kam Fedja angerannt,
Trifon ihm zur Seite,
Brachten wieder zu Verstand
Die verdrehten Leute.
Als der Postmeister erkannt
In dem Gast den Bären,
Hat er Fedja „Viehʺ genannt…
Doch den tatʹs nicht scheren.
1867

Wer kann mir eine Internetadresse nennen, wo ich die deutsche Version des gesamten Poems "Korobejniki" ("Die Hausierer")finden kann. Bisher konnte ich nur die deutsche Übersetzung des Liedes "Korobuschka" finden.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  scholli am 03.02.2012 

Ein Bekannter von mir interessiert sich für die Gedichte und Poeme Nekrassows in deutscher Sprache. Die Gedichte habe ich der zweibändigen Ausgabe "Gedichte und Poeme" vom "Aufbau - Verlag Berlin und Weimar" entnommen, eingescannt und ihm zugeschickt. Sie wurden von Lieselotte Remanè ins Deutsche übersetzt. Leider fehlten darin die "Korobejniki" und es ist mir trotz aller Bemühungen nicht gelungen, eine deutsche Version des gesamten Poems (die ersten Verse gibt es als bekanntes Volkslied "Korobuschka") zu finden, selbst im Internet nicht.
Daraufhin habe ich versucht in öffentlichen Bibliotheken fündig zu werden. Leider musste ich feststellen, dass selbst in der Stadtbibliothek Weimar - einer Kulturmetropole - nicht ein einziges Werk Nekrassows vorhanden war. In der Stadtbücherei meiner Heimatstadt bin ich dann wenigstens in einem Literaturlexikon auf die unten stehende Zusammenfassung des Poems gestoßen.
So viel ich weiß, gibt es in deutscher Sprache ein Buch mit Nekrassows sämtlichen Gedichten und Poemen: Gesamttitel: Nicolai Alexejewitsch Nekrassows Sämmtliche Werke / Aus dem Russ. metrisch übertr. von Hermann Jurjewitsch Köcher
Verfasser: Nikolaj Alekseevic Nekrasov *1821-1877*.
Dieses Buch gibt es antiquarisch für den stolzen Preis von 90€! Das ist mir zu teuer, schließlich geht es mir ja nur um die Übersetzung der "Korobejniki", die meisten anderen Gedichte liegen mir in deutscher Sprache vor.
Es wird mir wohl nichts weiter übrigbleiben, das Poem selbst einmal versuchen zu übersetzen. Allerdings ist das nicht einfach und braucht einige Zeit. Zum Teil komme ich auf Grund der volksnahen Sprache und der teilweise veralteten Lexik an meine Grenzen und benötige daher Eure Hilfe.
Hier zunächst eine Zusammenfassung des Inhalts dieses Poems, bevor ich die Übersetzung des ersten Teiles zur Diskussion vorstelle:
KOROBEJNIKI - eine zusammenfassende Beschreibung
(russisch: Die Wanderkaufleute; Die Körbelträger; Die Hausierer)

Die sechs umfangreichen Kapitel enthalten - ganz in der Art der Volksdichtung - jeweils eine abgeschlossene Szene. Zwei Kaufleute, Vanka und Tichonytsch, ziehen aus, ihre Waren in der Welt zu verkaufen. Das Gedicht beginnt mit der idyllischen Erzählung vom Stelldichein des jüngeren Kaufmanns mit Katja, einem Mädchen aus dem Dorfe. Er verspricht ihr, sie zu heiraten, sobald er von seiner Geschäftsreise glücklich heimgekehrt sei. Ausgelassen und fröhlich ist auch das zweite Kapitel, das die Kaufleute in der Fremde bei Handel und Feilschen zeigt. Die nächste Szene lässt dann ernstere Töne anklingen: Der alte Kaufmann denkt darüber nach, dass es kaum möglich sei, Geschäfte zu machen, ohne sich zu versündigen: "Kein Gewinn, wo kein Betrug!" Die Zeiten - es ist Krieg - sind schlecht auch für den Handel. Nur der Branntweinpächter profitiert vom allgemeinen Elend. Auf der Wanderschaft gibt es viel zu beobachten : die armseligen "Burlaki" (Treidler) an der Wolga, eine herrschaftliche Jagd, das menschenunwürdige Leben eines Herrenkutschers, die ihrem eigentlichen Stand (dem leibeigenen Bauerntum) völlig entfremdete Dienerschaft der Gutshäuser, die hohle Pracht der "Kultur" der Adeligen: "Ach, du stolzes Herrenfräulein,/Dass du dich nicht selber schämst!/Haare hast du - falsch und unecht,/Keine Zähne, keine Brust,/Angeklebt, gekleistert alles." Da naht der versprochene Tag der Rückkehr. Von dunkler Ahnung erfüllt, wartet Katja zu Haus auf die Ankunft des Geliebten. Tatsächlich ziehen die beiden Kaufleute mit leeren Körben und gefülltem Beutel bereits nach Hause, verirren sich aber im Wald und müssen sich der Führung eines Jägers anvertrauen. Ängstlich und misstrauisch verfolgen sie in der anbrechenden Dunkelheit jede seiner Bewegungen; beklommen beobachten sie, wie er "zum Scherz", immer wieder sein Gewehr auf sie anlegt. Der ältere Kaufmann will die unheimliche Situation verharmlosen, es kommt aber nur eine trostlose Erzählung und ein düsteres Lied über seine Lippen. Wieder legt der Räuber auf die Wanderer an, und dieses Mal schießt er sie nieder. Doch Polizisten verhaften den Mörder, und die Richter schicken ihn ins Zuchthaus.
Aufschlusreich ist die Widmung der Verserzählung, die an Nekrassows Freund, den Bauern Gavrila gerichtet ist und diesen, nicht aber einen Vertreter der gebildeten Schicht, zum Kritiker seines Poems bestimmt. Die meisterhafte Verwendung der Volkssprache ist ein typisches Merkmal der Dichtung Nekrassows.....

Soweit die Zusammenfassung aus dem Lexikon.
Nun der erste Teil meiner Übersetzung mit Bitte um Korrekturen:

B Коробейники
Другу-приятелю
Гавриле Яковлевичу
(крестьянину деревни Шоды,
Костромской губернии)
Как с тобою я похаживал По болотинам вдвоем, Ты меня почасту спрашивал: Что строчишь карандашом?Почитай-ка! Не прославиться, Угодить тебе хочу. Буду рад, коли понравится, Не понравится — смолчу.Не побрезгуй на подарочке! А увидимся опять, Выпьем мы по доброй чарочке И отправимся стрелять.



Die Körbelträger (Die Hausierer; Die Wanderkaufleute)

(Gewidmet dem Freund und Kameraden
Gawril Jakowlewitsch,
Bauer aus dem Dorf Schoda,
Gouvernement Kostroma)

Wenn wir von Zeit zu Zeit
Gemeinsam durch die Sümpfe streiften,
fragtest Du mich zuweilen:
„Was schreibst Du eigentlich?“ („Was stellst Du an mit dem Bleistift?“)
„So lies es doch! Es wird mich nicht berühmt machen,
Dir aber will ich es recht machen.
Ich freue mich, wenn es Dir gefällt,
wenn nicht, dann behalte es für Dich.
Verschmähe nicht das Geschenk!
Und wenn wir uns wiedersehen,
trinken wir einen Becher Wein
und gehen auf die Jagd.“

Кумачу я не хочу,
Китайки не надо.
(Песня)

Kumatsch möchte ich nicht,
Kitaika brauche ich nicht.

(Kumatsch: aus dem Arabischen, Baumwollstoff roter oder hochroter Farbe; fand Verwendung für Kleiderröcke der Bäuerinnen und für Hemden der Bauern.
Kitaika: anfänglich ein Seidenstoff, später dann aus Baumwolle; in China produziert und massenhaft, weil billig, im 18. und 19. Jh. nach Russland exportiert.

Кума́ч (от араб. kumāš‎‎) — хлопчатобумажная ткань (полотно), окрашенная в ярко-красный или пунцовый цвет. В словаре Даля упоминается, что кумач иногда также бывал синим. В старину был также кумач другого цвета.
Кумач использовался в русской крестьянской среде, в основном для пошива сарафанов и мужских сорочек.

Кита́йка — первоначально, шёлковая, затем хлопчатобумажная лёгкая вещь, производившаяся в Китае, и массово ввозившаяся в Россию в XVIII-начале XIX века. В первой четверти XIX века импорт был полностью вытеснен отечественным производством.

"Ой, полна, полна коробушка,
Есть и ситцы и парча.
Пожалей, моя зазнобушка,
Молодецкого плеча!
Выди, выди в рожь высокую!
Там до ночки погожу,(1)
А завижу черноокую -
Все товары разложу.
Цены сам платил не малые,
Не торгуйся, не скупись:
Подставляй-ка губы алые,
Ближе к милому садись!"

„Oh, wie voll, so voll ist mein Körbchen,
da gibt es Kattun und Brokat.
Hab doch Mitleid, meine Liebe,
mit meinen jungen Schultern!
Lauf, lauf nur ins hohe Roggenfeld!
Dort warte ich bis zur Nacht,
und wenn ich Deine schwarzen Augen sehe –
breite ich alle Waren (vor Dir) aus.
Ich selbst hab dafür hohe Preise gezahlt,
Drum feilsche nicht lang und sei nicht geizig:
Biete mir Deine roten Lippen,
und setz dich näher zu mir lieben Kerl!“

(1)· погоди́ть — гожу, годишь; сов. разг. 1. с чем или с неопр. Подождать немного с каким л. делом; повременить.



Вот и пала ночь туманная,
Ждет удалый молодец.
Чу, идет!- пришла желанная,
Продает товар купец.
Катя бережно торгуется,
Всё боится передать.
Парень с девицей целуется,
Просит цену набавлять.
Знает только ночь глубокая,
Как поладили они.
Распрямись ты, рожь высокая,
Тайну свято сохрани!

So fiel herab die neblige Nacht,
es wartet der verwegene Prachtkerl.
Ah, sie kommt! – die Geliebte erscheint,
der Kaufmann bietet seine Waren feil.
Katja feilscht mit Bedacht,
fürchtet zuviel (alles) auszugeben.
Der Junge liebkost (küsst) das Mädchen (er turtelt mit ihr),
bittet, den Preis zu erhöhen.
Einzig die dunkle Nacht weiß,
wie sie sich einigten.
Richte Dich auf, du hoher Roggen,
und bewahre das heilige Geheimnis!

"Ой! легка, легка коробушка,
Плеч не режет ремешок!
А всего взяла зазнобушка
Бирюзовый перстенек.
Дал ей ситцу штуку целую,
Ленту алую для кос,
Поясок - рубаху белую
Подпоясать в сенокос -
Всё поклала ненаглядная
В короб, кроме перстенька:
"Не хочу ходить нарядная
Без сердечного дружка!"
То-то, дуры вы, молодочки!
Не сама ли принесла
Полуштофик сладкой водочки?
А подарков не взяла!
Так постой же! Нерушимое
Обещаньице даю:
Опорожнится коробушка,
На Покров (2) домой приду
И тебя, душа-зазнобушка,
В божью церковь поведу!"

„Ei, wie leicht, so leicht ist der Korb,
die Riemen schneiden nicht in die Schulter!
Aber von allem nahm die Geliebte nur
Den türkisblauen Ring.
Gab ihr Kattun, ein großes Stück,
ein purpurrotes Band für den Zopf,
einen Gürtel zum weißen Hemd,
um es umzubinden bei der Heumahd –
Alles packte sie, herzallerliebst,
in den Korb – außer den Ring:
„Ich möchte nicht gehen, ungeschmückt,
ohne diesen lieben Freund!“
Ach, was seid ihr nur für dumme Gänse, ihr jungen Dinger!
Brachte sie nicht selber
Einen großen Pokal süßen Weines?
Aber die Geschenke nahm sie nicht!
Nun ist`s genug! Hiermit gebe ich
Das unerschütterliche Versprechen:
„Ist der Korb erst leer, komme ich
zum Heiligen Pokrow (2) nach Hause,
und Dich, meine sehnsuchtsvoll Geliebte,
führe ich zum Altar!“

(2) Покров Пресвятой Богородицы : Feiertag der russischen griechisch – orthodoxen Kirche begangen am 14. Oktober; damit verbunden sind viele bäuerliche Bräuche zum Erntedankfest.




Вплоть до вечера дождливого
Молодец бежит бегом
И товарища ворчливого
Нагоняет под селом.
Старый Тихоныч ругается:
"Я уж думал, ты пропал!"
Ванька только ухмыляется -
Я-де(3) ситцы продавал!

Bis zum Abend voller Regen
Läuft der Jüngling rasch
Und sein griesgrämiger Kamerad
Hastet durch das Dorf ihm hinterher.
Es schimpft der alte Tichonytsch:
„Ich glaubte schon, du wärest verschwunden!“
Wanka grinst ganz spöttisch nur –
Ich habe (allen) Kattun verkauft!

(3) Wiedergabe einer fremden Rede (??)

2
Зачали-почали (4)
Поповы дочери
(припев деревенских торгашей)
(4) Wie übersetzt man diese Redewendung (??)

Ich weiß, das ist alles etwas viel mit einem Mal. Allerdings ist das Poem noch viel länger. Ich möchte von Zeit zu Zeit wieder einige Absätze übersetzen, hier zur Korrektur vorstellen und es wäre schön, wenn jemand bereit ist, dabei zu helfen.
Vielleicht hat in der Zwischenzeit doch noch jemand einen Tipp, wo man eine profesionnelle Übersetzung finden kann. Dafür danke ich im Voraus!

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 03.02.2012 

почасту = часто (vielleicht kann man es sinngemäß auch mit "zuweilen" übersetzen, aber meines Wissens nach bedeutet es "manchmal" und nicht "oft")


не понравится - смолчу = dann behalte ich es für mich

Ближе к милому садись! = unter "милый" wird "dein Schatz" gemeint oder wie es auch noch üblich, eine geliebte Person zu nennen.



Тайну свято сохрани! - это не святая тайка (heiliges Gehemnis), а свято сохранить (heilig bewahren/verwahren)


Всё поклала ненаглядная = Alles packte die Herzallerliebste


„Ich möchte nicht gehen, geschmückt,
ohne meinen Herzensfreund!“ (=sie will nur für ihn/bei ihm geschmückt sein, also schön aussehen)


Brachtest du nicht selber
Einen halben Pokal süßen Wodkas?
Aber die Geschenke nahmst du nicht!


Так постой же! = Warte nun mal!

И товарища ворчливого
Нагоняет под селом. =
Und holt seinen griesgräumigen Kameraden beim Dorf nach.


"Я уж думал, ты пропал!" = Ich glaubte schon, du wärest verloren/ zugrunde gegangen


Я-де(3) ситцы продавал! : -де = мол, якобы , ja, ist nur ein Mittel für die Wiedergabe eines fremden Rede - Er habe Kattun verkauft!


зачали-почали = sind schwanger geworden
поповы дочери = Töchter des Popen
торгаш = торговец (etwas abwertend)(Krämer?)

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Geschrieben von  scholli am 05.02.2012 

Hallo Julia und alle anderen,
habe mich am zweiten Teil des Poems "Коробейники" versucht. Herausgekommen ist ein Fragment mit vielen Fragezeichen. Also, Aufklärung tut Not, wofür ich wie immer dankbar bin.

"Эй,Федорушки! Варварушки!
Отпирайте сундуки!
Выходите к нам, сударушки,
Выносите пятаки!" (1)

„He, Fedoruschka! Warwaruschka!
Sperrt die Koffer auf!
Kommt her zu uns, ihr gnädige Frauen,
und vergesst die Kopeken nicht!“

Жены мужние- молодушки (2)
К коробейникам идут,
Красны девушки-лебедушки
Новины свои несут.
И старушки вожеватые,(3)
Глядь, туда же приплелись.(4)

Ihr verheirateten Bauersfrauen -,
zu den Körbelträgern gehen sie,
Schöne Frauen, den Schwänen gleich,
tragen die neuesten Sachen.
Und die netten Alten,
schaut nur, da schleppen sie sich dorthin.

"Ситцы есть у нас богатые,
Есть миткаль, кумач и плис.
Есть у нас мыла пахучие -
По две гривны за кусок,
Есть румяна нелинючие -
Молодись за пятачок!
Видишь, камни самоцветные
В перстеньке как жар горят.
Есть и любчики (5) заветные -
Хоть кого приворожат!"

„Kattun, reich (bestickt) gibt es bei uns,
Mitkal, Kumatsch und Plissee.
Duftende Seife haben wir –
Nur zwei Griwna das Stück,
es gibt Schminke, die nicht verwischt-
macht jünger für ein paar Kopeken!
Schau her, diese Edelsteine
Am Finger wie die Sonne blitzen.
Auch geheiligte Talismänner könnt ihr haben –
So manchen schon verzauberten sie!

Началися толки рьяные,
Посреди села базар,
Бабы ходят словно пьяные,
Друг у дружки рвут товар.
Старый Тихоныч так божится
Из-за каждого гроша,
Что Ванюха только ежится:
"Пропади моя душа!
Чтоб тотчас же очи лопнули,(??)
Чтобы с места мне не встать,(??)
Провались я!.."Глядь - и хлопнули(??)
По рукам!(6) Ну, исполать!(7)(??)
Не торговец(8) - удивление!(??)
Как божиться-то не лень..(9)

Es erhob sich ein wildes (eifriges) Gerufe,
in Dorfmitte der Basar,
Weibsbilder kommen wie berauscht,
streiten sich um die Waren (reißen sich gegenseitig die Waren aus den Händen).
Der alte Tichonytsch
Barmt um jeden Groschen,
dass Wanjucha erzittert:
„Meine Seele ist verloren!
Dass sogleich die Augen brechen(??),
dass auf dem Platz ich mich nicht halten kann(??)
ich gebe auf/ich falle(??). Siehe da -
und der Handel war besiegelt.(??) Nun, Ruhm und Ehre!(Oder aber: "Ergebensten Dank!"
"Kein Handel!"(??) - Verwunderung??
Werden sie denn des Schwörens nicht müde?

Долго, долго всё селение
Волновалось в этот день.
Где гроши какие медные
Были спрятаны в мотках,
Всё достали бабы бедные,
Ходят в новеньких платках.
Две снохи за ленту пеструю
Расцарапалися в кровь.
На Феклушку, бабу вострую,
Раскудахталась свекровь.
А потом и коробейников
Поругала баба всласть:
"Принесло же вас, мошейников!
Вот уж подлинно напасть!
Вишь вы жадны, как кутейники.(10)
Из села бы вас колом!.."(??)

Lange, lange an diesem Tag
War große Aufregung im ganzen Dorf.
Dort, wo man die kupfernen Groschen
In der Kleidung versteckt.
Alles haben sich die armen Weiber verschafft,
laufen herum in neuen Kleidern.
Zwei Schwiegertöchter zerkratzen sich bis auf`s Blut
Wegen eines bunten Bandes.
Auf Fekluschka, ein gewandtes Weib,
gackert die Schwiegermutter ein.
Und danach auf die Hausierer
Nach Herzenslust schimpfte los das Weib:
„Hat es Euch etwas eingebracht, ihr Spitzbuben!
Es ist doch eine wahre Plage!
Ihr seid gierig, wie die Kirchendiener.
Aus dem Dorf werden wir Euch prügeln!...“ (??)

Посмеялись коробейники
И пошли своим путем.

Da lachten die Köbelträger nur
Und gingen ihren Weg.

(1) пятак: Fünfkopekenstück,
(2)Жены мужние: Женa: die Ehefrau, мужHый:dem Ehemann zugehörig; молодушки:
verheiratete Bauersfrauen: auf deutsch sagt man in diesem Fall: „doppelt gemoppelt“, denn mit Женa ist doch schon die Tatsache ausgedrückt, dass es sich um eine verheiratete Frau handelt (??)
(3) вожеватый: кто умеет водиться с людьми, обходительный, вежливый
(4) плестись: sich dahinschleppen
(5) Любчики - деревенские талисманы, имеющие, по понятиям
простолюдинок, привораживающую силу.
(6)ХЛОПАТЬ ПО РУКАМ. ХЛОПНУТЬ ПО РУКАМ. Прост. Заключать соглашение, сделку (ударяя ладонями рук друг друга в знак полной договорённости).
(7)ИСПОЛА́ТЬ, частица (стар.). Хвала, слава (в восклицательном обращении). (Oder aber:) Исполать тебе - благодарственное, с оттенком благоговейности русское выражение. Сочетает в себе покорность, трепет и умиление.
(8)Не торговец:der Händler; hier steht aber doch eine Verneinung; müsste es dann nicht Не торговцa heißen?
(9)Как божиться-то не лень. Werden sie denn des Schwörens nicht müde? (Übersetzung dieser Redewendung gefunden in W.I. Lenin: "Revolutionäres Abenteurertum")
(10)кутейники шуточное прозвище церковников, причетников.

Пока!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 06.02.2012 

Hallo Frank,


2. ist schon doppelt-gemoppelt, hier aber mit Absicht: So was ist ein Kennzeichen für einen volkspoetischen Stil (weil es dann einen besonderen Klang hat), den Nekrassov hier imitiert. Es gibt im Epos (Märchen, Lieder, "былины" etc.) viele solche Ausdrücke, z.B. "думу думать", "дума думная", "воля вольная" und viele-viele andere).
Молодушка — ж. нар. поэт. Молодая замужняя женщина (необязательно жена крестьянина,но обязательно молодая).
8. Ich habe, ehrlich gesagt, da nicht ganz verstanden, wozu es da steht, vielleicht, meint er, dass Wanja kein Händler ist (deshalb wundert er sich, dass der Handel trotzdem gut gelaufen ist), aber sowieso muss da kein Genitiv stehen - es gibt da ja kein Verb (und kein "нет", nach dem der Genitiv sein muss): Eine Genitiv-Rektion gehört nur zu einem Verb!
9. genau so




He, Fedoruschkas! Warwaruschkas! (Plural)



tragen die neuesten Sachen.----
новина = новость. Also, eher "teilen ihre Neuigkeiten mit".


schaut nur, da schleppen sie sich auch dorthin.


Хоть кого = кого угодно = всех (подряд), любого
deshalb eher nicht "so manchen", sondern vielleicht "jeden beliebigen" oder so.


Пропади моя душа! - nur ein Ausdruck der Verwunderung, so wie z.B. "Du meine Güte!", "Das gibt's doch nicht" usw. In einer vollen Variante würde es z.B. so aussehen: "Пропади моя душа, лопни мои очи, не встать мне с места, провались я (und so ähnlich weiter), если я уже где-то не видел этого человека раньше!", ist also eine Art Verschwörung (etwas buchstäblicher genommen schwört man, dass man nicht lügt, ansonsten mag er verloren gehen, hier aber nicht so wörtlich, nur als Ausdrücke ähnlicher Art, er wundert sich nur - ich habe allerdings nicht so gut verstehen können, worüber genau).



besiegelt? warum? Vielleicht meint Nekrassov hier, Vanja ist ja kein Händler, also, er ist nicht an den Basar gewöhnt und deshalb wundert er sich so sehr.


Как божиться-то не лень = Тихоныч божится (ich finde da "barmen" gut passend, obwohl wörtlich heißt es, Тихоныч schwört für jedes Cent, (dass z.B. seine Ware echt und gut ist oder so)) = как Тихонычу божиться не надоело (wie Тихоныч noch nicht satt ist vom Barmen)...


Где гроши какие медные
Были спрятаны в мотках,
Всё достали бабы бедные,
Ходят в новеньких платках. =

Бабы из всех мест (отовсюду), где (раньше) были спрятаны деньги (во всяких клубках,мотках и т.д.,в общем,в потайных местах), подоставали все свои сбережения ,купили на них себе платки и теперь ходят в новых красивых платках, нарядные и довольные. Бабы бедные = скорее в переносном смысле,потому что им пришлось лишиться своих сбережений, нажитых тяжёлым трудом.
Der ganze Satz muss also zusammenverstanden und aufgebaut werden. Z.B. so:
"Wo immer kupferne Groschen in Eckchen, Docken etc. versteckt waren, haben sie da die armen Weiber rausgeholt (und ausgegeben) und laufen jetzt herum in neuen Tüchern".


"Принесло же вас, мошейников!"----
in diesem Sinne:
# 5) безл.

откуда тебя принесло? разг. — wo kommst du denn (plötzlich) her?
Dabei ist die Bedeutung etwas negativ (ähnlich wäre z.B.: "какие черти тебя принесли?", "какого черта ты тут объявился/появился?").


Aus dem Dorf werden wir Euch prügeln!...“===
Es wäre nicht schlecht, euch aus dem Dorf (mit einem Pfahl) wegprügeln!

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Geschrieben von  Julia am 06.02.2012 

wegzuprügeln

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Geschrieben von  scholli am 09.02.2012 

Hier Teil 3 der "Korobejniki".
Vorangestellt eine kurze Zusammenfassung einer Beurteilung dieses Abschnittes, frei übersetzt und entnommen aus: http://stavcur.ru/sochinenie_po_literature/1321.htm.
In einem Russland, dass die Bauern unterdrückte, begann sich alles zu ändern: alte Dogmen wurden zerstört, das Neue begann sich mühsam und zum Teil chaotisch Bahn zu brechen. Das Bild des Zerfalls machte vor den "верхами", selbst vor dem Zaren nicht halt. Der Glaube an seine Mildtätigkeit hatte zwar eine feste Basis innerhalb der bäuerlichen Psychologie, allerdings der Krim – Krieg vernichtete diese Zuversicht. Aus dem Munde des alten Tichonytsch klingt die Einschätzung der Folgen des von der Selbstherrschaft angezettelten Krieg dann so:
Царь дурит - народу горюшко!
Точит русскую казну,
Красит кровью Черно морюшко,
Корабли валит ко дну.
Перевод свинцу да олову,
Да удалым молодцам.
Весь народ повесил голову,
Стон стоит по деревням.
In Zeiten, wo in Rußland ein ganzes Volk größte Not litt, profitieren Legionen von Speichelleckern, Betrügern vom Leid der Bauern. Auf der einen Seite warnt eine unbarmherzige Herrschaft vor den "душегубные дела", andererseits macht sie die unglücklichen Bauern besoffen mit billigem Fusel, ausgeschenkt durch rothaarige „целовальников калистратушек“. Vom Standpunkt der Bauern aus betrachtet, ist die Trunksucht das erste Anzeichen einer tiefen, gesamtstaatlichen Krise, das erste Alarmsignal einer heraufziehenden Katastrophe:

Ой! ты, зелие кабашное,
Да китайские чаи.
Да курение табашное!
Бродим сами не свои.
С этим пьянством да курением
Сломишь голову как раз.
Перед светопреставлением,
Знать, война-то началась......
Nekrassow legte diese Worte in den Mund des Volkes und sprach damit die Wahrheit. Vieles davon übernahm er von der altgläubigen Familie des Bauern aus dem Gouvernement Kostroma, Гаврил Захаров. Die Altgläubigen (Старообрядцы) tranken weder Wein noch Tee, noch rauchten sie Tabak. Sie wandten sich gegen die krrupten zaristischen Beamten und den Krim – Krieg....

Und hier die eigentliche Übersetzung des dritten Teiles mit einigen Unklarheiten:

3

Уж ты пей до дна, коли хошь добра,
а не хошь добра, так не пей до дна. (1)
Старинная былина

Trink aus bis zum Grund, wenn Du Gutes möchtest,
aber wenn Du das Gute nicht willst, dann trink nicht bis zum Grund.
(Alte Weisheit)
добрo: heißt auch so viel wie „einverstanden“, dann hätte der Spruch einen ganz anderen Sinn:
Trink aus bis zum Grund, wenn Du einverstanden bist,
aber wenn Du nicht einverstanden bist, dann trink nicht bis zum Grund.

За селом остановилися,
Поделили барыши
И на церковь покрестилися,
Повздыхали от души.
"Славно, дядя, ты торгуешься!
Что не весел? ох да ох!"
-"В день теперя(1) не отплюешься,(2)
Как еще прощает бог:
Осквернил уста(3) я ложию -
Не обманешь - не продашь!"(4)
И опять на церковь божию
Долго крестится торгаш.
"Кабы в строку приходилися
Все-то речи продавца,
Все давно бы провалилися
До единого купца -
Сквозь сырую землю-матушку
Провалились бы... эх-эх!"
-"Понагрел ты Калистратушку."(5)
-"Ну, его нагреть не грех,
Сам снимает крест с убогого".
-"Рыжий, клином борода".

Hinterm Dorf blieben sie stehen,
sie teilten den Gewinn.
An der Kirche bekreuzigten sie sich,
und atmeten tief durch.
„Mit Erfolg hast du gefeilscht, Gevatter!
Ist das nicht lustig?“
„Fluche nicht an diesem Tag,
wie soll Gott sonst vergeben:
Ich beschmutzte meine Lippen mit einer Lüge –
Kein Gewinn wo kein Betrug!“
Und lange vor dem Gotteshaus
Bekreuzigte sich der Händler erneut.
„Wenn man jedes Wort des Verkäufers
auf die Goldwaage legen würde,
wäre jeder Kaufmann schon untergegangen –
tief eingebrochen in Mütterchen Erde wäre er....!“
-„ Du hintergingst Kalistratuschka.“
-„Nun, ihn zu betrügen ist keine Sünde,
er selbst nimmt das Kreuz von den armen Teufeln“
-„Du Rothaariger, mit dem keiligen Bart“.(??)

-"Нашим делом нынче многого
Не добыть - не те года!
Подошла война проклятая
Да и больно уж лиха,
Где бы свадебка богатая –(??)
Цоп(6) в солдаты жениха!(??)
Царь дурит - народу горюшко!
Точит русскую казну,(7)
Красит кровью Черно морюшко,
Корабли валит ко дну.
Перевод(8) свинцу да олову,
Да удалым молодцам.
Весь народ повесил голову,
Стон стоит по деревням.
Ой! бабье неугомонное,
Полно взапуски реветь!
Причитанье похоронное
Над живым-то рано петь!(??)
Не уймешь их! Как отпетого
Парня в город отвезут.
Бабы сохнут с горя с этого,
Мужики в кабак идут.
Ты попомни целовальника,(9)
Что сказал - подлец седой!
"Выше нет меня начальника,
Весь народ - работник мой!
Лето, осень убиваются,
А спроси-ка, на кого
Православные стараются?
Им не нужно ничего!
Всё бессребренники, сватушка,(10)
Сам не сею и не жну,
Что родит земля им, матушка,
Всё несут в мою казну!"

„Unser vieles Tun
ist ohne Wert (es gelingt nicht) –
nicht in diesem Jahr!
Ein verfluchter Krieg zog seine Bahn,
brachte Schmerz und Böses,
dort, wo jetzt reiche (frohe) Hochzeit sein könnte,
holt man den Bräutigam zum Militär (presst man den Bräutigam
zu den Soldaten)!
Der Zar spielt verrückt (der Zar macht dummes Zeug) –
Das Volk wird gequält!
Ausgepresst wird die Staatskasse (geplündert
Wird das Staatseigentum,
rot gefärbt von Blut ist das Schwarze Meer,
Schiffe sinken auf den Grund.
Verschwendet werden Blei und Zinn,
kühn und verwegen sind die Jungen.
Ein ganzes Volk wird stranguliert,
ein Stöhnen geht durch`s Land (die Dörfer
stöhnen unter der Last).
Oh! Du ungestümes Weibervolk,
um die Wette weint es überall.
Totengesänge über noch Lebende –
Zu früh gesungen (??)
Man kann sie nicht beruhigen! (Schaut nur),
wie man den verlorenen Burschen aus
der Stadt führt!
Die Weiber werden mager aus diesem Grund
(trocknen aus, verlieren den Verstand),
die Männer gehen in die Kneipe.
Erinnerst Du Dich noch an den Branntweinhändler,
daran, was er sagte, - der grauhaarige Schurke?
„Niemand ist höher gestellt als ich (ich habe keinen Vorgesetzten, oder
einfach: ich lasse mir von niemanden etwas sagen),
das ganze Volk – ist mein Knecht (arbeitet für mich)!
Im Sommer, im Herbst rackern sie sich ab,
aber frag` sie mal – wonach diese
Rechtgläubigen streben?
Sie brauchen gar nichts!
Es sind alles uneigennützige Menschen, - Heilige,
selber säe ich nicht, selber ernte ich nicht,
alles was ihnen Mütterchen Erde spendet,
schaffen sie zu mir ( kommt in mein Geldsäckel)!“

"Пропилися, подоконники,(11)
Где уж баб им наряжать!
В город едут, балахонники,(12)
Ходят лапти(13) занимать!

Ой, ты зелие кабашное,(14)
Да китайские чаи,
Да курение табашное!
Бродим сами не свои. (??)
С этим пьянством да курением
Сломишь голову как раз.
Перед светопреставлением,
Знать, война-то началась.
Грянут, грянут гласы трубные!(15)
Станут мертвые вставать!
За дела-то душегубные
Как придется отвечать?
Вот и мы гневим всевышнего..."
-"Полно, дядя! Страшно мне!
Уж не взять рублишка лишнего
На чужой-то стороне?.."

„Sauft, ihr Habenichtse,
wo ihr schon eure Weiber herausputzt! (??)
In die Stadt kommen die armen Bäuerlein,
um sich töricht aufzuführen! (sie kommen in billigen
Latschen; siehe auch Redewendung)

Oh, du Kneipenkraut (??),
und der chinesische Tee
und der Tabakqualm!
Mit Mühe schleppen wir uns dahin .(??)
Mit dieser Sauferei und dem Gequalme,
brichst Du Dir noch mal das Genick.
Bevor der Weltuntergang kommt,
wird ein Krieg beginnen.
Es erschallen die Trompeten!
Die Toten werden auferstehen!
Werden wir unsere Seelen verkaufen,
wer hat die Antwort darauf?
Und so werden wir den Allmächtigen erzürnen....“
-„Genug, Gevatter! Ich fürchte mich!
Soll man die überzähligen Rubelchen
Nicht in die Fremde mitnehmen?....“


Anmerkungen:

(1)ГОД — НЕ НЕДЕЛЯ, ВСЕ БУДЕТ, ДА НЕ ТЕПЕРЯ.

(2). Если кто-либо плюется, то это означает, что этот человек струей удаляет изо рта слюну, мокроту. Плеваться слюной, кровью. | Перестань плеваться. Если кому-либо хочется плеваться, то это означает, что этот человек испытывает недовольство, негодование по поводу чего-либо, отвращение к чему-либо.

(3) СКВЕРНИТЬ - оскверню, осквернишь, совершенный вид глагола (к осквернять), что.
. . . 1. Сделать нечистым (в 5 значение ; религ.). Осквернить пищу.
. . . 2. Неподобающим, унизительным образом поступить с чем-нибудь, отнестись к чему-нибудь (высокому, достойному, чистому); замарать (ср. марать во 2 значение ), запятнать, опозорить, опорочить ( риторическое ). Осквернены твои думы стыдливые. Некрасов. Осквернил уста я ложию. Некрасов.
ОСКВЕРНИТЬСЯ - осквернюсь, осквернишься, совершенный вид глагола (к оскверняться).
. . . 1. Возвр. к осквернить в 1 значение (религ.).
. . . 2. Стать запятнанным, опозоренным, претерпеть унижение ( риторическое ).
Осквернять, осквернить уста (ложью, бранью)

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Geschrieben von  scholli am 09.02.2012 

Es fehlen noch ein paar Anmerkungen zum obigen Text:

(4) НЕ ОБМАНЕШЬ — НЕ ПРОДАШЬ.— В день теперя не отплюешься, Как еще прощает бог: Осквернил уста я ложию, Не обманешь — не продашь! — И опять на церковь божию Долго крестится торгаш. Некрасов, Коробейники. Старомодный купец., жил обманом, богатство приходило к нему темными путями, и слова

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Geschrieben von  scholli am 09.02.2012 

(5)— Понагрел ты Калистратушку. — Ну, его нагреть не грех, Сам снимает крест с убогого. Н. Некрасов, Коробейники.

Wer ist Kalistrat??

- нагреть бока
нагреть руки
нажиться нечестным, незаконным путем.


(6)в знач. сказуемого (простореч.). Цопнул.
Цоп — I предик. разг. Обозначение быстрого хватательного движения как действия. II межд. разг. Употребляется при обозначении, при передаче быстрого хватательного действия. Толковый словарь Ефремовой. Т. Ф. Ефремова. 2000 …
Где вместо литературного московского «цап» употреблено «цоп», которое вне контекста можно и не понять, а здесь, в «Коробейниках», оно придает тексту фольклорное, живое звучание.

(7)То же, что расточать в 1 знач. (обл.). Враг дурит - народу горюшко! точит русскую казну. Некрасов.

(8) Перевод: im Sinne von „Verschwendung, Vergeudung“


(9) В Русском госуд. 15-18 вв. - хранитель казенного имущества, сборщик различных пошлин, лицо, выполнявшее судебно-полицейские функции.
В России при откупной системе продажи вина - торговец в винной лавке по доверенности от владельца
в России 15-18 вв.: должностное лицо, занимающееся сбором податей и некоторыми судебно-полицейскими делами
на Руси судебный или финансовый служащий
(10) СВАТ, а, м.
Человек, занимающийся сватовством, сватающий кого-н. кому-н. (дореволюц.). Сватай Марью, Марью, сват! Некрасов. Девушка на выданьи, а каков сват, таков и жених... за кого же царь ее сватает? Пушкин. Засылать сватов. 2. Родственник или родитель кого-н. из супругов по отношению к другому такому родственнику, свойственник (обл.). Это кум иль сват, и, словом, кто-нибудь из вашего же роду. Крылов. ◊ Ни сват, ни брат кому (простореч.) — чужой, не родственник, с кем нет ничего общего.

(11)Нищий, неимущий человек (букв. собирающий подокнами подаяние; обл. пренебр.). «Пропилися, подоконники, где уж баб им наряжать.» Некрасов.

(12)Балахонник — м. устар. Бедный крестьянин, носивший балахон I (обычно с оттенком пренебрежительности). Толковый словарь Ефремовой. Т. Ф. Ефремова. 2000 …


(13) Лапотник — I м. устар. 1. Тот, кто плёл или продавал лапти. 2. Тот, кто ходил в лаптях; крестьянин. II м. 1. разг. сниж. Невежественный, некультурный, отсталый человек. 2. Употребляется как порицающее или бранное слово. Толковый словарь Ефремовой. Т. Ф.… … Современный толковый словарь русского языка Ефремовой

(14) зелие: приворотное зелье: которым знахари привораживают кого-либо. (Oder:) Человек негодный, беспутный.

(15) Трубный глас
Церк. По христианскому вероучению: звук архангельской трубы в день Страшного суда. — Грянут, грянут гласы трубные! Станут мёртвые вставать! За дела-то душегубные Как придётся отвечать? Некрасов. Коробейники). — Спят покойнички, спят родимые! — бормочет прохожий. — И будут спать до гласа трубного (Чехов. Недоброе дело).

Poka.
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 10.02.2012 

Hallo Frank,

хочешь (хошь) добра bedeutet nichts Böses im Kopf haben/ planen. Also mit dem "einverstanden sein" hat es nichts zu tun.

Былина ist eine altrussische Sage (nicht Weisheit).

Trink aus bis zum Grund, wenn Du Gutes möchtest,
und wenn Du das Gute nicht willst, dann trink nicht bis zum Grund. (hier ist keine richtige Entgegensetzung gemeint).


Повздыхали от души = seufzten aufrichtig (hat mit dem Atmen nichts zu tun).


Дядя = wenn es oben nicht extra erwähnt wurde, bedeutet es eine einfache etwas familiare Anrede zu einem erwachsenen oder etwas älteren Mann. Ich weiß allerdings nicht, wie man es am besten auf Deutsch übersetzt.

Что не весел = Warum bist du nicht fröhlich?

Теперя = теперь

Ich kann leider nicht so gut verstehen, was da Nerkasov mit diesen Zeilen meint:
-"В день теперя(1) не отплюешься,(2)
Как еще прощает бог
Ich glaube aber, es hat nichts mit dem Fluchen zu tun... Es gibt eine Aberglaubentradition: плюнуть через плечо три раза, чтобы уберечь себя или кого-то от зла/неприятностей. Vielleicht hat es dann damit was zu tun.

Калистрат ist einfach jemand, den der Verkäufer betrügt hat und über den die zwei jetzt reden (eine dritte Person).

Нашим делом нынче много не добыть - не те года =
Mit unserem Beruf kann man heutzutage nicht sehr viel verdienen - keine passende Zeit ist es jetzt dafür. (года (Plural) sind hier nicht wörtlich zu verstehen)

Перевод свинцу да олову да удалым молодцам =
удалой молодец = добрый молодец = ein wackerer Bursche
Переводят (verschwenden umsonst): свинец, олово и удалых молодцов (junge wackere Burschen werden ebenso umsonst im Krieg getötet).


Повесить голову = повесить нос = den Kopf/die Ohren hängen lassen, traurig werden

Полно взапуски реветь = Hört auf, zum Steinerweichen weinen. (Взапуски heißt hier so viel wie навзрыд).

Причитанье похоронное
Над живым-то рано петь!
Totengesänge über noch Lebende –
Zu früh gesungen - passt schon... Unter "живой" wird "парень" gemeint, der in den nächsten Zeilen wird "в город отвезут как отпетого", dabei ist es kein bestimmter Kerl, sondern nur als ein Beispiel für viele andere. Die Futurumform steht da nicht für die reale Zukunft, sondern als ein Mittel, eine sich wiederholende Handlung wiederzugeben.
Отпетый = kommt hier vom Verb отпевать = Todesgesänge über jemandem singen.
Ein Bursche wird als отпетый (=tot... Leiche.. oder so was) in die Stadt geführt.

сохнуть bedeutet hier dahinsiechen, nicht mager werden.

Warum steht da "Heilige" für "сватушка"? Unten gibt es eine Anmerkung, was "сват" zu bedeuten hat, also es ist hier ein Verwandter (Vater seiner Schwiegertochter und seines Schwiegersohnes).



So jetzt reicht erstmal, das Übrige später.

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Geschrieben von  Julia am 10.02.2012 

* natürlich "...oder seines Schwiegersohnes".

Und eine kleine Erklärung noch:
везут как отпетого = sie verabschieden sich quasi von ihm schon so, als ob er schon tot wäre, weil er höchstwahrscheinlich aus dem Krieg nicht zurückkommt, das wird hier gemeint...

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Geschrieben von  Julia am 10.02.2012 

Ihr Habennichtse habt euch mit dem Saufen fertig gemacht,
wie könntet ihr denn Weibern Kleidungen kaufen (= wenn ihr schon vom Saufen fertig seid!)
где/куда уж вам/тебе etc. = ist ein umgangsprachlier Ausdruck, hat die Bedeutung wie hier im Kontext:
damit kannst du dich einpacken lassen! — фам. где уж тебе!, нашёл чем хвастаться!
Noch ein paar Beispiele:
Ты даже убраться дома не в состоянии - где уж/куда уж тебе гостей домой приглашать!
Он даже не может сварить яйцо - куда уж/где уж ему браться за приготовление праздничного ужина!

ходят лапти занимать = sie gehen in die Stadt, um sich da Latschen auszuleihen


зелье кабашное = da ist Wodka gemeint. Зелье ist ein magisches Getränk, meistens von Hexen gebraut. Nerkasov meint, der Wodka wirkt wie ein Taubmittel und ist damit ein magisches Getränk, um z.B. den Dämmerzustand zu erreichen.

сам не свой = wie berauscht
oder so:
он сам не свой — er ist ganz außer sich
ходим сами не свои =
Wir laufen wie berauscht umher (hin und her).


как раз = eben
сломишь голову как раз = richtest du dich eben zugrunde.


Знать, война-то началась...-
Знать = видно, очевидно, вероятно

Перед светопреставлением
Знать, война-то началась =
(Gerade) vor dem Weltuntergang,
hat sich offensichtlich der Krieg entfaltet.
Hier ist gemeint: Bald wird wahrscheinlich der Weltuntergang sein, weil es jetzt alles schon so schlimm ist (Krieg, Sauferei usw.)


душегубное дело = kommt vom "сгубить (душу)" = убить oder погубить (auch etwas übertragen, z.B.jemanden zum Trinker machen)
отвечать = hier "haften"

За дела-то душегубные
Как придется отвечать?
Wie werden wir für all diese Morde/böse Tate haften?


Und so erzürnen wir den Allmächtigen.
(in der Gegenwart)


Уж не взять рублишка лишнего
На чужой-то стороне?.." =
Разве нельзя лишний рубль (обманом) выудить на чужбине/у чужих людей? Ведь не грех у чужих людей выудить лишний рубль.
Лишний heißt hier nicht überflüßig, sondern "noch eins dazu".
So in der Richtung:
Ist etwa eine Sünde, ein Rubl noch dazu in einer Fremde (bei fremden Leuten) abzulocken?

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Geschrieben von  scholli am 14.02.2012 

Hallo,
hier Abschnit 4, Teil 1 des Poems "Korobejniki" zur Korrektur und Überarbeitung. Nekrassow möge mir verzeihen, dass ich ihn so zerstückle und teilweise aus Unkenntnis falsch interpretiere.

4

Ай, барыня! барыня!
(Песня)
Ei, Herrin! Herrin!
(Ein Lied)

"Эй вы, купчики-голубчики,(1)
К нам ступайте ночевать!"
Ночевали наши купчики,
Утром тронулись опять.
Полегоньку подвигаются,
Накопляют барыши,
Чем попало развлекаются (2)
По дороге торгаши.
По реке идут - с бурлаками
Разговоры заведут:
"Кто вас спутал?" (3)- и собаками
Их бурлаки назовут.
Поделом вам, пересмешники,(4)
Лыком шитые купцы!..(5)

„He, ihr Krämerseelen,
übernachtet bei uns!“
Unsere Kaufleute übernachteten,
am Morgen reisten sie wieder ab.
Allmählich werden sie munter,
sie sammeln den Gewinn,
ganz gleich, wo sie hinkamen,
die Krämer hatten ihren Spaß auf dem Weg.
Den Fluss entlang gingen sie
Und kamen mit den Treidlern ins Gespräch:
„Wer kann euch wohl aus der Ruhe bringen?“ –
und die Treidler rufen ihre Hunde zusammen (??)
Es geschieht euch ganz Recht, ihr Vögel,
ihr dummen Krämer in Bastschuhen!....

Потянулись огурешники,(6)
"Эй! Просыпал(7) огурцы!"
Ванька вдруг как захихикает
И на стадо показал:
Старичонко (8) в стаде прыгает
За савраской (9),- длинен, вял,
И на цыпочки становится,
И лукошечком (10) манит -
Нет! проклятый конь не ловится!
Вот подходит, вот стоит.
Сунул голову в лукошечко,-
Старичок за холку хвать!
"Эй! еще, еще немножечко!"-
Нет! урвался конь опять
И, подбросив ноги задние,
Брызнул грязью в старика.
"Знамо (11) в стаде-то поваднее,
Чем в косуле (12) мужика!(??)
Эх ты, пареный да вяленый!(13)
Где тебе его поймать?(??)
Потерял сапог-то валяный,
Надо новый покупать?"
Им обозники (14) военные
Попадались иногда:
"Погляди-тко, турки пленные,
Эка (15) пестрая орда!"

Gurkenfelder erstreckten sich,
„Hei! Hier sind Gurken verstreut!“
Plötzlich fing Wanka zu kichern an
Und zeigte auf die Herde:
Der Alte sprang in der Herde herum,
hinter einem hellbraunen Pferd her – lang und dürr,
auf Zehenspitzen stehend,
mit dem geflochtenen Handkorb wedelt er –
Nein! Das verfluchte Pferd fängt man nicht!
Einmal geht es, einmal steht es!
Es steckte den Kopf in den Futterkorb,
der Alte greift nach dem Widerrist!
„Hei! Noch ein kleines Stückchen!“-
Nein! Wieder riss das Pferd sich los,
und warf die Hinterfüsse hoch,
spritzte den Alten voller Dreck.
„Unbestreitbar ist es in der Herde bequemer,
wie als Bauer hinter dem Pflug herzulaufen.
Ach, du, alter und ausgedörrter Kerl!
Was habe ich da nur eingefangen?
Hab` die gewalkten Stiefel verloren,
muss ich nun neue kaufen?
Zuweilen trafen sie Fuhrleute der Armee
„Schau nur! Dort sind gefangene Türken,
was für eine bunte Horde!“

Ванька искоса поглядывал
На турецких усачей
И в свиное ухо складывал
Полы свиточки своей:(16)
"Эй вы, нехристи, табашники,
Карачун приходит вам!.."

Von der Seite aus schaute
Wanka auf die bärtigen Türken
Und macht sich über die Muselmannen lustig:
„Hei, ihr Antichristen, Tabakqualmer,
Und plötzlich seid ihr tot!!....“



Anmerkungen:


(1)
Купчик голубчик - деньголупчик. — Купчик купец, разудалый молодец. Купец плутец. Купчик голубчик деньголупчик (деньги лупит). См. ТОРГОВЛЯ … В.И. Даль.
(2) прош. вр. ср. р. попа́ло с предшествующим местоим. или нареч. образует сочетания, обозначающие случайность, беспорядочность в совершении чего–н., напр. кто или что попало (безразлично, не разбирая кто или что), где попало (все равно где, безразлично где), куда попало (безразлично куда), как попало (все равно, безразлично каким образом, плохо). «Вооружились чем ни попало, поставили пушку у Горлова кабака и приготовились к обороне.» Пушкин. «Чем попало развлекаются по дороге торгаши.» Некрасов.
( 3) Общеизвестная народная шутка над бурлаками, которая спокон веку
приводит их в негодование.
(4)
пересмешники — семейство птиц отряда воробьинообразных. Длина 20 30 см. 31 вид, в Америке (от Канады до Патагонии). Хорошо поют, копируют различные звуки. Многоголосого пересмешника часто содержат в клетке.
(5)~ Лыком шитый, шит (простореч.) — простой, неотесанный, не имеющий знаний. — Поделом вам, пересмешники, /Лыком шитые купцы! Некрасов. — Идет [Алексей] и слышит, как ведут про него пересуды… — Ишь ты! Лыком шит, совсем как есть деревенщина, а тоже пароходчик! Мельников-Печерский.
(6) Verkleinerungsform von огурец

(7)Просыпал: wer verstreute Gurken?
(8) Старичонко: Verkleinerungsform von старик (??)
(9) За савраской: von саврасый: hellbraun mit schwarzer Mähne und
schwarzem Schweif (bei Pferden)
(10)лукошечком: Verkleinerungsform von лукошко
(11)
знамо — известное дело, знамо дело, безоговорочно, бесспорно, несомненно, понятная вещь, понятно, естественно, известно, безусловно, конечно, вне всякого сомнения, без сомнения, само собой разумеется, без всякого сомнения, разумеется, понятное дело,
(12)Косуля -- соха или легкий плуг с одним лемехом.
(13) Пареный да вяленый
Устар. Прост. Об ослабевшем, обессилевшем человеке.
(14)
ОБОЗНИК — ОБОЗНИК, а, муж. 1. Обозный возчик. 2. Военнослужащий обозных частей (устар. и разг.).
(15)
эка — част. прост. усилит.; = эк

(16) Тут явно что-то в переносном смысле, хотя сам смысл и тёмен. Складывая угол полы кафтана "в свиное ухо", дразнили иудеев и магометан, для которых свинья является нечистым животным.
И в свиное ухо складывал Полы свиточки своей...-- народная насмешка над мусульманами, которым Коран запрещает употреблять в и ищу свиное мясо.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 14.02.2012 

Полегоньку подвигаются = sie bewegen sich allmählich weiter fort

Unterwegs haben die Krämer ihren Spaß, woran auch immer/ egal woran/ an allem, was sich da bietet, unwählerisch.

Wenn sie den Fluß entlang gehen,
dann kommen sie mit den Treidlern ins Gespräch:

Ich glaube, unter "спутать" wird diese Bedeutung gemeint:
fesseln
Бурлаки fesseln sich ja zum Schleppkahn, um ihn zu bewegen. Bin mir aber auch nicht ganz sicher daran.

собаками назовут = schimpfen, собака = сволочь|негодяй, also Treidler nennen sie Luderzeug (weil die Krämer sie zu beleidigen versuchen).

(Der ganze Abschnitt hier ist von der Grammatikzeit, was ich vorher schon geschrieben habe: Das Futurum wird hier zwecks der Wiedergabe einer sich wiederholenden Handlung verwendet).

пересмешник = hier: jemand, der sich über jemanden verhöhnt, der jemanden auslacht. Übrigens, gerade deswegen ist auch diese Vögelart gennant: Sie geben von sich solche Laute aus, die jemanden auszulachen scheinen.

Не лыком шит = eine Redewendung: nicht so einfach|nicht so dumm|nicht so ungeschickt. Daraus folgt: лыком шитые купцы = ihr dummen Krämler.

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Geschrieben von  Julia am 15.02.2012 

огурешник ist keine Verkleinerungsform vom огурец, sondern eher jemand, der enweder Gurken verkauft oder sie pflanzt und erntet,oder beides.

„Hei! Du hast Gurken verstreut!“

Старичонко - nicht nur Verkleinerungsform vom "старик", sondern das Wort hat auch eine familiäre (nicht besonders respektvolle) Nuance.

За савраской = nicht hinter, sondern um sie|ihn zu fangen (eher erfolglos). Lang und dürr ist dabei der Alte selbst.

Das verfluchte Pferd lässt sich nicht fangen. (vielleicht so besser? Weil die Rede von dem Alten ist, nicht von irgendjemandem - "man fängt es nicht").

подходит = geht zu/ nähert sich
Es geht eher nicht um "einmal so, einmal so", sondern diese unvollendete Aspektform ist hier,um die Aufmerksamkeit auf den Prozess zu lenken:
Es nähert sich, bleibt stehen und steckt den Kopf (aus Neugier) in den Korb.

Offensichtlich ist es in der Herde bequemer,
als für den Bauer unter (?) dem Pflug zu schuften.


где тебе его поймать? = zu schwach/zu ungeschickt bist du, um es fangen zu können. ("Wie könntest du es nur fangen?").


Hast einen gewalkten Stiefel verloren,
musst dir nun einen neuen kaufen?

Им обозники военные... = wichtiger ist hier, dass diese Leute Wagenzüge begleiteten, weil die Rede ist von denen, die in diesen Wagenzügen waren,: von den gefangenen Türken. Ich weiß nicht , ob das deutsche Wort "Fuhrleute" wiedergibt, dass da unbedingt auch Wagen unterwegs sind?

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Geschrieben von  Julia am 15.02.2012 

Искоса heißt auch ohne Vertrauen.. Bedeutet "von der Seite aus" es auch?

Ванька kommt von Ваня - wird es einem deutschen Leser klar sein?..

Und macht sich über die Muselmannen lustig: =
ja,ist richtig, aber "и в свиное ухо складывал полы свиточки своей" ist für einen gegenwartigen Russischmuttersprachler genauso unbekannt von der Bedeutung her, wie einem deutschen.. Aus diesem Grund, finde ich, wäre es vielleicht besser, die Zeilen wörtlich zu übersetzen und als Fußnote unten diese Bedeutung zu erklären, wie auf Russisch ein Redakteur oder Herausgeber normalerweise auch für solche Texte machen würde.

Нехристь и антихрист = разные вещи. Нехристь - ist einfach jemand,der zu einer anderen Religion gehört (nicht der christlichen),natürlich ist das Wort dabei auch respektlos und sogar etwas feindlich. Aber антихрист ist ja ein Synonym für den Satan. Oder so: лицо, которое, по свящ. Писанию и по откровению св. Иоанна, должно явится незадолго до второго пришествия Христа и сосредоточить в себе все зло, существующее на земле, для борьбы против христианской церкви.
Jedenfalls wäre "антихрист" ein viel heftigeres Schimpwort, als nur "нехристь".

Bald seid ihr tot!!....“

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Geschrieben von  scholli am 15.02.2012 

@Julia: Искоса heißt auch ohne Vertrauen.. Bedeutet "von der Seite aus" es auch?

Beides macht durchaus Sinn, denn genauer formuliert bedeutet es in Verbindung mit "смотреть" "jemanden von der Seite her (schief ansehen)". Das tut man gelegentlich im Deutschen, wenn man jemandem nicht richtig vertraut, man z.B. an seiner Ehrlichkeit zweifelt.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 15.02.2012 

Ja, danke, dann passt's.

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Geschrieben von  scholli am 15.02.2012 

Hallo,
hier Abschnitt 4, Teil 2 des Poems "Korobejniki":

Попадались им собашники:
Псы носились по кустам,
А охотничек покрикивал,
В роги звонкие трубил,
Чтобы серый зайка спрыгивал,
В чисто поле выходил.
Остановятся с ребятами:
"Чьи такие господа?"
-"Кашпирята с Зюзенятами...(1)
Заяц! вон гляди туда!"
Всполошилися борзители(2)
"Ай! а-ту его! а-ту!" (3)
Ну собачки! Ну губители!
Подхватили на лету...(4)

Ihnen begegneten Hundeführer:
Die Hunde rannten durch die Büsche,
der Jäger kommandierte laut,
das Waldhorn ertönte,
damit das graue Häschen sprang herab,
und lief auf`s offene Feld hinaus.
Die Burschen machten halt: (??)
„Wer sind diese Herren?“
„Kaschpirjata und Sjusenjata....
Ein Hase! Schau doch dorthin!“
Die Jäger mit ihren flinken Hunden
„Ei! Fasst ihn! Fasst ihn!“
Nun, ihr Hündchen! Nun, ihr Vernichter!
Sie ergriffen sie im Flug....

Посидели на пригорочке,
Закусили как-нибудь
(Не разъешься черствой корочки)(5)
И опять пустились в путь.
"Счастье, Тихоныч, неровное,
Нынче выручка плоха".
-"Встрелось нам лицо духовное -
Хуже не было б греха. (6)
Хоть душа-то христианская,
Согрешил - поджал я хвост".
-"Вот усадьбишка дворянская,
Завернем?.."-"Ты, Ваня, прост!
Нынче баре (7) деревенские
Не живут по деревням,
И такие моды женские
Завелись.. куда уж нам!(8)
Хоть бы наша: баба старая,
Угреватая лицом,
Безволосая, поджарая,
А оделась - стог стогом!
Говорить с тобой гнушается:
Ты мужик, так ты нечист!
А тобой-то кто прельщается?
Долог хвост, да не пушист!
Ой ты, барыня спесивая,
Ты стыдись глядеть на свет!
У тебя коса фальшивая,
Ни зубов, ни груди нет,
Всё подклеено, подвязано!
Город есть такой: Париж,
Про него недаром сказано:
Как заедешь - угоришь.

Sie saßen auf einer Anhöhe
Und aßen irgend etwas sehr nachlässig
(Man wird nicht dick, wenn man
harte Rinde isst.
Und aufs Neue machten sie sich auf den Weg.
„Das Glück, Tichonytsch, ist ungleich verteilt,
gegenwärtig steht es schlecht um die Erlöse“.

„Es heißt doch: `Triffst du einen Geistlichen,
um so schlimmer steht es mit den Sünden!
Wenn ich auch eine christliche Seele habe,
sündigte ich – zog ein den Schwanz“.
„Dort ist ein adliger Gutshof,
kehren wir ein?“....“Du, Wanja, wie bist du einfältig!
Heutzutage lebt der Landadel
Nicht mehr auf dörfliche Weise,
und solch eigenartige Frauenmoden haben sich eingebürgert.
Wenn auch nur unser Frauenzimmer alt,
mit Pickeln im Gesicht,
ohne Haare und mager,
und angezogen wie eine Vogelscheuche (??)
Mit dir zu sprechen ekelt sie an.
Du bist ein Bauer und damit schmutzig.
Aber du – wer wird dich wohl verlocken?
Lange Schleppe, und ganz ohne Wolle!
"Ach, du stolzes Herrenfräulein,
Dass du dich nicht selber schämst!
Haare hast du - falsch und unecht,
Keine Zähne, keine Brust,
Angeklebt, gekleistert alles."
Eine solche Stadt es gibt: Paris!
Nicht umsonst sagt man von ihr:
Sobald du dort bist, hast du schon den
Kopf verloren (ist es um dich geschehen).

(1)Кашпировы, Зюзины. Крестьяне, беседуя между собою об известных
предметах и лицах, редко употребляют иную форму выражения. А. В. Попов комментировал это примечание: «На эзоповском подцензурном языке это значило, что крестьяне презрительно, с уменьшительным суффиксом “ята” говорят об “известных лицах” – помещиках и “предметах” – охотах помещиков, в данном случае Кашпировых и Зюзиных».
Кашпирята -- Кашпировы, ярославские помещики; Зюзенята -- Зюзины, костромские помещики.
(2) Борзители -- борзятники, охотники с борзыми собаками.
(3) Ату
ату-его, междомет. усь, бери, крик травли; псовые охотники травят только зайца
окриком ату,

(4)На лету подхватить слово — (иноск.) быстро не давши долетѣть всей мысли до конца, докончить ее (какъ мячикъ ловятъ на лету, птицу стрѣляютъ, не давъ ей сѣсть). Ср. Одна изъ чертъ характера (Гамлета), его колебанія и неустой никому, кажется, такъ не понятна, какъ русскому…
(5) корочка — жен.; уменьш. от корка
(6)Встрелось нам лицо духовное -- Хуже не было б греха.-- По народным приметам, встреча со священником сулит несчастье, неприятность. Ср.: "Поп, да девка, да порожние ведра -- дурная встреча" (Пословицы русского народа, с. 1049).
(7) баре : volkssprachlich auch: Gutsbesitzer, Schmarotzer
(8) куда уж нам: Wo soll das hinführen????

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Geschrieben von  Julia am 16.02.2012 

(8) куда уж нам: Wo soll das hinführen????======
Nein! Siehe die ein paar Erklärungen über den Ausdruck "где уж/куда уж тебе/нам/ему usw." oben.
Такие уж моды завелись - нам, простым мужикам, не угнаться (не поспеть) за новой женской модой/ мы не можем соответствовать женским модам/ мы слишком просты теперь стали для наших модниц.

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Geschrieben von  Julia am 16.02.2012 

борзая = ist die Bezeichnung für eine Hunderasse,laut dem WB: Windhund .
Die Jäger mit ihren Windhunden.


Eher: (Man wird nicht satt, wenn man
(nur) eine harte Rinde isst.)

Cчастье, Тихоныч, неровное -----------
Hier, denke ich mal, eher im Sinne "instabil",als "ungleich verteilt": Bald kommt das Glück, bald nicht.

Einem Geistlichen sind wir begegnet -
("хуже не было б греха" verstehe ich nicht so richtig,aber vielleicht meint Nerkassow: "Einem Geistlichen sind wir begegnet, das ist schon schlimm genug, und ich hoffe, dass es dann nichts noch Schlimmeres passiert, als das").
Хоть душа-то христианская,
Согрешил - поджал я хвост" ------
Obwohl ich, eine christliche Seele,
eine Sünde getan hatte - habe mich (vor dem Geistlichen) erschrocken.
Поджать хвост = испугаться, струсить, пойти на попятную, отступить перед опасностью.
Er meint,dieser Volksglaube, dass es schlimm ist, einem Geistlichen begegnet zu sein, ist ja Aberglaube und deshalb eine Sünde für eine christliche Seele, man sollte es nicht fürchten, aber trotzdem konnte er nichts dagegen tun, hat also ungewollt Angst vor dem Geistlichen gekriegt. So verstehe ich die ganzen Zeilen.

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Geschrieben von  obu am 16.02.2012 

Julia, поджать хвост = Schwanz einziehen, ist - wenigstens für mich - durchaus gebräuchlich, insbesondere, wenn die Situation ähnlich einem Hund ist, der seinen Schwanz zwischen die Hinterläufe klemmt und sich davon macht. Es ist ein Zeichen der Angst, oder gar Feigheit.

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Geschrieben von  hm am 16.02.2012 

@ obu
Die Julia wollte das nur nicht so stehen lassen, weil ja offensichtlich kein Hund gemeint war! :-)))

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Geschrieben von  Julia am 17.02.2012 

Danke Othmar, danke Hartmut, ich dachte schon, das Thread liest keiner mehr, außer mir und Frank :)
Ich habe wirklich gedacht, Frank habe es zu wörtlich übersetzt, wenn es aber auf Deutsch im gleichen Sinne zu verstehen ist (in Bezug auf Menschen also), dann könnte es da natürlich stehen bleiben.

Ich muß übrigens meine Korrekturen noch weitermachen, weil da noch ein Stückchen bleibt...

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Geschrieben von  Julia am 17.02.2012 

А оделась - стог стогом! = Aber angezogen ist sie wie ein Heuschober. -
Wahrscheinlich meint der Autor, dass sie dann rundlich und schön aussieht (obwohl sie mager und haarlos ist) - ein Heuschober ist ja (zumindest in Russland) rund und dick.

Aber du – wen wirst du wohl verlocken?
Lange Schleppe, aber nicht flaumig!
(Vielleicht aber lieber wörtlich? Schwanz). Hier ist es ein Vergleich mit einem Hund, der einen langen Schwanz hat, aber nicht flaumig (das heißt, nicht schön, nicht attraktiv).


угореть
(иноск.) — потерять голову (как от угара)=
Also wahnsinnig werden, den Kopf verlieren.
Nicht aber im Sinne "verloren gehen" oder so, es ist eher ein positiver Ausdruck, als negativer, also eher von Freude, von Begeisterung wie wahnsinnig werden.

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Geschrieben von  hm am 17.02.2012 

Also,
für Frank ist es bestimmt sehr schön, gleich etwas 'am Stück' zu haben. Er macht sich ja auch viel Arbeit, läßt sich nicht nur 'bedienen'. Mir persönlich wären kürzere Abschnitte auch lieber, da ich lange Beiträge erst mal links liegen lasse und mir erst in einer Mußestunde zu Gemüte führe. Das Ganze ist aber nicht mein Problem, ich picke mir nur die Rosinen heraus! :-)

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Geschrieben von  scholli am 17.02.2012 

Hallo,
wie heißt es so schön: Man soll das Eisen schmieden, so lange es noch heiß ist. Genauer gesagt, müsste es heißen: Man soll das Eisen schmieden, so lange Julia online ist. Ohne ihre Hilfe ist dieses Projekt zum Scheitern verurteilt und ihr gilt mein aufrichtiger Dank verbunden mit der Hoffnung, die Übersetzung der "Korobejniki" in gemeinsamer Arbeit bis zum Ende durchzustehen. Wer das Poem im russischen Original kennt, wird wissen, dass noch ein paar längere Abschnitte folgen. Ich möchte es in Zukunft auch weiterhin so handhaben, dass ich die, zugegebenermaßen, unvollkommenen Vorlagen liefere und auf eine fachmännische Überarbeitung eurerseits spekuliere. Julia wird sicherlich nichts dagegen haben, wenn sich außer ihr auch noch andere Leute einbringen. Aber die großen Hoffnungen ruhen natürlich auf ihr. Ich versuche die Abschnitte kürzer zu fassen, allerdings darf der Gesamtzusammenhang nicht verlorengehen.
Deshalb hier Abschnitt 4, Teil 3 des Poems "Korobejniki".
По всему свету славится,
Мастер по миру пустить;(9)
Коли нос тебе не нравится,
Могут новый наклеить!
Вот от этих-то мошейников,
Что в том городе живут,
Ничего у коробейников
Нынче баре не берут.
Черт побрал бы моду (10) новую!
А бывало в старину
Приведут меня в столовую, (11)
Все товары разверну;
Выдет барыня красивая,
С настоящею косой,
Вожеватая (12), учтивая,
Детки выбегут гурьбой,
Девки горничные, нянюшки,
Слуги высыплют к дверям.
На рубашечки для Ванюшки
И на платья дочерям
Всё сама, руками белыми
Отбирает не спеша,
И берет кусками целыми -
Вот так барыня-душа!
"Что возьмешь за серьги с бусами?
Что за алую парчу?" (13)
Я тряхну кудрями русыми,
Заломлю - чего хочу!
Навалит покупки кучею,
Разочтется - бог с тобой!..

А то раз попал я к случаю
За рекой за Костромой.
Именины были званые -
Расходился баринок!
Слышу, кличут гости пьяные:
"Подходи сюда, дружок!"
Подбегаю к ним скорехонько.
"Что возьмешь за короб весь?"
Усмехнулся я легохонько:
"Дорог будет, ваша честь".(14)
Слово за слово, приятели
Посмеялись меж собой
Да три сотни и отпятили,
Не глядя, за короб мой.
Уж тогда товары вынули
Да в девичий хоровод
Середи двора и кинули:
"Подбирай, честной народ!"
Закипела свалка знатная. (15)
Вот так были господа:
Угодил домой обратно я
На девятый день тогда!"(16)

Auf der ganzen Welt berühmt,
Мастер по миру пустить (wie übersetzt man das??)
Wenn dir die Nase nicht gefällt,
können sie (dir) eine neue ankleben.
Das sind diese Betrüger,(oder: wegen diesen Betrügern (??)
die da wohnen in dieser Stadt,
nichts bleibt den Wanderkaufleuten,
von diesen kaufen (nehmen)heutzutage
die Schmarotzer (Herren; oder sind die Gutsbesitzer gemeint(??) nichts.
Hol der Teufel, diese neue Mode!
Zu alten Zeiten (in der „guten“ alten Zeit)
Hätte man uns in die gute Stube geführt (gebeten),
alle Waren hätte ich ausgebreitet.
Da erscheint die hübsche Gutsfrau,
mit einem echten Zopf,
eine Gebieterin (eindrucksvoll), ehrerbietig,
die lieben Kinder laufen in Scharen hinaus,
Zimmermädchen und Kinderfrauen,
Diener strömen zu den Türen.
Die Hemdchen für Wanuschka
Und das Kleid für die Tochter,
höchstpersönlich, mit hellen Armen,
ohne Eile wählt sie aus,
viele Stücke kauft sie ein –
Das ist (So macht es) die liebe Gutsfrauen – Seele!
„Was kosten die Ohrringe und die Halskette?
Was willst du für den purpurroten Brokat?“
Ich schüttle (wiege) den hellbraunen Locken(kopf),
verlange einen hohen Preis – so wie es mir gefällt!
Da haben sich eine Menge Sachen angehäuft,
dann wurde abgerechnet – Gott sei mit Dir!“

Eines Tages geriet ich, ganz zufällig,
an eine Fluss bei Kostroma.
Es waren gerade Feiertage (Feste zum Namenstag),
der Gutsherr lief umher! (??)
Da höre ich, wie besoffene Gäste rufen:
„Komm herbei, Freund!“
Schnellen Schrittes (eilig) gehe ich dorthin:
„Was willst du für den ganzen Korb?“
Da lächelte ich verschmitzt:
„Das wird teuer (das wird nicht billig), Euer Ehren!“
Ein Wort gibt das andere, die Freunde machten sich
Untereinander lustig,
und an die dreihundert (Leute??) drängelten
sich hinter meinem Korb.
Schon zogen sie die Waren heraus,
der Mädchen Reigen im Hof und wir gaben auf:
„Wählt aus, rechtgläubiges Volk!“
Und es begann eine Rauferei der Vornehmen.
So waren die Herren:
Nach neun Tagen kehrte ich wieder nach Hause.(??)

(9)пустить по миру — снять штаны, раздеть, снять последнюю рубашку, оставить в одной рубашке, разуть, оставить без рубашки, в раззор разорить, оставить одну рубашку, пустить с сумой, разорить, обобрать до нитки;
bedeutet auch: an den Bettelstab bringen;
(10)Черт : Употр. в бранных выражениях, означающих недобрый посул, дурное пожелание (разг. фам.). Иди к чорту.
(11)zum allgemeinen Verständnis:
При тогдашних путях сообщения, когда на больших и проселочных дорогах „пошаливали" разбойнички, помещики не часто выезжали не то что в столицы, но даже и в свой губернский город, особенно по летам, когда житье в деревне давало и простор и чистый воздух. Поэтому-то заезжего торгаша-коробейника охотно принимали в помещичьих домах, где в удачливые дни ему нередко приходилось чуть ли не начисто распродавать весь запас привезенных им товаров. Важные дамы в ту пору не брезгали коробейницким товаром: моды тогда держались десятками лет, не то что теперь, когда платье, сшитое в мае, уже в июле считается старомодным. Да, кроме того, от коробейника, как от человека бывалого, часто посещающего губернский город, можно было узнать о том, что делается на свете, и потому-то его обычно на целые дни задерживали в „аппартаментах", где его повествования собиралась слушать вся барская семья и приближенные челядинцы. Как в рассказе некрасовского коробейника.
(12) Вожеватая: von Вожа́тый: Leiter, Gebieter

(13) (обычно им. п. что) вопросительное. Разг. Выражает вопрос о размере цены: сколько?, какую сумму? «Что возьмешь за серьги с бусами? Что за алую парчу?» Я тряхну кудрями русыми. Заломлю — чего хочу! Н. Некрасов, Коробейники. — Что стоит? — спросил первый цыган. — Семьдесят рублев, — отвечали --- спутники Антона. Григорович, Антон-Горемыка.
(14) ВАША ЧЕСТЬ. Устар. Высок. В почтительном обращении к кому-либо. Выражение уважения к кому-либо, признание превосходства. — Слышу, кличут гости пьяные: "... Что возьмёшь за короб весь?" Усмехнулся я легохонько: — Дорог будет, ваша честь (Некрасов. Коробейники).
(15) Беспорядочная драка, общее побоище (разг.). Закипела свалка знатная. Некрасов

(16) hier habe ich Probleme mit der wörtlichen Rede, weil irgendwo ein Anführungszeichen fehlt

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Geschrieben von  Julia am 18.02.2012 

Мастер по миру пустить = ein Geschickter, einen pleite zu machen. Kommt hier im Bezug auf die weiteren Zeilen ("Wegen dieser Betrüger"), deshalb ist es vielleicht besser, auf Deutsch auch mit "sie" zu übersetzen: "Sie sind Meister, einen pleite zu machen" oder so.

von diesen kaufen (nehmen)heutzutage
die Gutsherren nichts.

Zu alten Zeiten (in der „guten“ alten Zeit)
Hätte man uns in die gute Stube geführt (gebeten),
alle Waren hätte ich ausgebreitet.
Da erscheint die hübsche Gutsfrau, =============
Der ganze Abschnitt ist in der einfachen Vergangenheit (sich wiederholende Handlung, deshalb wieder dieses Futurum), kein Konjunktiv oder Zukunft, also:
Zu alten Zeiten
Hat man uns in die gute Stube geführt (gebeten),
alle Waren habe ich ausgebreitet.
Da ist die hübsche Gutsfrau erschienen...
Usw.
(Vielleicht Präteritum stattdessen, weiß ich nicht, solltest du als Muttersprachler besser empfinden... "führte man uns... ausbreitete... erschien.." usw).


Вожеватый (veraltet) = вежливый, обходительный, любезный.
Zuvorkommend.

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Geschrieben von  Julia am 19.02.2012 

Hallo Frank,

entschuldige, dass ich die Korrekturen so chaotisch schreibe, der Text ist nicht gerade leicht auch für eine Muttersprachlerin, weil es ziemlich veraltet ist, und meine Deutschkenntnisse sind leider nicht so perfekt, dass ich es sogar bei dem vorhandenen Übersetzungsvorschlag ohne Wörterbuch vergleichen könnte, deshalb nimmt es schon nicht wenig Zeit, aber ich denke mal, lieber stückchenweise, als gar nicht, oder? Natürlich wäre ich auch froh, wenn hier noch jemand Korrekturen macht.


(16) hier habe ich Probleme mit der wörtlichen Rede, weil irgendwo ein Anführungszeichen fehlt------------
Das erste Anführungszeichen ist im vorherigen Abschnitt, nämlich hier:
-"Вот усадьбишка дворянская,
Завернем?.."-"Ты, Ваня, прост!
Нынче баре деревенские ...

Alles weitere wird von dieser Person erzählt, die dem Wanja auf "Вот усадьбишка дворянская, завернем?.." antwortet. Und diese Ezählung endet da:
Угодил домой обратно я
На девятый день тогда!"

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Geschrieben von  Julia am 20.02.2012 

Für die Hemdchen für Wanuschka
Und für das Kleid für die Tochter...
(Stoff)

расходился = ich denke, hier wird gemeint, dass der Gutsherr was Beeindruckendes am Fest angestellt hat,von dieser Bedeutung:
* Приняться за что горячо, без устали, в охотку, разохотиться. Гуляки наши расходились, долго, шумно гуляют. Он ныне плясать расходился, расплясался.

да три сотни и отпятили =
три сотни (рублей) отвалили (выплатили небрежно) ему за его короб, не глядя на его содержимое.

Erst dann zogen sie die Waren heraus...
(Also zuerst bezahlt, erst dann die Waren angeschaut).

Und in den Mädchenreigen mitten im Hof reingeworfen (die Waren). / Den Mädchen in ihren Reigen mitten im Hof geworfen...

Подбирай = hier: поднять/взять (с земли) = aufheben

честной народ = eher: verehrte Menschen

знатный = hier im Sinne von "ordentlich"/"anständig"/"nicht schlecht"/"nicht wenig" usw.

(Erst) nach neun Tagen (konnte) ich wieder nach Hause zurückkehren.
(Weil da eine anständige und lange Rauferei war, vor der er nicht fliehen konnte und in die er anscheinend eingemischt wurde).

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Geschrieben von  scholli am 24.02.2012 

Abschnitt 5, Teil 1 des Poems "Korobejniki":

- Много ли верст до Гогулина?
- Да обходами три, а прямо-то шесть)
(Крестьянская шутка)

Хорошо было детинушке (1)
Сыпать ласковы слова, (2)
Да трудненько Катеринушке
Парня ждать до Покрова.
Часто в ночку одинокую
Девка часу не спала,
А как жала рожь высокую,
Слезы в три ручья лила!
Извелась бы неутешная,
Кабы время горевать,
Да пора страдная, спешная -
Надо десять дел кончать.
Как ни часто приходилося
Молодице невтерпеж,
Под косой трава валилася,
Под серпом горела рожь.
Изо всей-то силы-моченьки(3)
Молотила по утрам,
Лен стлала до темной ноченьки
По росистым по лугам.
Стелет лен, а неотвязная
Дума на сердце лежит:
"Как другая девка красная
Молодца приворожит?
Как изменит? как засватает
На чужой на стороне?"
И у девки сердце падает:
"Ты женись, женись на мне!
Ни тебе, ни свекру-батюшке
Николи не согрублю,
От свекрови, твоей матушки,
Слово всякое стерплю.
Не дворянка, не купчиха я,
Да и нравом-то смирна,
Буду я невестка тихая,
Работящая жена.
Ты не нудь(4) себя работою,
Силы мне не занимать,
Я за милого с охотою
Буду пашенку пахать.
Ты живи себе гуляючи
За работницей женой,
По базарам разъезжаючи,
Веселися, песни пой!
А вернешься с торгу пьяненький -
Накормлю и уложу!
"Спи пригожий, спи, румяненький!"-
Больше слова не скажу.
Видит бог, не осердилась бы:
Обрядила бы коня
Да к тебе и подвалилась бы:
"Поцелуй, дружок, меня!.."
Думы девичьи заветные,
Где вас все-то угадать?
Легче камни самоцветные
На дне моря сосчитать.
Уж овечка (5) опушается (6),
Чуя близость холодов,
Катя пуще разгорается...
Вот и праздничек Покров!

Gut ging es dem jungen Burschen,
die zärtlichen Worte sprudelten hervor,
und schwer fiel es Katerinuschka,
zu warten bis zum Tag des „Heiligen Pokrow“.
Oftmals in den einsamen Nächten

Schlief das Bauernmädchen keine Stunde,
wie das stachlige hohe Getreide,
flossen die Tränen in drei Bächlein.
Von Kräften kam die Untröstliche,
während die Zeiten traurig sind.
Es ist die Zeit des Mühens und der Eile,
hundert Dinge müssen getan werden.
Wie es doch so oft geschieht,
ist es der Bauersfrau unerträglich,
mit der Sense das Gras zu mähen,
mit der Sichel das Getreide abzuhauen (wörtlich: zu verbrennen).
Mit aller Kraft
Drusch sie bis zum Morgen.
Der Flachs (das Flachsfeld) dehnte sich aus
Bis in die dunkle Nacht (vielleicht im Sinne von: grenzenlos),
über taufeuchte Wiesen hinweg.
Der Flachs breitet sich aus,
ein aufdringlicher Gedanke bedrückt das Herz:
„Wie, wenn ein anderes Mädchen
den schönen Jüngling behext?
Was ist, wenn er mich verrät? Was ist,
wenn er sich einer anderen hingibt?“
Und das Mädchen verlässt der Mut:
„Du heiratest nur mich, nur mich!
Nicht Dir, Schwiegervater,
niemals ein grobes Wort,
Deine Schwiegermutter, Deine Mutter,
kein böses Wort müssen sie befürchten.
Keine Adlige, keine Kaufmannsfrau,
von Natur aus bin ich friedlich,
werde sein eine stille Braut,
eine fleißige Ehefrau.
Du musst durch Arbeit dich nicht erschöpfen,
meine Kraft nicht ersetzen,
gemeinsam mit dem Geliebten werde ich
mit Vergnügen den Acker pflügen.
Lebe und vergnüge dich,
mit der arbeitenden Frau,
von den Basar zu Basar fahre,
vergnüge dich und singe Lieder.
Aber wenn du vom Handel trunken heimgekehrt,
nähre ich dich und biete dir ein Lager (decke ich dich zu).
„Schlafe, mein Lieber, schlafe, mein Rotbäckiger (wohl genährter(??)“.
Mehr Worte sage ich nicht dazu.
Gott sieht, dass ich nicht verärgert bin.
Ich würde ein Pferd schmücken,
um zu dir zu kommen:
„Küsse mich, mein kleiner Freund“.
Die sehnlichsten Gedanken des Mädchens,
wie soll man sie erraten?
Leichter wird es sein,
die Edelsteine am Boden des Meeres zu zählen.
Schon haben die Schäfchen sich ein dickes (Woll) - Fell zugelegt,
Die kalte Zeit stand kurz bevor,
Katja stärker nun entflammte (vor Leidenschaft),
zum Feiertag des „Heiligen Pokrow“!

(1)детинушке: Koseform von детинa: stämmiger Bursche (??)
(2)перен., что, чем и без доп. Произносить, говорить быстро и много, издавать частые звуки (разг.). Хорошо было детинушке сыпать ласковы слова. Некрасов
(3)моченька — мочь, мочушка, сила
(4) нудить
yтомлять, изнурять.
(5) овечка: Verkleinerungsform von овца
(6) опушаться: Покрываться волосяным

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  scholli am 24.02.2012 

Hallo Julia:
Hier noch ein paar Ausführungen speziell zum Kapitel 5, die vielleicht hilfreich für die Übersetzung sind, da sie einige aufschlussreiche Zusammenhänge über das Zustandekommen des Poems enthalten. Für den Russisch – Muttersprachler ergeben sich daraus eventuell Aufschlüsse, die sich dem Deutsch – Muttersprachler nicht so klar offenbaren. Eine Übersetzung dieses Dokumentes ins Deutsche ist nicht notwendig.
Das Dokument ist etwas lang, aber ich war froh, dass ich zumindest in russischer Sprache eine Internetseite gefunden habe, die ein paar Hintergrundinformationen zum Poem enthält.
Quelle :http://kostromka.ru/zontikov/nekrasov/263.php

Erläuterungen zum 5. Abschnitt der "Korobejniki", Teil1:
Другое место «Коробейников» – эпиграф пятой части: «Много ли верст до Гогулина?» – «Да обходами три, а прямо-то шесть». Широкий читатель, конечно, не знал, что Гогулино, бывшая деревня отца Некрасова, находившаяся недалеко от Грешнева, – некрасовского поместья. Здесь логическая нелепость шутки, называющей кратчайшим расстоянием шесть верст, а «обходами три», соответствует действительности. Выходя из Грешнева, вы сразу видите перед собой Гогулино, и услужливая дорожка с насыпи направляет вас прямо к деревне. Но, доверившись ей, вы скоро по мокрой траве доходите до сплошной высокой воды и поворачиваете назад. Если попытаетесь идти новым радиусом прямо на деревню, то снова попадете в то же положение.
Так знакомыми «обходами» до Гогулина получается «три версты», а «прямо-то шесть». Некрасов и Гаврила Яковлевич вспоминали эту «шутку» на каждом шагу среди болот бывшей Костромской губернии. Потому у коробейников, недовольных «прямой дорогой» – «то кочажником, то бродами», «шутка» превращается в «пословицу».
Первоначально, как показывает рукопись Ленинской библиотеки в Москве, Некрасов сделал иной вариант эпиграфа: «Далеко ли до Мискова? Да дорогой-то три, а прямо-то шесть». При таком эпиграфе поэма получалась выдержанно костромской: село Мисково находится около дер. Шоды.
Образ «Катеринушки» и ее ожидание «парня до Покрова » связаны с женой Гаврилы Яковлевича.
«Покойная Марианна Родионовна начнет рассказывать, как она одна молодая оставалась, как тосковала и беспокоилась, когда родитель ездил до “Покрова” к Ярославлю и Ростову продавать выхухолей. Один раз он ездил в Кострому. На обратном пути все возвращавшиеся напились пьяные и остались в каком-то месте, а лошадь Гаврилы Яковлевича одна пришла ко двору без хозяина и без поклажи. Марианна испугалась, думала, что уже нет в живых Гаврилы Яковлевича, плакала, “лен стлала, а сама плакала”». Плакал при этом и мой рассказчик, вспоминая страдания своей матери.
Сообщение Ивана Гавриловича о рассказах его матери Некрасову на тему об ожидании любимого мужа позволяет рассматривать их как основу для изображения ожидания «Катеринушки». Более того, рассказы Марианны Родионовны уясняют некоторые подробности начала пятой части и особенности «дум девичьих заветных» Кати.
Бытовые подробности приведенного отрывка, после рассказов Марианны Родионовны, становятся жизненными, но только в приложении к семейной истории супругов Захаровых в деревне Шоды, а не в «думах девичьих» «Катеринушки» о женихе-коробейнике. «По базарам разъезжаючи» – относится к Гавриле, действительно разъезжавшему по базарам со своим охотничьим товаром, и совершенно не подходит к коробейнику, пешему купцу, самому представляющему собой ходячий деревенский базар, как дано и в произведении Некрасова.. «А вернешься с торгу пьяненький» – живая черта из биографии Гаврилы Яковлевича и неподходящая для коробейника, особенно в мечтах его будущей жены. «Видит бог, не осердилась бы, обрядила бы коня». «Конь» никак не подходит для пешехода-коробейника и даже становится вместе с ним в положение взаимно исключающих друг друга образов, но в крестьянском быту супругов Захаровых эти слова – «не осердилась бы, обрядила бы коня» – совершенно на своем месте. Следует упомянуть здесь, что в первое посещение Шоды Некрасов сам подарил безлошадному Гавриле Яковлевичу коня, как сообщил мне Иван Гаврилович. «Да к тебе и подвалилась бы: поцелуй, дружок, меня» – это место скорее не из «дум девичьих заветных», а представляет собою супружеское завершение встречи после расставания, более естественное в «думах» замужней женщины, какой и была Марианна Родионовна.
Ее рассказы, вместе с личными впечатлениями Некрасова от обоих супругов и их жизни, при быстроте создания произведения, при авторской тенденции давать в нем подлинный жизненный материал и лично близкий «другу-приятелю», могли послужить причиной подведения к «думам девичьим заветным» фактического материала семьи Захаровых.

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Geschrieben von  scholli am 24.02.2012 

Erläuterungen zum 5. Abschnitt der "Korobejniki", Teil 2:
Марианна Родионовна, очевидно, обратила на себя внимание Некрасова, как очень подходящий объект для литературного воплощения образа любящей крестьянки, понадобившегося ему в 1861 году, когда после отмены крепостного права революционные демократы ставили вопрос о положении крестьянства, в частности крестьянки, зверски эксплуатируемых помещиками и капиталистами.
Рассказы Марианны Родионовны об ее ожиданиях Гаврилы Яковлевича, однако, свидетельствовали не столько о томлении любовного чувства, сколько о напряженном беспокойстве за мужа при его разъездах. Такой материал не вполне подходил к ожиданиям «Катеринушки» в ее положении. Некрасов восполнял его мотивами любовной народной песни. Из народной песни были взяты и тревоги, ревность девушки, находящейся в ожидании, и «полуштофик сладкой водочки» для милого на свидании, который, впрочем, также соответствовал обхождению Марианны Родионовны со своим супругом. Образ героини-крестьянки осложнялся у Некрасова и сопоставлением ее с принятым тогда в дворянской литературе идеальным образом любящей дворянской девушки, особенно в романах Тургенева. Крестьянка Катя отмежевывается у Некрасова от бездельных представительниц высших сословий:
Не дворянка, не купчиха я,
Да и нравом-то смирна,
Буду я невестка тихая,
Работящая жена.
Литературная осложнённость образа «Катеринушки» не мешала Ивану Гавриловичу воспринимать в произведении Некрасова черты своей матери и искренне плакать о ней. Более того, конкретные черты матери в этом образе постоянно живили его сознание. Вот почему при посторонней публике он не хотел рассказывать мне всей этой истории, волновавшей его самого.
Позднее я послал Ивану Гавриловичу книжечку стихотворений Некрасова с «Коробейниками». Он вчитался в текст, четко отделил поэтический вымысел от жизненных фактов в истории матери. И когда на следующий год (1928) я опять приехал к нему, Иван Гаврилович без всяких вопросов стал разбирать начало V части «Коробейников».
«Да как жала рожь высокую» – придумал Некрасов, ржи не было. Зато «лен стлала до поздней ноченьки» – совершенная правда. Место о ревности придумано: «Никогда покойная не говорила: ты женись, женись на мне», – подчеркнул, повысив голос, Иван Гаврилович, как бы обидевшись за мать. Жизненная правда содержится в характеристике: «ни тебе, ни свекру-батюшке николи не согрублю»... «буду я невестка тихая, работящая жена»... «я за милого с охотою буду пашеньку пахать». Подойдя к месту о «пьяненьком» родителе, о возвращениях его с конем и об уходе за ним любящей жены, Иван Гаврилович несколько остановился и тихо, но твердо сказал: «И тут все правда, так было». «Думы девичьи заветные» и дальнейшие слова придуманы Некрасовым.
Во всей обрисовке образа «Катеринушки» Некрасов проявляет подлинную нежность. Марианна Родионовна должна была дать поэтическую передачу своих же рассказов Некрасову, как и правдивое дружеское изображение ее быта с «пьяненьким», скитающимся мужем, за которого она и «пашеньку» пашет, и коня обряжает, которого и спать укладывает, когда другие жены в таком положении лишь ругаются. Раскрывая образ «Катеринушки», Некрасов делал супругам Захаровым наиболее ценную часть своего дружеского «подарочка». Объективно-исторически этим «подарочком» русская литература, приблизилась к крестьянству, к народу.
Сообщение Гаврилы Яковлевича об убийстве коробейников и рассказ его жены о своей истории совершенно самостоятельны и не имеют никакой связи между собой.
В произведении эти части связаны любовью «Катеринушки» – Марианны к одному из коробейников, впоследствии убитому. Сюжет получил единство и законченность.
Любовное свидание в начале произведения с последовавшим обещанием «парня» вернуться «к Покрову» стало завязкой для всего дальнейшего: коробейник пошел торговать с мечтой о браке после «Покрова», а Катя стала поджидать его. Читатель или слушатель втягивался в их судьбу, чтобы пережить и крушение их счастья. Подводя итог тому, что основано в Коробейниках на фактических материалах, полученных от супругов Захаровых, следует с полной несомненностью выделить первую половину пятой части – ожидание Кати и само убийство в конце произведения. В сюжете оба момента являются главными, опорными.

Ich weiß, dass dies hier eine sehr spezielle Geschichte zwischen mir und Julia ist, möchte aber die anderen Forumteilnehmer um Verständnis bitten. Die Übersetzung des Poems ist ziemlich komplex und je zahlreicher die Informationen zu diesem Werk sind, umso näher gelangt man zum Wesen der Gedankengänge Nekrassows.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 27.02.2012 

Хорошо было детинушке (1)
Сыпать ласковы слова =
ему легко было много ласковых слов ей говорить, а вот ей было трудно (после этого) столько времени ожидать его возвращения.

детина = langer Kerl

Dem langen Kerl sprudelten die zärtlichen Worte leicht hervor...

А как жала рожь высокую = А когда она жала рожь высокую, то...
жала vom жать - mähen.
Also,
Als sie den hohen Roggen gemäht hat,
flossen bei ihr die Tränen in drei Bächlein.


Von Kräften wäre die Untröstliche gekommen,
falls die Zeit dafür die richtie gewesen wäre.
Aber es ist die Zeit des Mühens und der Eile,
hundert Dinge müssen getan werden.



Как ни часто приходилося
Молодице невтерпеж,
Под косой трава валилася,
Под серпом горела рожь. =====
ей было тяжело, но несмотря на это она косила (под косой трава валилась, под серпом горела рожь),то есть продолжала работать, несмотря на страдания.
Под серпом горела рожь = она так усердно и быстро работала, что рожь как будто загоралась от движений серпа (в переносном смысле).

Wie immer oft es der Bauerfrau unerträglich ging,
hat sie (trotzdem) mit der Sense das Gras gemäht,
mit der Sichel das Getreide (ungestüm) abgehauen.


Стлать = im Sinne von auslegen.
Den Flachs legte sie aus
auf den taubedeckten Felden,
Bis in die dunkle Nacht. (=bis spät abends, also den ganzen Tag arbeitete sie hart).

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Geschrieben von  Julia am 27.02.2012 

Den Flachs breitet sie aus,
und ein aufdringlicher Gedanke bedrückt das Herz


"Ты женись,женись на мне!" = "Heirate, heirate mich!"
Weder dir, noch dem Schwiegervater,
werde ich ein grobes Wort sagen,
von der Schwiegermutter, deiner Mutter,
werde ich jedes Schimpfwort dulden.

невестка = hier: Schwiegertochter
(manchmal bedeutet es auch Schwägerin).

Не занимать чего-то = ein Ausdruck, bedeutet, dass jemand|etwas was im Überfluß hat.
Силы мне не занимать = hier: Ich habe genug Kraft für uns beide (du musst dich deshalb nicht anstrengen).
Я за милого с охотою
Буду пашенку пахать. =
Ich werde statt/für meinen Geliebten
den Acker gerne pflügen.

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Geschrieben von  Julia am 27.02.2012 

Und wenn du vom Handel betrunken heimkehrst,
nähre ich dich und bringe dich zu Bett.

mein Rotbäckiger -
passt wahrscheinlich gut.


Видит бог = ей-богу = bei Gott!, wahrlich!

Wahrlich wäre ich nicht verärgert.

дружок ist hier nicht ein kleiner Freund, das ist eine übliche Anrede (schon veraltet) zu einem Geliebten.

Für "заветные думы" würde ich hier eher "die innigsten Gedanken" auswählen.

wie kann man sie alle erraten?

сосчитать = пересчитать = eher: aufzählen.

Вот и праздничек Покров! = Schon ist das Fest "Mariä Schutz (Pokrow)"* gekommen!

* http://orthpedia.de/index.php/Mari%C3%A4_Schutz

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Geschrieben von  scholli am 27.02.2012 

Hallo, liebe Julia,
wie immer, vielen Dank für Deine Hilfe.
Hier Abschnitt 5, Teil 2 des Poems "Korobejniki". Wenn Du Zeit und Laune hast, bitte ich Dich, wieder einige Irrtümer auszuräümen und Unklarheiten zu beseitigen:

"Ой, пуста, пуста коробушка,
Полон денег кошелек.
Жди-пожди, душа-зазнобушка,
Не обманет мил-дружок!"
Весел Ванька. Припеваючи,
Прямиком домой идет.
Старый Тихоныч, зеваючи,
То и дело крестит рот. (1)
В эту ночку не уснулося
Не минуточку ему.
Как мошка-то пораздулася,
Так бог знает почему
Всё такие мысли страшные
Забираются в башку.
Прощелыги ли кабашные
Подзывают к кабаку,
Попадутся ли солдатики -
Коробейник сам не свой:
"Проходите с богом, братики!"-
И ударится рысцой.
Словно пятки-то иголками
Понатыканы - бежит.

„Ei, leer, ganz leer ist das Körbchen,
voll mit Geld das Portemonnaie.
Warte, warte nur, geliebter Schatz,
dein Geliebter betrügt dich nicht!“
Wanka war lustig gestimmt. Ohne Sorgen,
geht er auf direktem Weg nach Hause.
Der alte Tichonytsch, gähnend,
bekreuzigt sich den Mund.
In dieser Nacht schlief er nicht ein,
nicht eine Minute Schlaf blieb ihm.
So wie sich die Stechmücke aufbläht,
so weiß Gott allein,
weshalb solch fürchterliche Gedanken
im Kopf herumschwirren.
Die versoffenen Gauner rufen dazu auf,
in die Kneipe zu gehen,
es finden sich Soldaten ein –
der Körbelträger möchte nicht:
„Geht mit Gott, Brüderchen!“-
und entfernen sich im Trab.
Wie von der Nadel gestochen
Läuft er weg.(??)

В Кострому идут проселками,
По болоту путь лежит,
То кочажником, то бродами.
"Эх пословица-то есть:
Коли три версты обходами,
Прямиками будет шесть!(3)
Да в Трубе (4), в селе, мошейники
Сбили с толку, мужики:
"Вы подите, коробейники,
В Кострому-то напрямки (5):
Верных сорок с половиною
По нагорной стороне,
А болотной-то тропиною
Двадцать восемь". Вот оне!
Черт попутал - мы поверили,
А кто версты тут считал?"
-"Бабы их клюкою меряли (6),-
Ванька с важностью сказал.-
Не ругайся! Сам я слыхивал,
Тут дорога попрямей".
-"Дьявол, что ли, понапихивал
Этих кочек да корней?
Доведись пора вечерняя,
Не дойдешь - сойдешь с ума!
Хороша наша губерния,
Славен город Кострома,
Да леса, леса дремучие,
Да болота к ней ведут,
Да пески, пески сыпучие..."
-"Стой-ка, дядя, чу, идут!"

Nach Kostroma laufen Feldwege,
durch den Sumpf gibt es einen Weg,
über Erdhügel und durch Furten.
„Schon das Sprichwort sagt:
Der direkte Weg ist nicht
Immer der kürzeste !(siehe Anmerkung 3).
Und in Truba (Tjumba; siehe Anmerkung 4),
verwirrten die Betrüger die Kerle:
„Ihr Körbelträger geht nach
Kostroma auf direktem Weg:
Das sind genau 40,5 (Werst)
Über das Gebirge,
aber auf dem Pfad durch den Sumpf
28 (Werst)“. Und damit basta! (So ist es!)
Der Teufel hatte uns geritten – wir glaubten es,
Aber wer hat die Werst schon gezählt?
-„Die alten Weiber haben die Strecke
mit den Krücken ausgemessen (siehe Anmerkung 6),-
sagte Wanka betont wichtig.-
Schimpfe (fluche) nicht! Ich habe selbst gehört,
dies ist der direkte Weg“.
-„Der Teufel hat wohl
diese Hügel und Wurzeln hierhergesetzt?
Lass es Abend werden (??),
gehe nicht – du verlierst den Verstand!
Schön ist unser Gouvernement,
ruhmreich die Stadt Kostroma,
die Wälder so dicht,
und Sümpfe führen dorthin,
und reichlich Treibsand....“
„Stopp, Onkelchen, horch: sie kommen!“ (??)

(1)Повсеместно известно требование крестить рот при зевании, чтобы «нечистый» не вошел в человека, а также держать рот закрытым (не говорить и не смеяться) во время грозы, когда черт прячется от ударов грома, его преследующих, и может залететь в человека через Рот.
(2) То кочажником, то бродами.-- Кочаншик -- болотистая, с кочками, местность.
(3) Kоли три версты обходами, Прямиками будет шесть! -- Ср.: "Около четыре, а прямо -- шесть" (Пословицы русского народа.
(4)На дороге после Рыбниц и Овсянников расположено селение Тюмба. В несколько изменённом виде это название прозвучало в черновом варианте поэмы:

Эх! Пословица-то есть:
Коли три версты обходами,
Прямиками будет шесть!
Да в Тюньбе, в селе, мошейники
Сбили с толку, мужики:
“Вы подите, коробейники,
В Кострому-то напрямки...”

В окончательном варианте название Тюньба было заменено на Труба. Некрасов, надо заметить, нередко использовал вариант реального названия, и, скорее всего, Труба — разговорное название деревни Трубниково, находящейся километрах в десяти от Грешнева.
(5) Наречия в костромских и ярославских говорах в большинстве случаев сохраняют архаические формы, в настоящее время неупотребительные в литературном языке:
напрямки 'напрямик, кратчайшим путём': Вы подите, коробейники, В Кострому-то напрямки: Верных сорок с половиною По нагорной стороне, А болотной-то тропиною Двадцать восемь...
(6) "Бабы их клюкою меряли...-- Ср.: "Меряла старуха клюкой, да махнула рукой (о проселочной дороге)" (Пословицы русского народа).

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 28.02.2012 

Как мошка-то пораздулася,
Так бог знает почему ----
Hier bedeutet "как... , так.." = "als ... , dann|so... ":
Als sich der Stechmückenschwarm aufgebläht hat,
so - keine Ahnung weshalb -
solch fürchterliche Gedanken
im Kopf begonnen haben herumzuschwirren.
Bei "мошка", glaube ich, geht die Rede eher um den Sammelbegriff (мошкара).


Ob die versoffenen Gauner dazu aufrufen,
in die Kneipe zu gehen,
oder es sich Soldaten einfinden –
wird der Körbelträger unruhig|nervös:
„Geht mit Gott, Brüderchen!“ (= geht weg von mir, sprecht mich nicht an, lasst mich in Ruhe) -
und läuft sich im Trab (weg von ihnen). (der Körbelträger).

Wie von der Nadel gestochen
Läuft er weg. ----
Als ob die Fersen voll mit gestochenen Nadeln wären = so schnell, als ob er auf glühenden Kohlen laufen müsste.

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Geschrieben von  Julia am 28.02.2012 

durch den Sumpf führt der Weg
(es gibt da nur der eine direkte Weg nach Kostroma, und der ist eben durch den Sumpf, gerade deswegen braucht man länger mit dem direkten Weg, um das Ziel zu erreichen, als wenn man einen Umweg macht).


verwirrten die Betrüger - die Bauer (Die Bauer waren eben diese Betrüger, die empfohlen haben, durch den Sumpf zu laufen und damit den Erzähler verwirrt und betrügt haben).

Верных сорок с половиною = ist eher nicht "genau", sondern "gut":
Das sind gut 40,5 (Werst)

"оне" = veraltet für "они" (die Bauer gemeint):
Etwa in dem Sinne: Вот они каковы, эти мужики, - обманули нас! So sind sie halt (Betrüger)!

доведись пора вечерняя = если вдруг придётся идти по этому пути вечером (в темноте)
Wenn's mal abends sein sollte, auf diesem Weg zu gehen,...

не дойдёшь - сойдёшь с ума! = не сможешь дойти - с ума сойдёшь от такой трудной дороги
...dann schaft man es nicht, den Weg bis zum Ende zu gehen, – man wird verrückt (von so einem Weg)!

Да леса, леса дремучие,
Да болота к ней ведут,
Да пески, пески сыпучие..." ------
Hier bedeutet das Partikel "да" "aber"/"doch".
doch die Wälder sind so dicht,
und Sümpfe führen dorthin,
und reichlich Treibsand....“
(Wie auch schön unsere Stadt sein mag, muss man doch eine sehr schwere Strecke zurücklegen, um sie zu erreichen).

Stopp mal,..., es kommt jemand!
Дядя ist hier kaum ein Onkel,sondern, wie ich schon oben kommentiert habe, ist eine Anrede zu einem erwachsenen Mann (Wanja ist wohl ein Bursche, also ziemlich jung). Allerdings kenne ich kein passendes deutsches Wort dafür.

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Geschrieben von  scholli am 04.03.2012 

Hallo Julia,
hier Abschnitt 6, Teil 1 des Poems "Korobejniki". Die Kaufleute treffen mit dem Forstaufseher (Jäger) zusammen und sie kommen miteinander ins Gespräch:

Только молодец и жив бывал.
(Старинная былина)

Nur der junge Bursche (Prachtkerl) blieb am Leben.
(Alte Sage)

Не тростник высок колышется,
Не дубровушки шумят,-
Молодецкий посвист слышится,
Под ногой сучки трещат.
Показался пес в ошейничке,
Вот и добрый молодец:
"Путь-дорога, коробейнички!"
-"Путь-дороженька, стрелец!"
-"Что ты смотришь?" -"Не прохаживал
Ты, как давеча в Трубе (1)
Про дорогу я расспрашивал?"
-"Нет, почудилось тебе.
Трои сутки не был дома я,
Жить ли дома леснику?"

Kein Schilfrohr wiegt sich hoch (im Wind),
kein Eichenwald rauscht,-
zu hören ist ein verwegener Pfiff,
unter den Füßen knacken die Äste.
Ein Hund mit Halsband kam zum Vorschein,
und es sagt der gutmütige Kerl:
„Glück auf dem Weg, ihr Hausierer!“
-„Glück auf dem Weg, Jäger!“
-„Was schaust du so?“ – „Bist du es
nicht gewesen, der neulich in Truba (siehe Anmerkung 1)
herumgelaufen ist und den ich nach
dem Weg fragte?“
-„Nein, das scheint nur so. Schon drei Tage
war ich nicht zu Hause. Ein Forstaufseher
ist schließlich viel unterwegs.“ (sinngem.)

-"А кажись, лицо знакомое",-
Шепчет Ванька старику.
"Что вы шепчетесь?" - "Да каемся,
Лучше б нам горой идти.
Так ли, малый, пробираемся
В Кострому?" - "Нам по пути,
Я из Шуньи"(2). - "А далеко ли
До деревни, до твоей?"
-"Верст двенадцать. А по многу ли
Поделили барышей (Gewinn)?"
-"Коли знать всю правду хочется,
Весь товар несем назад".
Лесничок как расхохочется!
"Ты, я вижу, прокурат (3)!
Кабы весь, небось не скоро бы
Шел ты, старый воробей!"-
И лесник приподнял коробы
На плечах у торгашей.

-„Aber mir kommt sein Gesicht so bekannt vor“ ,-
flüstert Wanka dem Alten zu.
„Was flüstert ihr miteinander?“ – „Wir gestehen es ein,
besser wäre es gewesen über die Berge zu gehen.
So würden wir uns wohl leichter den Weg nach
Kostroma bahnen?“ – „Wir sind auf dem richtigen Weg,
ich bin aus Schuna“. – „Und ist es noch weit bis
zu deinem Dorf?“
-„ An die zwölf Werst. Ist der Gewinn groß, den ihr
miteinander teilt?(??)
-„Wenn du die ganze Wahrheit wissen willst, -
wir tragen all die Waren zurück“.
Der Forstaufseher lachte plötzlich los!
„Wie ich sehe, - du bist ein Schelm! Wenn der
Korb voll wäre, würdest du wohl nicht so
Schnell gehen, du alter Fuchs!“ –
Der Forstaufseher hob die Körbe an,
die die Händler auf den Schultern trugen.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  scholli am 04.03.2012 

Die Anmerkungen hatte ich vergessen:

1)Труба -- название села вымышленное.
(2) Шунья -- село около Костромы.
(3)прокурат — проказник, лукавец, плут, хитрец, хитрюга, бестия, шутник, обманщик, притворщик.

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Geschrieben von  Julia am 04.03.2012 

Только молодец и жив бывал. ----------
Bedeutet bestimmt nicht, dass er lebendig geblieben ist, sondern eher umgekehrt, obwohl ich diesen eher altrussischen Ausdruck auch nicht so gut kapiere. Aber ich habe folgendes Beispiel gefunden:
«Уж ты стой, не ушел, добрый молодец!»
Только добрый молодец и жив бывал:
Загребло Горе во могилушку,
Во могилушку, во матушку сыру землю.
Vielleicht im Sinne: только и остаётся вспоминать, что он когда-то раньше был жив, = теперь уже это в прошлом, он мёртв.
Jedenfalls bedeutet es offensichtlich den Gegenteil.

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Geschrieben von  Julia am 07.03.2012 

добрый молодец — ein wackerer Bursche (muss nicht gutmütig sein)

"Что вы шепчетесь?" - "Да каемся,
Лучше б нам горой идти. ----
Hier bedeutet каяться = раскаиваться = bereuen.
Wir bereuen es, (dass wir diesen Weg gegangen sind),
besser wäre es gewesen über die Berge zu gehen.

Так ли, малый, пробираемся
В Кострому?" ----
Gehen wir so richtig, Kleiner? (Erreichen wir Kostroma, wenn wir diesen Weg auch weitergehen)?

по пути = unsere Wege sind zusammen (= ich gehe auch in dieser Richtung, wir können zusammengehen).

"А далеко ли
До деревни, до твоей?"
„Und ist es noch weit bis
zu deinem Dorf?“ --------
Ich würde da "noch" weglassen, weil es aus dem Kontext nicht ganz klar, ob er wirklich in sein Dorf geht (dann würde "noch" passen, obwohl es im russischen Text nicht steht) oder doch aus dem Dorf (z.B. nach Kostroma auch) geht, dann passt "noch" überhaupt nicht, weil er sich ja von diesem Dorf entfernt und nicht nähert.


И лесник приподнял коробы ---
Ich glaube, gemeint werden nicht die Körbe selbst, sondern ihre Deckeln. Also, er hob eher die Deckeln auf, um zu schauen, ob es wirklich stimmt - ob die Händler all die Waren da haben, wie sie es behaupten.

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Geschrieben von  Julia am 07.03.2012 

Und пробираться heißt natürlich sich den Weg bahnen.

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Geschrieben von  scholli am 07.03.2012 

Abschnitt 6, Teil 2 des Poems "Korobejniki":

"Ой! легохоньки коробушки,
Всё повыпродали, знать?
Наклевалися воробушки (3a)
Полетели отдыхать!"
-"Что, дойдем в село до ноченьки?"
-"Надо, парень, добрести,
Сам устал я, нету моченьки (4) -
Тяжело ружье нести.
Наше дело подневольное,
День и ночь броди в лесу".
И с плеча ружье двуствольное
Снял - и держит на весу.
"Эх вы, стволики-голубчики!
Больно вы уж тяжелы".
Покосились наши купчики
На тяжелые стволы:
Сколько ниток понамотано!
В палец щели у замков.
"Неужели, парень, бьет оно?"
-"Бьет на семьдесят шагов".
Деревенский, видно, плотничек
Строит ложу- тяп да ляп!
Да и сам христов охотничек
Ростом мал и с виду слаб.
Выше пояса замочена
Одежонка лесника,
Борода густая склочена(5),
Лычко вместо пояска.
А туда же пес в ошейнике,
По прозванию Упырь.(6)
Посмеялись коробейники:
"Эх ты, горе-богатырь!.."

„Ei, ganz leicht sind die Körbchen,
offensichtlich alles verkauft?
Nachdem die Spatzen/gewitzten Kerle alles aufgepickt hatten(??)
flogen sie weg, um sich zu erholen!“ (??)
-„Was ist; gehen wir in das Dorf zum Übernachten?“
-„Ich muss langsam gehen; bin müde und habe keine Kraft
das Gewehr zu tragen.
Wir sind gezwungen, Tag und Nacht im Wald umherzustreifen“.
Er nahm das zweiläufige Gewehr von der Schulter –
Und versucht das Gleichgewicht zu halten.
„Ach, ihr geliebten Gewehrläufe!
Schmerzhaft schwer seid ihr“.
Unsere beiden Kaufleute schauten schief
Auf die schweren Gewehrläufe (auf das schwere Gewehr):
Сколько ниток (Fäden) понамотано (aufspulen)!
В палец щели у замков.(??)(7)
„Zielt es auch wirklich genau?“
-„Es trifft auf siebzig Schritte“.
Offensichtlich hatte ein Dorfzimmermann
Den Gewehrschaft sehr nachlässig gebaut.
Selbst war „Gottes Jäger“ vom Wuchse
Klein von Wuchs und körperlich schwach.
Über der Taille die Kleidung des
Forstaufsehers ganz nass.
Der Bart dicht und verfilzt,
eine Bastschnur als Gürtel.
Und dort war schon ein Hund mit Halsband,
mit Spitznamen „Upyr“.
Die Hausierer lächelten:
„Ach, was bist du doch für ein trauriger Recke.“

Час идут, другой. "Далеко ли?"
-"Близко".-"Что ты?" У реки
Курапаточки закокали.
И детина взвел курки.
"Ай, курочки! важно щелкнули,
Хоть медведя уложу!
Что вы, други, приумолкнули?
Запоем для куражу (8)!"

So vergeht die Zeit. „Ist es noch weit?“
-„Nicht weit. (Ganz nah)“. „Was ist mit dir?“
Am Fluss schlugen die Rebhühner.
Der lange Kerl spannte den Hahn (vom Gewehr).
„Ei, ihr Hühner, was klappert (??) ihr so wichtig,
werde ich doch den Bären erlegen!
Was seid ihr so stumm, ihr Freunde?
Singen wir uns Mut an!"(??)

(3a)ВОРОБЕЙ, бья, м. Маленькая птичка с серо чёрным оперением. Домовой, полевой в. Слово не (что, как) в., вылетит Ч не поймаешь (посл.). Старый или стреляный в. (перен.: опытный, бывалый человек; разг. шутл.). Толковый словарь Ожегова.
(4)МОЧЕНЬКА. (простореч. и народно-поэт.) ~ Моченьки нет (не стало) — нет сил, терпения. — Сам устал я, нету моченьки /— Тяжело ружье нести.
(5)cклочить
-чу, -чишь; сов., перех. (несов. склочивать). прост.
Спутать, свалять клочьями (волосы, шерсть).
Выше пояса замочена Одежонка лесника, Борода густая склочена
(6)Упы́рь в славянской мифологии — живой или мертвый колдун, убивающий людей и сосущий из них кровь (иногда поедающий людскую плоть). Также этим словом могут называть злого и враждебного человека. Также упырями называли «нечистых» покойников. Хоронили их подальше от селений. Считалось, что они могут вызвать голод, мор, засуху.
(7)Der ganze Satz ist mir nicht klar. „ щели“ müsste das Prädikat sein, aber wovon ist das Verb abgeleitet?
(8)Происходит от франц. courage «храбрость, мужество, смелость», далее из ст.-франц. Corage

Пока!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 07.03.2012 

Hallo Frank,

zuerst ganz kurz, wegen (7):
Ich verstehe den Satz so - "Die Ritzen bei den (Gewehr)Schlößen sind so dick wie ein Finger" (also sehr dick offensichtlich).

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Geschrieben von  Julia am 13.03.2012 

Nachdem die Spatzen/gewitzten Kerle alles aufgepickt hatten(??)
flogen sie weg, um sich zu erholen!“---
Ist schon richtig, vielleicht vergleicht der Autor hier die Korbträger mit den Spatzen, die gearbeitet haben, bis alles leer war, und jetzt fliegen sie zufrieden nach Hause. Mir ist so eine Gegenüberstellung auch nicht ganz klar, aber so steht's.

-"Что, дойдем в село до ноченьки?" ---
Und, erreichen wir das Dorf, noch vor es dunkel wird?
-"Надо, парень, добрести, ---
(Ist fraglich, aber) wir sollen es schaffen, Junge (= es ist notwending, dass wir es schaffen, sonst wird mit uns schlecht aussehen).

Сам устал я, нету моченьки (4) -
Тяжело ружье нести. ----
Ich bin selbst müde und habe keine Kraft,
weil das Gewehr schwer ist (zum Tragen).

Больно вы уж тяжелы". ---
больно heißt hier sehr, zu viel, außergewöhnlich usw., also nicht wörtlich "schmerzhaft".

а туда же ist normalerweise ein Ausdruck, der sich schwer erklären lässt... So wie:
"Ты такой слабый, а (всё) туда же - норовишь на войну идти" - Du bist so schwach, willst/versuchst aber trotzdem in den Krieg (zu) gehen, ist ja lächerlich"...
Hier aber bin ich mir nicht so ganz sicher, ob Nerkasow da über den Hund "а туда же" in diesem Sinne meinst, oder eher wirklich wörtlich, ist mir nicht ganz klar...

Ich würde den Hundspitzname eher sinngemäß übersetzen, also "Vampir" oder so, weil es da Sinn macht und soll seltsam, aber auch lustig, klingen, aber ist natürlich eine Meinungssache...

"Ай, курочки! важно щелкнули, ...-----
hier: курочки vom курки = Plural vom курок = Gewehrhähne
важно heißt hier (veraltete Bedeutung) genau dasselbe, wie in einem anderen Abschnitt war mit "знатно", also schön/ordentlich/richtig/saftig/markant und ähnlich.
Хоть медведя уложу! - Der Klang (Knall?) von den Hähnen war so gut und vielversprechend, dass er damit wohl doch den Bären wird erlegen können.

Запоем для куражу! ----
würde hier eher mit "singen" statt "ansingen" übersetzen, er meint ja nur, "wollen wir jetzt singen, damit wir mehr Mut kriegen".

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Geschrieben von  Julia am 13.03.2012 

* ... noch bevor es dunkel wird...

* weil es da Sinn macht und seltsam, aber auch lustig, klingen soll...

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Geschrieben von  scholli am 18.03.2012 

Hallo Julia,
hier Abschnitt 6, Teil 3 des Poems "Korobejniki"; wie immer mit vielen Unklarheiten. Du bist, wie so oft zuvor, meine große Hoffnung, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Коробейникам не пелося:
Уж темнели небеса,
Над болотом засинелася,
Понависнула роса.
"День-деньской и так умелешься (1)
Сам бы лучше ты запел...
Что ты?.. эй! в кого ты целишься?"
-"Так, я пробую прицел..."

Die Körbelträger sangen nicht:
Schon verdunkelte sich der Himmel (Schon wurde es dunkel),
über dem Sumpf schwebte der Tau
und alles erschien in bläulichem Licht.
„Tag für Tag drischt du (??)
Besser wäre es für Dich, dass du zu singen beginnst....
Was machst du, he! Auf wen zielst du?“
-„Nur so, ich prüfe das Visier....“


Дождик, что ли собирается,
Ходят по небу бычки (2),
Вечер пуще надвигается,
Прытче идут мужики.
Пес бежит сторонкой, нюхает,
Поминутно слышит дичь.
Чу! как ухалица ухает (3),
Чу! ребенком стонет сыч.
Поглядел старик украдкою:
Парня словно дрожь берет.
"Аль(4) спознался с лихорадкою?"
-"Да уж три недели бьет,-
Полечи!"- А сам прищурился,
Словно в Ваньку норовит.
Старый Тихоныч нахмурился.
"Что за шутки!- говорит.-
Чем шутить такие шуточки,
Лучше песни петь и впрямь.

Ein feiner Regen fiel herab,
Wolkenfetzen zogen am Himmel dahin,
der Abend rückt näher,
die Männer gehen schneller (hurtiger).
Der Hund läuft zur Seite, schnüffelt herum (riecht),
augenblicklich hört (wittert) er das Wild.
Hört! Wie der Uhu schreit!(siehe Anmerkung 3)
Hört! Wie ein Kind stöhnt der Kauz!
Verstohlen blickt der Alte:
Dem Kerl überkommt ein Zittern (überläuft es schaurig).
„Vielleicht ist er vom Fieber befallen?“
„Schon drei Wochen lang quält es mich,-
Es wird vergehen! (Mag es heilen!“ – Und (dabei) kniff er
die Augen zusammen.
So, als hätte er es auf Wanka abgesehen,
blickte der alte Tichonytsch finster drein.
„Was sind das für Scherze! – sagt er. –
Anstatt solche Späße zu machen,
sollten wir lieber ein Lied singen, in der Tat.

Погодите полминуточки -
Затяну лихую вам!
Знал я старца еле зрячего,
Он весь век с сумой ходил
И про странника бродячего
Песню длинную сложил.
Ней от старости, ней с голоду (5)
Он в канавке кончил век,
А живал богато смолоду,
Был хороший человек,
Вспоминают обыватели.
Да его попутал бог:
По ошибке заседатели
Упекли его в острог
Нужно было из Спиридова (6)
Вызвать Тита Кузьмича,
Описались - из Давыдова(6)
Взяли Титушку-ткача!
Ждет сердечный: "Завтра, нонче ли
Ворочусь на вольный свет?" (7)
Наконец и дело кончили,
А ему решенья нет.
"Эй, хозяйка! нету моченьки. (8)
Ты иди к судьям опять!
Изойдут слезами оченьки,
Как полотна буду ткать?"
Да не то у Степанидушки
Завелося на уме:
С той поры ее у Титушки
Не видали уж в тюрьме....

Wartet eine halbe Minute –
Затяну лихую вам!(????)
Ich kannte einen Alten, fast erblindet,
er ging zeitlebens mit dem Bettelsack umher
und für den umherziehenden Wanderer
verfasste er ein langes Lied.
Sowohl wegen des Alters, als auch vor Hunger, (??)
Beendete er in der Gosse sein Leben.
Von Jugend an hatte er ein erfülltes (reiches) Leben
Und war ein guter Mensch.
Es erinnern sich die Einheimischen,
dass Gott ihn betörte (verführte??):
Grundlos (wegen eines Fehlers) warfen ihn
die Geschworenen ins Gefängnis:
Man musste aus dem Dorf Spiridow
Tit Kusmitsch rufen,(es erging der
Befehl, ihn zu rufen),
man verschrieb sich – aus dem Dorf Dawydow
verhaftete man den Weber Tituschka!
Der Ärmste wartet: „Morgen, auf jedem Fall sehr bald
Werde ich doch wieder das Tageslicht sehen (werde ich frei kommen?“
Schließlich wurde der Fall abgeschlossen (sinngem.: die Akte
Geschlossen; wörtlich: die Sache beendet),
aber eine Entscheidung (ein Beschluss) wurde
ihm nicht mitgeteilt.
„He, Frau! Es ist unerträglich.
Geh noch einmal zum Gericht!
Wenn ich in Tränen zerfließe,
wie soll ich dann das Leinen weben?“
Stepaniduschka kam um den Verstand (man konnte
Es ihr nicht verständlich machen):
Seit dieser Zeit wurde sie
bei Tituschka im Gefängnis
nicht gesehen....

Anmerkungen:
(1) УМОЛОТИСЯ (ВМОЛОТИСЯ), умелеться (ukrainisch: dreschen??)
(2) Бычки - небольшие отрывочные тучки (Яросл. губ.).
(3) Ухалица:
"В русском фольклоре чудесное существо, похожее на птицу и живущее в воде. Появляется она обычно в темное время суток. Крик ухалицы по весне предвещает теплую погоду." (aber auch:))филин – пугач.
(4)аль см. Разве
(5)Ней от старости, ней с голоду: weder ...., noch... oder nicht wegen...., nicht wegen....(??); Ней: wovon ist das Wort abgeleitet?
(6)На северном склоне Теряевой горки стоит деревня Спиридово, а километров десять ещё к северу — Давыдово. Спиридово -- село Красносельской волости Костромского уезда. Давыдово -- село Шунгенской волости Костромского Уезда.
(7) на вольный воздух: an die frische Luft; на вольный свет: (synonymisch:) in Freiheit (?)
(8) моченьки нет: мочи нет не мочь, невозможно, ослабевать; выше сил, выше сил человеческих, невыносимо, невтерпеж

Пока!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 19.03.2012 

Коробейникам не пелося:
Den Körbelträgern war nicht danach/zumute zu singen.

Умолоться (davon leitet die 2.Personen-Form Futurum vollendet умелешься), glaube ich, bedeutet уработаться, устать (sich abarbeiten, sich überarbeiten, müde werden)


Сам бы лучше ты запел... ---
Ist (genauso wie "умелешься" davor) eine Art, den Satz unpersönlich aufzubauen, also wird am besten auf Deutsch mit "man" übersetzt: Besser wäre es für einen, dass man selbst zu singen beginnt...
Eigentlich spricht er dabei um sich selbst.



Дождик, что ли собирается, ---
es regnen noch nicht, scheint aber so, dass es bald regnet wird. Vielleicht so:
Kommt etwa bald ein feiner Regen?

поминутно = каждую минуту
слышать benutzt man auch für "riechen", also für Geruche, ich denke, "wittern" passt gut...

Полечи! - Heile es!





P.S. Ich finde, ehrlich gesagt, besser, wenn es nach kleineren Abschnitten gleich Übersetzung kommt: Beim Korrigieren muss ich halt sowieso Zeile für Zeile vergleichen, also in beiden Sprachen, so wird es etwas schwieriger zu machen, wenn die beiden Zeilen dann nicht mehr in die Fenstergröße reinpassen... Nur so als Wunsch...

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Geschrieben von  Julia am 19.03.2012 

Затяну лихую вам! --
Werde euch ein keckes Lied anstimmen!

И про странника бродячего ---
und über (einen?) den umherziehenden Wanderer

ней от старости, ней от голода = das verstehe ich im Sinne von: то ли от старости, то ли от голода, das Wort selbst (ней) ist mir aber unbekannt. Also, nicht weder noch, sondern entweder oder, dabei ist die Bedeutung etwas unklarer, also normalerweise wenn man "или.. или.." (entweder oder) benutzt, dann ist bekannt, dass eine der beiden Alternativen sicher richtig ist; mit dem "то ли..., то ли..." ist man doch über die beiden Alternativen nicht so sicher, nur vermutet, dass eine der beiden möglich sein kann. Das ist hier, glaube ich, auch der Fall.
"Wahrscheinlich wegen des Alters oder vor Hunger... ".


Бог попутал beudetet eigentlich das Gleiche wie чёрт попутал = der Teufel ist mit im Spiel, nur ist dann der Grund nicht der Teufel, sondern der Gott. "Verführte" passt vielleicht gut.

"Werde ich frei kommen" passt auch besser.

Да не то у Степанидушки
Завелося на уме: ====
Sie hat es sich anders überlegt/entschieden (wollte was Anderes machen, wollte also, der ihr Mann im Gefängnis bleibt, ein absichtliches Vorhaben ist damit gemeint).

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Geschrieben von  scholli am 24.03.2012 

Hallo Julia,
hier Abschnitt 6, Teil 4 des Poems "Korobejniki":

Захворала ли, покинула,-
Sie wurde krank und verließ ihn,-
Тит не ведал ничего.
Tit wusste davon nichts.
Лет двенадцать этак минулo –
Es vergingen zwölf Jahre
Призывают в суд его.
Man befahl ihn vors Gericht.

Пред зерцалом, в облачении
Молодой судья сидел.
Vor einem Spiegel, gekleidet in seiner Robe,
saß der junge Richter.
Прочитал ему решение,
Er las ihm den Beschluss vor
Расписаться повелел
Unterzeichnete ihn und befahl,
И на все четыре стороны
Отпустил (1) - ступай к жене!
Ihm die volle Freiheit zu geben – geh` zu deiner Frau!

"А за что вы, черны вороны,
Очи выклевали мне?"
„Wofür, ihr schwarzen Krähen,
hackt ihr mir die Augen aus?“
Тут и сам судья покаялся:
Selbst der Richter musste eingestehn:

"Ты прости, прости любя!
Вправду ты задаром маялся,
Позабыли про тебя!"
„Verzeih, verzeih, mein Lieber!
Tatsächlich quältest du dich im Übermaß,
ganz vergessen hat man dich!“

Тит - домой. Поля не ораны,
Tit ging nach Hause. Die Felder waren nicht gepflügt,
Дом растаскан на клочки (??),
das Haus war bis auf den letzten Fetzen geplündert,

Продала косули, бороны,
verkauft waren Pflüge und Eggen,
И одежу, и станки,
Kleidung und Werkbank,
С барином слюбилась женушка,
in einen Schmarotzer verliebte sich das Frauchen,
Убежала в Кострому.
Lief davon nach Kostroma.
Тут родимая сторонушка
Dort wurde die verliebte Partnerin
Опостылела ему.
(nach einiger Zeit) ihm überdrüssig.

Плюнул! Долго не разгадывал,
Er pfiff darauf! Lange Zeit begriff er nichts,
Без дороги в путь пошел.
Ohne Plan ging er seinen Weg.
Шел - да песню эту складывал,
Er ging – und verfasste dieses Lied,

Сам с собою речи вел.
Führte mit sich selber Reden.
И говаривал старинушка:
Und der Alte sprach:
"Вся-то песня - два словца,
„Das ganze Lied – zwei Wörtchen,
А запой ее, детинушка,
fang an zu singen, du strammer Kerl,
Не дотянешь до конца!
Du wirst das Ende nicht erleben ! (??)

Эту песенку мудреную
Dieses seltsame Lied
Тот до слова допоет,
singt aufs Wort genau bis zum Ende derjenige,
Кто всю землю, Русь крещеную,
der das ganze Land, die christliche Rus (das Russland der Christen),
Из конца в конец пройдет".
Von einem Ende zum anderen durchwandert“.

Сам ее христов угодничек
Allein der Heuchler (Schmeichler) (2) der Christen
Не допел - спит вечным сном.
Sang nicht zu Ende – er schläft den ewigen Schlaf.
Ну! Подтягивай, охотничек!
Nun! Sing mit, Jäger!
Да иди ты передом!
Und geh`du voran!

Anmerkung:
(1) Отпустить на все четыре стороны (дать полную свободу идти куда угодно; разг.)
(2) угодничество — ▲ услужливость ↑ с, лицемерие угодливость лицемерное стремление всячески угодить, чрезмерная услужливость (рабская #) кому: угождать. угодливый. угодливо. кого: ублажить, ся. ловить желания чьи. есть глазами (# начальство).

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Julia am 28.03.2012 

Hallo Frank, danke, dass du meinem Wunsch entsprochen hast - so ist es wirklich viel bequemer zu korrigieren.

Захворала ли, покинула,-
Ob sie krank wurde oder ihn verließ,-


Расписаться повелел
Befahl ihm es (unterm Beschluß) zu unterzeichnen

И на все четыре стороны
Отпустил - ступай к жене!
Und hat ihm freigelassen – geh` zu deiner Frau!

"А за что вы, черны вороны,
Очи выклевали мне?"
„Wofür, ihr schwarzen Krähen,
hacktet ihr mir die Augen aus?“


"Ты прости, прости любя!
----------
любя: wörtlich - "wobei du uns lieben sollst", sinngemäß - "verzeih (uns) nachsichtig"
„Verzeih, verzeih, mein Lieber!


Дом растаскан на клочки (??),
das Haus war bis auf den letzten Fetzen geplündert ---
richtig


Тут родимая сторонушка
Da wurde das Heimatland/die Heimatgegend
(da = an der Stelle|nach diesen Ereignissen|wegen dieser Ereignisse)
Опостылела ему.
ihm überdrüssig.

Плюнул! Долго не разгадывал,
Er pfiff darauf! Lange hat er sich nicht überlegt,


А запой ее, детинушка,
Aber wenn du, strammer Kerl, fängst es an zu singen,
Не дотянешь до конца!
Dann wirst du es bis zum Ende nicht singen können (weil es sooo lange dauert, weil das Lied soo lange ist, obwohl es nur noch zwei Wörtchen hat).


Сам ее христов угодничек -------
христов угодник ist eher ein Heiliger oder ein sehr frommer Mensch, wird hier aber offensichtlich ironisch oder sogar geringschätzig gemeint - wegen des Nachsilbe ("угодничек"). Und wer genau da gemeint werden könnte, habe ich leider keine Ahnung.

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Geschrieben von  Julia am 28.03.2012 

* Und hat ihn freigelassen

* „Verzeih, verzeih, mein Lieber!" - das soll aus den Korrekturen ganz weg, habe es übersehen und nicht gelöscht.

* wegen der Nachsilbe

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Geschrieben von  Angie am 28.03.2012 

Wer kann mir diesen Text übersetzten?

Osenjka-solotko, priwet!
Kak samo4uwstwie? Ne wispalsja ja opjatj, holodno utrom esche, Rab. ne malo i daleko. Milenjkoj hor. dnja! Zel

Danke

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Geschrieben von  Julia am 28.03.2012 

Oschen*, Schätzchen, hallo!
Wie fühlst du dich? Ich habe wieder nicht genug geschlafen, morgens ist noch kalt, Arb.nicht wenig und weit (enetfernt).Für mein liebes Schätzchen wünsche ich einen schön.Tag!Kuss






* vom Vornamen "Osja",aber wahrscheinlich Druckfehler... statt "Olja" oder so

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Geschrieben von  scholli am 30.03.2012 

Hallo Julia,
hier Abschnitt 6, Teil 5 des Poems "Korobejniki":

ПЕСНЯ УБОГОГО СТРАННИКА
DAS LIED DES ARMEN WANDERERS

Я лугами иду - ветер свищет в лугах:
Ich gehe durch das Gras – der Wind pfeift über den Wiesen:

Холодно, странничек, холодно,
Холодно, родименькой, холодно!
Kalt ist es, Wandersmann, kalt,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!

Я лесами иду - звери воют в лесах:
Ich gehe durch den Tann (im Sinn von Wald) – wilde Tiere heulen in den Wäldern,

Голодно, странничек, голодно,
Голодно, родименькой, голодно!
Hungrig bin ich, Wandersmann, hungrig,
Hunger habe ich, mein Lieber, Hunger habe ich!

Я хлебами иду - что вы тощи, хлеба?
Ich gehe durch das Getreide, weshalb seid ihr so dürftig (karg) – Getreide (ihr Ähren)?

С холоду, странничек, с холоду,
С холоду, родименькой, с холоду!
Wegen der Kälte, Wandersmann, wegen der Kälte,
weil es so kalt ist, mein Lieber, weil es so kalt ist!

Я стадами иду: что скотинка слаба?
Ich gehe über die Weiden: weshalb ist das Vieh so schwach?

С голоду, странничек, с голоду,
С голоду, родименькой, с голоду!
Wegen des Hungers, Wandersmann, wegen des Hungers,
vor Hunger, mein Lieber, vor Hunger!

Я в деревню: мужик! ты тепло ли живешь?
Ich komme ins Dorf: He, Bauer! Hast du es warm?

Холодно, странничек, холодно,
Холодно, родименькой, холодно!
Kalt ist es, Wanderer, kalt,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!

Я в другую: мужик! хорошо ли ешь, пьешь?
Ich komme in ein anderes Dorf: He, Bauer! Hast du genug zu Essen und zu Trinken?

Голодно, странничек, голодно,
Голодно, родименькой, голодно!
Hungrig bin ich, Wanderer, hungrig,
ich habe Hunger (und Durst), mein Lieber, ich habe Hunger und Durst!

Уж я в третью: мужик! что ты бабу бьешь?
Schon bald danach komme ich in ein drittes Dorf: He, Bauer! Warum schlägst
Du dein Weib?

С холоду, странничек, с холоду,
С холоду, родименькой, с холоду!
Wegen der Kälte, Wandersmann, wegen der Kälte,
weil es so kalt ist, mein Lieber, weil es so kalt ist!

Я в четверту: мужик! что в кабак ты идешь?
Da bin ich schon im vierten Dorf: He, Bauer! Weshalb gehst du (immerzu)
In die Kneipe?

С голоду, странничек, с голоду,
С голоду, родименькой, с голоду!
Wegen des Hungers, Wandersmann, wegen des Hungers,
vor lauter Hunger, mein Lieber, vor lauter Hunger!

Я опять во луга - ветер свищет в лугах:
Wieder laufe ich durch das Gras– der Wind pfeift über die Wiesen:

Холодно, странничек, холодно,
Холодно, родименькой, холодно!
Kalt ist es, Wandersmann, kalt ist es,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!

Я опять во леса - звери воют в лесах:
Wieder laufe ich durch die Wälder – die wilden Tiere heulen in den Wäldern:

Голодно, странничек, голодно,
Голодно, родименькой, голодно!
Hungrig bin ich, Wandersmann, hungrig bin ich,
Hunger habe ich, mein Lieber, Hunger habe ich!

Я опять во хлеба,-
Я опять во стада",-
и т. д.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Igor am 30.03.2012 

Hallo Frank (mein lieber Scholli :))
Alles ist perfekt gemacht!!!

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Geschrieben von  Julia am 30.03.2012 

Stimmt, da ist wirklich nichts zu meckern.

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Geschrieben von  scholli am 01.04.2012 

Hallo Julia,
hier der letzte Teil des 6. Abschnittes des Poems "Korobejniki". Da wird es nochmals ziemlich schwierig. Das Werk ist damit abgeschlossen. Ich werde das ganze Poem dann nochmals gründlich umarbeiten und deine Korrekturen dabei mit einbeziehen.
Schon jetzt möchte ich mich recht herzlich bei Dir für Deine treue Hilfe bei diesem doch recht langwierigen, aber dennoch sehr interessanten, Projekt bedanken! Ohne Deine Unterstützung wäre wohl die Arbeit zum Scheitern verurteilt gewesen. Nochmals, Danke!
Und nun der letzte "Akt":

Пел старик, а сам поглядывал:
Der Alte sang sein Lied, und er sah:

Поминутно лесничок
То к плечу ружье прикладывал,
Immer wiederlegte der Forstaufseher das Gewehr (auf ihn) an,

То потрогивал курок.
Und fummelte am Abzugshahn.

На беду, ни с кем не встретишься!
Zum Unglück, niemanden triffst du hier!

"Полно петь... Эй, молодец!
„Fertig gesungen.....Hei, du Prachtkerl!

Что отстал?.. В кого ты метишься?
Warum bleibt er zurück?.. Auf wen zielst du?

Что ты делаешь, подлец!"
Was machst du da, du Schuft!“

-"Трусы, трусы вы великие!"-
-„Ihr Feiglinge, was seid ihr nur für große Hasenfüße!“-

И лесник захохотал
(А глаза такие дикие!).
Der Forstaufseher lachte
(aber seine Augen blickten wild und irr!)

"Стыдно!- Тихоныч сказал.-
„Es ist eine Schande! – sagte Tichonytsch.

Как не грех тебе захожего
Человека так пугать?
Es ist eine Sünde, einen Reisenden (wörtl: zugereist)
Derart zu erschrecken!

А еще хотел я дешево
Миткалю тебе продать!"
(Andererseits) – ich könnte dir
diesen Mitkal (Kattun) zu einem guten Preis verkaufen!“

Молодец не унимается,
Der Kerl hörte nicht auf,
Штуки делает ружьем,
seine Streiche mit dem Gewehr zu treiben.
Воем, лаем отзывается
Хохот глупого кругом.
Heulend, bellend kommt die Erwiderung,
das laute Lachen eines dummen Menschen.

"Эй, уймись! Чего дурачишься ? -
„He, beruhige dich! Was sollen diese Dummheiten? –
Молвил Ванька.- Я молчу,
sagte Wanka. – Ich schweige,

А заеду (1), так наплачешься (2),
Разом скулы сворочу!
Aber ich komme heran, und du weinst dich aus, (??)
In diesem Augenblick verrenke ich die Backenknochen (Jochbein)! (??)

Коли ты уж с нами встретился,
Должен честью проводить".
Wenn du mit uns zusammen bist,
solltest du dich ehrenvoll verhalten“.

А лесник опять наметился.
"Не шути!" - "Чаво (3) шутить!"-(????)
Der Forstwart zielte erneut (auf die Hausierer).
„Damit macht man keine Scherze!“ – „Lass diese dummen Späße!“ –

Коробейники отпрянули,
Die Körbelträger wichen zurück,

Бог помилуй - смерть пришла!
Gott erbarme dich unser! – der Tod ist gekommen!

Почитай что разом грянули (erschallen)
Два ружейные ствола (4).
Plötzlich erschallen
Zwei Gewehrschüsse.

Без словечка Ванька валится,
С криком падает старик...
Ohne ein Wort zu sagen, fiel Wanka,
mit einem Schrei (auf den Lippen) fällt der Alte....

В кабаке бурлит, бахвалится
In der Kneipe ging es hoch her,
Тем же вечером лесник:
An jenem Abend prahlte der Forstaufseher:

"Пейте, пейте, православные!
Я, ребятушки, богат;
„Trinkt, trinkt nur, ihr Rechtgläubigen!
Kinder, ich bin reich;

Два бекаса ныне славные
Мне попали под заряд!
Zwei prächtige Schnepfen kamen mir
Heute vor das Gewehr!

Много серебра и золотца,
Много всякого добра
Бог послал!" Глядят, у молодца
Точно - куча серебра.
Viel des Silbers und des Goldes,
alle möglichen Kostbarkeiten
schenkte mir der liebe Gott!“ (Die Gäste) mustern den Kerl genau –
und tatsächlich – eine Menge Silber (kommt zum Vorschein).

Подзадорили детинушку -
Он почти всю правду бух(5)!
(Erst recht) stachelte man den langen Kerl an –
fast hätte der die ganze Wahrheit gesagt!

На беду его - скотинушку
Тем болотом гнал (treiben) пастух:
Zu seinem Unglück hütete
Ein Viehtreiber (zur fraglichen Zeit) am Sumpf das Vieh:

Слышал выстрелы ружейные,
Слышал крики... "Стой! винись!.."
Dieser hörte die Schüsse aus dem Gewehr,
dieser hörte die Schreie....“ Halt ein! Du machst dich schuldig!..“

И мирские и питейные(6)
Тотчас власти собрались.
Ohne zu zögern zog das Volk wie auch die Kneipengänger
Mit dem Kasus vor die Obrigkeit.

Молодцу скрутили рученьки.
Man fesselte dem Burschen die Arme.

"Ты вяжи меня, вяжи,
Да не тронь мои онученьки!“
„Fessele mich nur, fessele mich,
aber lass meine Fußlappen in Ruhe!“

-"Их-то нам и покажи!"
-„Nun aber geschwind, und zeig sie uns!“

Поглядели: под онучами
Денег с тысячу рублей –
Sie schauten nach und was erblickten sie ?
Da waren tausend Rubel dort versteckt –

Серебро, бумажки кучами.
Silber und eine Menge Geldscheine.

Утром позвали судей,
Судьи тотчас всё доведали
(Только денег не нашли!),
Am Morgen berief man das Gericht,
die Richter begannen sofort mit dem Verhör
(Allein, das Geld fand man nicht!),

Погребенью мертвых предали,
Лесника в острог свезли...
Das Begräbnis der Toten überließ man dem Gericht,
den Forstwart aber, warf man ins Gefängnis....

Anmerkungen:

(1) заеду: заехать : hingeraten; (aber auch volkssprachlich) ins Gesicht schlagen
(2) наплакаться: sich ausweinen; (aber auch) viel Kummer haben
(3) Чаво: Wort ist mir unbekannt; vielleicht im Sinne von чего ?
(4) ружейные ствола: im eigentlichen Sinne „Gewehrläufe“
(5) бух: (wörtlich): plumps! Bums!, fiel hin und stürzte
(6) мирские и питейные: weltliche (aber auch) Gemeinde- und Trinker (??)

Пока!
Frank

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Geschrieben von  Inge HummeI am 01.04.2012 

Юля и Франк,

"Песня убокого странника" очепь грустный а поем "Коробейники" очень интересно!Я жду подалжению!

Всего хорошего,
Инге Хуммель

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Geschrieben von  Julia am 01.04.2012 

Пел старик, а сам поглядывал:
"Der Alte sang sein Lied, und er sah (dabei)"
oder so: "während der Alte sein Lied sang, guckte er (hin und her)"
Also wichtig finde ich hier, die Gleichzeitigkeit wiederzugeben.

Поминутно лесничок
То к плечу ружье прикладывал,
Immer wiederlegte der Forstaufseher das Gewehr (auf ihn) an,

То потрогивал курок.
oder fummelte am Abzugshahn.

На беду, ни с кем не встретишься!
Zum Unglück, niemanden trifft man hier!

"Полно петь... Эй, молодец!
„Genug gesungen/es reicht schon, hör auf zu singen".....Hei, du Prachtkerl!

Что отстал?.. В кого ты метишься?
Warum bleibst du zurück?.. Auf wen zielst du?



И лесник захохотал
(А глаза такие дикие!).
Der Forstaufseher lachte
(und seine Augen blickten (dabei) wild und irr!)----
Das "a" verleiht hier wieder eine Nuance der Gleichzeitigkeit.


Как не грех тебе...
Wie wagst du es nur,.../ wie kannst du dich nur nicht schämen,...
(wörtlich: Wie kannst du es nicht als Sünde nehmen/empfinden,...)

А еще хотел я дешево
Миткалю тебе продать!"
Dabei hätte ich dir
diesen Mitkal (Kattun) zu einem guten Preis verkaufen wollen!“
Es ist eine Redewendung, die ein Reue-, Ärger- oder "Schade"-Emotionen äußert: "а ещё", ist wohl nicht zu übersetzen (oder vielleicht mit "dabei"?), wird da benutzt, wenn irgendwas oder irgendjemand davor besser (als was Besseres) wahrgenommen wurde, als es/man sich danach entpuppt hat.
Zum Beispiel:
"Ты уже третью двойку за неделю из школы домой приносишь - а ещё отличник, называется!"
("Du hast diese Woche schon die dritte "fünf" in der Schule gekriegt - dabei hat man dich für einen ausgezeichneten Schüler gehalten!")



Молодец не унимается,
Der Kerl hörte nicht auf,
Штуки делает ружьем,
seine Streiche mit dem Gewehr zu treiben.
Воем, лаем отзывается
Хохот глупого кругом.
Heulend, bellend kommt die Erwiderung,
das laute Lachen des dummen Menschen.
(Ich glaube, der immernoch selbe Kerl wird da gemeint).



А заеду (1), так наплачешься (2),
Разом скулы сворочу!
Wenn ich dir eins geben werde, wirst du genug weinen,
auf einmal werde ich dir dein Jochbein verrenken!

Коли ты уж с нами встретился,
Должен честью проводить".
Wenn du uns schon begegnet bist,
solltest du dich von uns auch ehrenvoll verabschieden“.

чаво = чего (umg., ländlich)



Почитай что разом грянули (erschallen)
Два ружейные ствола --------
"Почитай(,) что..." = "fast wie.../sprich,..."
Es erklang sich (fast) als ob
zwei Gewehrschüsse zusammen (auf einmal) erschallten.


"Пейте, пейте, православные!
Я, ребятушки, богат;
„Trinkt, trinkt nur, ihr Rechtgläubigen!
Jungs, ich bin reich;---
(da sind also keine Kinder gemeint)


Подзадорили детинушку -
Он почти всю правду бух(5)!
(Erst recht) stachelte man den langen Kerl an –
fast hätte der die ganze Wahrheit gesagt!---
Ich verstehe es etwas anders:
So hat er fast die ganze Wahrheit ausgeplaudert!
Also dass er schon vieles wirkich erzählt hat, nur nicht das Ganze.


Слышал выстрелы ружейные,
Слышал крики... "Стой! винись!.."
Dieser hörte die Schüsse aus dem Gewehr,
dieser hörte die Schreie....“ Halt ein! Bekenne dich schuldig!..“


"Ты вяжи меня, вяжи,
Да не тронь мои онученьки!“
„Fessele mich, fessele mich,
aber lass meine Fußlappen in Ruhe!“


Поглядели: под онучами
Денег с тысячу рублей –
Sie schauten nach und was erblickten sie ?
Da waren rund tausend Rubel dort versteckt –



Утром позвали судей,
Судьи тотчас всё доведали
(Только денег не нашли!),
Am Morgen berief man das Gericht,
die Richter haben sofort alles herausgebracht
(Allein, das Geld fand man nicht!),

Погребенью мертвых предали,
Лесника в острог свезли...
Die Toten waren begrabt,
den Forstwart aber warf man ins Gefängnis....

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Geschrieben von  Julia am 01.04.2012 

Hallo Inge, ein paar orthographische Korrekturen.

"Песня убогого странника" очень грустная, а поэма "Коробейники" очень интересная! Я жду продолжения!


http://www.youtube.com/watch?v=XtSFufEwSPY

Liebe Grüße an Frank, Inge und natürlich также alle anderen! :)

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Geschrieben von  scholli am 03.06.2012 

Hallo, liebes Forum,
nach längerer Pause habe ich mir die "Korobejniki" wieder vorgenommen und bin in der "Feinbearbeitung" der deutschen Übersetzung eigentlich schon gut vorangekommen, was vor allem Julias Unterstützung bei diesem Projekt zu verdanken ist.
Unklarheiten gibt es (trotz Julias Hilfe) noch bei untenstehender Passage aus dem zweiten Teil.
Wer bietet eine schlüssige deutsche Übersetzung, die mich in die Lage versetzt, den Textteil in wohlklingende, deutsche Poesie zu verwandeln.

"Пропади моя душа!
Чтоб тотчас же очи лопнули,
Чтобы с места мне не встать,
Провались я!.."Глядь - и хлопнули
По рукам!(1) Ну, исполать!(2)
Не торговец(3) - удивление!
Как божиться-то не лень..(4)

Hier mein unvollkommener Versuch:
„Meine Seele ist verloren!
Dass sogleich die Augen brechen,
dass auf dem Platz ich mich nicht halten kann
ich gebe auf/ich falle. Siehe da -
und der Handel war besiegelt. Nun, Ruhm und Ehre!(Oder aber: "Ergebensten Dank!"
"Kein Handel!" - Verwunderung
Werden sie denn des Schwörens nicht müde?

Erläuterungen:
(1)ХЛОПАТЬ ПО РУКАМ. ХЛОПНУТЬ ПО РУКАМ. Прост. Заключать соглашение, сделку (ударяя ладонями рук друг друга в знак полной договорённости).
(2)ИСПОЛА́ТЬ, частица (стар.). Хвала, слава (в восклицательном обращении). (Oder aber:) Исполать тебе - благодарственное, с оттенком благоговейности русское выражение. Сочетает в себе покорность, трепет и умиление.
(3)Не торговец:der Händler; hier steht aber doch eine Verneinung; müsste es dann nicht Не торговцa heißen?
(4)Как божиться-то не лень. Werden sie denn des Schwörens nicht müde? (Übersetzung dieser Redewendung gefunden in W.I. Lenin: "Revolutionäres Abenteurertum")

Hier Julias Erklärung von damals:
Пропади моя душа! - nur ein Ausdruck der Verwunderung, so wie z.B. "Du meine Güte!", "Das gibt's doch nicht" usw. In einer vollen Variante würde es z.B. so aussehen: "Пропади моя душа, лопни мои очи, не встать мне с места, провались я (und so ähnlich weiter), если я уже где-то не видел этого человека раньше!", ist also eine Art Verschwörung (etwas buchstäblicher genommen schwört man, dass man nicht lügt, ansonsten mag er verloren gehen, hier aber nicht so wörtlich, nur als Ausdrücke ähnlicher Art, er wundert sich nur - ich habe allerdings nicht so gut verstehen können, worüber genau).

P.S. Wiederholung meiner Suchanfrage von damals:
Wer hat einen Link, wo man eine deutsche Übersetzung der "Korobejniki" finden kann?

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Igor am 04.06.2012 

Приветствую тебя, Франк!
Ich kann Dich mit einer schlüssigen deutschen Übersetzung leider nicht zufrieden machen, sondern einfach etwas Licht in die Sache versuchen zu bringen.
Die Szene aus meiner Sicht:
Der Hausierer preist seine Ware an und schwört damit, dass er nur die reinste Wahrheit sagt.
"Der Blitz soll mich beim Scheißen treffen, wenn ich lüge!" - nur das kenne ich aus Deutschem.
Пропади моя душа! - Verdammt sei meine Seele (wenn ich lüge)

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Geschrieben von  Igor am 04.06.2012 

Sollen meine Augen gleich zerplatzen, (wenn ich lüge) - Чтоб тотчас же очи лопнули
u.s.w. Das alles sind nur noch die auf sich selbst gerichteten Verwünschungen, wenn man damit schwören will, dass man nicht lügt.
Хлопнули (ударили) по рукам - Sie haben (endlich mal - глядь) eingeschlagt (abgemacht!)
Исполать - nun versteht das kein RuMu (etwas aus dem Griechischen), hoffentlich hast Du recht da mit der Übersetzung.

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Geschrieben von  Igor am 04.06.2012 

Не торговец - удивление! - Nein, der ist kein Händler, sondern einfach ein Wunder. Damit äußert der Autor seine Verwunderung, wie kann man für seine Wahre noch besser werben, als der es schon gemacht hatte.
Как божиться-то не лень? (клясться - божиться). Die Lenin's Werke gelten immer noch
Beim Bedarf - nachfragen
Tschüss
Igor

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Geschrieben von  Marco am 05.06.2012 

"Чтобы с места мне не встать,
Провались я!"

"Möge ich doch an Ort und Stelle in den Boden versinken!" oder "Möge sich der Boden/die Erde auftun und mich verschlingen!" ginge vielleicht auch noch. In Anlehung an das Rumpelstielzchen, das ja auch sehr gerne verwünschte.

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Geschrieben von  Marco am 05.06.2012 

"Как божиться-то не лень"

In diesem Zusammenhang vielleicht
"Ist sich dem Schwören nie zu schade"

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

Hallo, liebes Forum,
es ist schon einige Zeit her, als ich gemeinsam mit Julia versucht habe, die Коробейники („Die Hausierer/Die Körbelträger“) von Nekrassow ins Deutsche zu übersetzen. Heute möchte ich den „Feinschliff“ der Übersetzung vorstellen. Es ist der Schlusspunkt einer langen, schwierigen Arbeit, die mir oft meine sprachlichen Grenzen aufzeigte. Ausdrücklich möchte ich mich nochmals bei Julia bedanken, ohne deren aktive Mitarbeit das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Ich habe mich bemüht, Julias Hinweise und Korrekturen in die deutsche Übersetzung einfließen zu lassen. Nikolai Alexejewitsch bitte ich um Vergebung, wenn ich sein Poem verfälscht widergegeben haben sollte. Das war nicht meine Absicht. Das werte Forum bitte ich um Nachsicht, aber der Gegenstand der Untersuchung und Analyse war nicht gerade einfach; ich denke, Julia wird dies bestätigen können. Wie immer bin ich dankbar für Meinungen, Anregungen und Verbesserungen.
Poka!
Frank.




Коробейники


Другу-приятелю
Гавриле Яковлевичу
(крестьянину деревни Шоды,
Костромской губернии)
Как с тобою я похаживал
По болотинам вдвоем,
Ты меня почасту спрашивал:
Что строчишь карандашом?
Почитай-ка! Не прославиться,
Угодить тебе хочу.
Буду рад, коли понравится,
Не понравится — смолчу.
Не побрезгуй на подарочке!
А увидимся опять,
Выпьем мы по доброй чарочке
И отправимся стрелять.
23-го августа 1861
Грешнево

A.3 I

«Ой, полна, полна коробушка,
Есть и ситцы и парча.
Пожалей, моя зазнобушка,
Молодецкого плеча!
Выди, выди в рожь высокую!
Там до ночки погожу,
А завижу черноокую —
Все товары разложу.
Цены сам платил немалые
Не торгуйся, не скупись:
Подставляй-ка губы алые,
Ближе к милому садись!»
Вот и пала ночь туманная,
Ждет удалый молодец.
Чу, идет! — пришла желанная,
Продает товар купец.
Катя бережно торгуется,
Всё боится передать.
Парень с девицей цалуется,
Просит цену набавлять.
Знает только ночь глубокая,
Как поладили они.
Распрямись ты, рожь высокая,
Тайну свято сохрани!
«Ой! легка, легка коробушка,
Плеч не режет ремешок!
А всего взяла зазнобушка
Бирюзовый перстенек.
Дал ей ситцу штуку целую,
Ленту алую для кос,
Поясок — рубаху белую
Подпоясать в сенокос —
Всё поклала ненаглядная
В короб, кроме перстенька:
„Не хочу ходить нарядная
Без сердечного дружка!“
То-то дуры вы, молодочки!
Не сама ли принесла
Полуштофик сладкой водочки?
А подарков не взяла!
Так постой же! Нерушимое
Обещаньице даю:
У отца дитя любимое!
Ты попомни речь мою:
Опорожнится коробушка,
На Покров домой приду
И тебя, душа-зазнобушка,
В божью церковь поведу!»
Вплоть до вечера дождливого
Молодец бежит бегом
И товарища ворчливого
Нагоняет под селом.
Старый Тихоныч ругается:
«Я уж думал, ты пропал!»
Ванька только ухмыляется —
Я-де ситцы продавал!

Die Körbelträger (Die Hausierer; Die Wanderkaufleute)

(Gewidmet dem Freund und Kameraden
Gawril Jakowlewitsch,
Bauer aus dem Dorf Schoda,
Gouvernement Kostroma)



Wenn wir dann und wann gemeinsam durch die Sümpfe gingen,
fragtest du: „Was schreibst du da? Was willst du auf`s Papier da bringen?“
„So lies es doch! Berühmt wird es mich nicht machen. Doch freu ich mich,
wenn es dir gefällt. Wenn nicht, dann behalte ich es für dich.
Verschmäh es nicht, es ist ein Geschenk und dein,
und sehn wir uns wieder, gehen wir auf die Jagd und trinken gemeinsam Wein.“

Kumatsch möchte ich nicht,
Kitaika brauche ich nicht.



(Kumatsch: aus dem Arabischen, Baumwollstoff roter oder hochroter Farbe; fand Verwendung für Kleiderröcke der Bäuerinnen und für Hemden der Bauern.
Kitaika: anfänglich ein Seidenstoff, später dann aus Baumwolle; in China produziert und massenhaft, weil billig, im 18. und 19. Jh. nach Russland exportiert.


„Oh, wie voll, bis an den Rand, ist mein Korb und akkurat
darin verborgen sind Kattun und auch Brokat.
Hab doch Mitleid, meine Liebe, wenn ich klage,
eine schwere Last ich auf meinen jungen Schultern trage!
Lauf, lauf nur ins hohe Roggenfeld, geschwind,
dort warte ich bis zur Nacht, mein Kind!
Wenn ich dann seh dein schwarzes Augenpaar,
Breite ich die Waren aus, wie auf dem Basar.
Die Preise, die ich zahlte, waren nicht gerade niedrig,
drum feilsch nicht lange mit mir, sei bitte großzügig:
Deine roten Lippen biete mir an,
zu mir, deinen lieben Schatz, setz dich nah heran!“
So fiel herab die neblige Nacht,
es wartet der verwegene Kerl, hält Wacht.
Ah, sie kommt! - Die Geliebte erscheint, derweil –
Bietet der Kaufmann seine Waren feil.
Katja feilscht mit großer Vorsicht
Zuviel ausgeben will sie nicht.
Der Junge bedeckt das Mädchen mit Küssen, heiß,
und bittet die Maid, zu erhöhen den Preis.
Einzig die dunkle Nacht vernahm,
wie der Handel zustande kam.
Du hoher Roggen, richt dich auf und wachse grad
Und heilig bewahre das Legat!
„Ei, wie leicht ist der Korb, fast ohne Gewicht,
nun schmerzen die Riemen auf der Schulter nicht!
Von all dem Schmuck, mein Liebling
Nahm allein den türkisblauen Ring.
Gab ihr Kattun, ein großes Stück Gewand,
und für den Zopf ein purpurrotes Band.
Ein Gürtel zum weißen Hemd ward gefunden
Und von der Maid bei der Mahd umgebunden.
Alles packte die Herzallerliebste mit viel Elan
In den Korb, - außer den Ring, sehr angetan
Davon die Jungfer war: „Ungeschmückt möchte ich nicht gehen,
diesen Herzensfreund stets bei mir sehen!“
Ach, wie die Gänse und dumm können junge Weiber sein,
War es nicht sie, die servierte den Pokal voll Wein?
Gegen Geschenke hast du dich gewehrt.
Nun haltet ein! Das ist sehr ehrenwert
Hiermit gebe ich das unerschütterliche Versprechen:Für mich ist klar,
„Ist der Korb erst leer, komm ich zu Erntedank nach Hause,
und Dich, meine sehnsuchtsvoll Geliebte, führe ich zum Altar!“
Bis zum Abend, regennass,
läuft der Jüngling ohne Unterlass,
und erst im Dorf durch Zufall nur,
kommt er dem mürrischen Kameraden auf die Spur.
Es schimpft der alte Tychonytsch, ganz unumwunden:
„Ich glaubte schon, du wärst auf immer verschwunden!“
Wanka grinst ganz spöttisch und spricht:
„Allen Kattun hab ich verkauft, freut es dich nicht?!“






A.4 II

«Эй, Федорушки! Варварушки!
Отпирайте сундуки!
Выходите к нам, сударушки,
Выносите пятаки!»
Жены мужние — молодушки
К коробейникам идут,
Красны девушки-лебедушки
Новины свои несут.
И старушки вожеватые,
Глядь, туда же приплелись.
«Ситцы есть у нас богатые,
Есть миткаль, кумач и плис.
Есть у нас мыла пахучие —
По две гривны за кусок,
Есть румяна нелинючие —
Молодись за пятачок!
Видишь, камни самоцветные
В перстеньке как жар горят.
Есть и любчики 1 заветные —
Хоть кого приворожат!»
Началися толки рьяные,
Посреди села базар,
Бабы ходят словно пьяные,
Друг у дружки рвут товар.
Старый Тихоныч так божится
Из-за каждого гроша,
Что Ванюха только ежится:
«Пропади моя душа!
Чтоб тотчас же очи лопнули,
Чтобы с места мне не встать,
Провались я!..» Глядь — и хлопнули
По рукам! Ну, исполать!
Не торговец — удивление!
Как божиться-то не лень...
Долго, долго всё селение
Волновалось в этот день.
Где гроши какие медные
Были спрятаны в мотках,
Все достали бабы бедные,
Ходят в новеньких платках.
Две снохи за ленту пеструю
Расцарапалися в кровь.
На Феклушку, бабу вострую,
Раскудахталась свекровь.
А потом и коробейников
Поругала баба всласть:
«Принесло же вас, мошейников!
Вот уж подлинно напасть!
Вишь вы жадны, как кутейники,
Из села бы вас колом!..»
Посмеялись коробейники
И пошли своим путем.



„He, ihr Fedoruschkas, he ihr Warwaruschkas!
Kommt nah heran zu uns, ganz dicht,
Sperrt auf die Koffer,
und vergesst die Kopeken nicht!“
Die verheirateten Bauersfrauen,
zu den Körbelträgern gehen sie und lachen,
Schön, wie Schwäne, sind sie anzuschauen,
tragen nur die neuesten Sachen.
Und die netten Alten, schaut nur, dort,
schleppen sich auch dahin, zu diesem Ort.
„Kattun und Mitkal, reich bestickt gibt`s hier,
Kumatsch und Plissee, eine stolze Zier.
Wohlriechende Seife, zwei Griwna das Stück, ist eine Pracht,
Schminke für wenige Kopeken, die nicht verwischt und jünger macht!
Schaut her, diese Edelsteine, welche Wonne,
am Finger blitzen sie wie die Sonne.
Geheiligte Talismänner, die euch betören,
verzaubern manchen, sie können euch gehören.
Es erhob sich ein wildes Geschrei
In des Marktes Mitte,
Weibsbilder, berauscht, eilen herbei,
um die Waren beginnt eine Streiterei,
sie vergessen Anstand und Sitte.
Der alte Tichonytsch, recht verbittert,
barmt um jeden Groschen, bloß dass keiner fehle,
so dass Wanja am ganzen Leib erzittert:
„Für immer verloren ist meine Seele!
An diesem Tage, viele Stunden,
große Aufregung war in des Dorfes Rund,
wo man die Kupfergroschen unumwunden
pflegt einzunähen in Rock und Hosenbund.
Die armen Weiber haben alles Geld gerafft,
nur um es jetzt eilig ans Licht zu holen,
und sich dafür Kleid und Tuch verschafft.
An diesem Tage, viele Stunden,
große Aufregung war in des Dorfes Rund,
wo man die Kupfergroschen unumwunden
pflegt einzunähen in Rock und Hosenbund.
Die armen Weiber haben alles Geld gerafft,
nur um es jetzt eilig ans Licht zu holen,
und sich dafür Kleid und Tuch verschafft,
um sich zu zeigen im neuen Wams, ganz unverhohlen.
Zwei Schwiegertöchter bis auf`s Blut,
wegen eines bunten Bandes zerkratzen sich in ihrer Wut.
Auf Fekluschka, ein Frauenzimmer, gewandt ganz ungemein,
gackert in einem fort die Schwiegermutter ein.
Und danach auf die Hausierer nach Herzenslust,
entlädt das Weib ihren ganzen Frust:
„Hat es euch was eingebracht, ihr Schlawiner!
Ihr seid gierig wie die Kirchendiener!
Es ist doch eine echte Plage, welch ein Graus,
mit dem Knüppel würden wir euch gerne prügeln aus dem Dorf hinaus.
Die Körbelträger leise vor sich hin lachten,
bevor sie sich auf ihren Weg machten.

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

A.5 III

За селом остановилися,
Поделили барыши
И на церковь покрестилися,
Повздыхали от души.
«Славно, дядя, ты торгуешься!
Что невесел? ох да ох!»
— В день теперя не отплюешься,
Как еще прощает бог:
Осквернил уста я ложию —
Не обманешь — не продашь! —
И опять на церковь божию
Долго крестится торгаш. —
Кабы в строку приходилися
Все-то речи продавца,
Все давно бы провалилися
До единого купца —
Сквозь сырую землю-матушку
Провалились бы... эх-эх! —
«Понагрел ты Калистратушку».
— Ну, его нагреть не грех,
Сам снимает крест с убогого. —
«Рыжий, клином борода».
— Нашим делом нынче многого
Не добыть — не те года!
Подошла война проклятая,
Да и больно уж лиха,
Где бы свадебка богатая —
Цоп в солдаты жениха!
Царь дурит — народу горюшко!
Точит русскую казну,
Красит кровью Черно морюшко,
Корабли валит ко дну.
Перевод свинцу да олову,
Да удалым молодцам.
Весь народ повесил голову,
Стон стоит по деревням.
Ой! бабье неугомонное,
Полно взапуски реветь!
Причитанье похоронное
Над живым-то рано петь!
Не уймешь их! Как отпетого
Парня в город отвезут.
Бабы сохнут с горя с этого,
Мужики в кабак идут.
Ты попомни цаловальника,
Что сказал — подлец седой!
«Выше нет меня начальника,
Весь народ — работник мой!
Лето, осень убиваются,
А спроси-ка, на кого
Православные стараются?
Им не нужно ничего!
Все бессребренники, сватушка.
Сам не сею и не жну,
Что родит земля им, матушка,
Всё несут в мою казну!»
Пропилися, подоконники,
Где уж баб им наряжать!
В город едут, балахонники,
Ходят лапти занимать!
Ой! ты, зелие кабашное,
Да китайские чаи,
Да курение табашное!
Бродим сами не свои.
С этим пьянством да курением
Сломишь голову как раз.
Перед светопреставлением
Знать война-то началась.
Грянут, грянут гласы трубные!
Станут мертвые вставать!
За дела-то душегубные
Как придется отвечать?
Вот и мы гневим всевышнего... —
«Полно, дядя! Страшно мне!
Уж не взять рублишка лишнего
На чужой-то стороне?..»


Trink aus das Glas bis zum Grund,
wenn der gute Geist Dich leitet,
nur einen Schluck vergönne Deinem Mund,
wenn der böse Dämon auf Dir reitet.
(Alte Sage)

Weit hinterm Dorf hielten die Hausierer inne,
und teilten einvernehmlich die Gewinne
an der Kirche schlugen sie das Kreuz, voll Demut,
„Großartig gefeilscht, Gevatter, die Geschäfte liefen gut!
Warum bist du nicht lustig, so sag!“
„Spuck nicht rum an solchem Tag,
wie soll Gott mir sonst vergeben,
wenn Lügen meine Lippen verkleben.
Kein Gewinn, wo kein Betrug!“
Der Hausierer das Kreuz aufs Neue schlug.
„Wehe dem Kaufmann, der jedes Wort
des Verkäufers auf die Goldwaage legt,
er wäre untergegangen, man hätte ihn sofort
ohne Federlesen von der Erde gefegt!“
„Kalistrat hast du betrogen,
nun, das war durchaus recht bedacht,
hat er doch selbst arme Teufel angelogen,
hereingelegt und ums Geld gebracht.“
Unser Tagewerk bringt heutzutage nicht viel ein,
brachte doch der verfluchte Krieg nur Schmerz und Pein,
Anstatt zur ausgelassenen Hochzeit einzuladen,
presst man den Bräutigam zu den Soldaten
Der Zar spielt verrückt, das Volk wird gequält bis aufs Blut,
geplündert wird des Staates Eigentum und Gut.
Von Blut rot gefärbt ist das Schwarze Meer,
Schiffe sinken auf den Grund, keine Chance auf Wiederkehr,
verschwendet werden Blei und Zinn
Junge Burschen werden im Krieg getötet ohne Sinn,
ein ganzes Volk steckt den Kopf in den Sand,
ein Stöhnen geht durchs weite Land.
Oh, du ungestümes Volk der Weiber,
zum Steinerweichen weint es überall,
Totengesänge über noch lebende Leiber ,
sie können sich nicht beruhigen, traurig klingt des Liedes Schall.
Schaut nur, man trägt einen toten Burschen in die Stadt hinein,
die Männer gehen in die Kneipe, saufen Schnaps und Wein.
aus diesem Grunde siechen die Weiber dahin, bleiben allein.
Erinnerst du dich an den Kneipenwirt,
an das, was er sagte, der grauhaarige Bandit:
„Ich bin derjenige, der hier das Zepter führt,
das ganze Volk folgt mir auf Schritt und Tritt.
Der Bauer ist mein Knecht, arbeitet nur für mich,
im Sommer und Herbst rackert er sich ab, fürchterlich.
Aber frag mal diesee Rechtgläubigen, wonach sie streben,
sie brauchen rein gar nichts in ihrem jämmerlichen Leben!
Uneigennützig sind diese Menschen, Gevatter, das muss man sagen,
alles, was ihnen Mütterchen Erde spendet, sie in meine Kneipe tragen.
Ich selber, das könnt ihr wissen, säe nicht und ernte nicht,
mein Geldsäckel aber, besitzt erstaunliches Gewicht!
„Sauft, ihr Habenichtse, sauft,
wenn ihr euren Weibern schon den teuren Fummel kauft.
In die Stadt kommen die armen Bäuerlein,
um sich billige Latschen auszuleihn.
Oh du magischer Zaubertrank, ein Wässerchen so rein,
du chinesischer Tee, des Tabakqualmes Duft,
wie berauscht schleppen sie sich dahin im Verein,
Sauferei und Nikotin nimmt dir noch mal die Luft.
Wegen Krieg und Sauferei ist der Welten Ende naht,
Wie können wir dafür gerade stehen, verantworten unsere Tat?
Es erschallen die Trompeten, die Toten werden auferstehen.
Und so erzürnen wir den Allmächtigen durch unsere Vergehen.
Es ist eine Sünde, fremden Seelen,
die Rubel aus der Tasche zu stehlen.

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

A.6 IV

«Эй вы, купчики-голубчики,
К нам ступайте ночевать!»
Ночевали наши купчики,
Утром тронулись опять.
Полегоньку подвигаются,
Накопляют барыши,
Чем попало развлекаются
По дороге торгаши.
По реке идут — с бурлаками
Разговоры заведут:
«Кто вас спутал?» 1 — и собаками
Их бурлаки назовут.
Поделом вам, пересмешники,
Лыком шитые купцы!..
Потянулись огурешники:
«Эй! просыпал огурцы!»
Ванька вдруг как захихикает
И на стадо показал:
Старичонко в стаде прыгает
За савраской, — длинен, вял,
И на цыпочки становится,
И лукошечком манит —
Нет! проклятый конь не ловится!
Вот подходит, вот стоит.
Сунул голову в лукошечко —
Старичок за холку хвать!
«Эй! еще, еще немножечко!»
Нет! урвался конь опять
И, подбросив ноги задние,
Брызнул грязью в старика.
«Знамо, в стаде-то поваднее,
Чем в косуле мужика:
Эх ты, пареной да вяленой!
Где тебе его поймать?
Потерял сапог-то валяной,
Надо новый покупать?»
Им обозики военные
Попадались иногда:
«Погляди-тко, турки пленные,
Эка пестрая орда!»
Ванька искоса поглядывал
На турецких усачей
И в свиное ухо складывал
Полы свиточки своей:
«Эй вы, нехристи, табапшики,
Карачун приходит вам!..»
Попадались им собашники:
Псы носились по кустам,
А охотничек покрикивал,
В роги звонкие трубил,
Чтобы серый зайка спрыгивал,
В чисто поле выходил.
Остановятся с ребятами:
«Чьи такие господа?»
— Кашпирята с Зюзенятами... 2 —
«Заяц! вон гляди туда!»
Всполошилися борзители:
— Ай! ату его! ату! —
Ну собачки! Ну губители!
Подхватили на лету...
Посидели на пригорочке,
Закусили как-нибудь
(Не разъешься черствой корочки)
И опять пустились в путь.
«Счастье, Тихоныч, неровное,
Нынче выручка плоха».
— Встрелось нам лицо духовное —
Хуже не было б греха.
Хоть душа-то христианская,
Согрешил — поджал я хвост. —
«Вот усадьбишка дворянская,
Завернем?..» — Ты, Ваня, прост!
Нынче баре деревенские
Не живут по деревням,
И такие моды женские
Завелись... куда уж нам!
Хоть бы наша: баба старая,
Угреватая лицом,
Безволосая, поджарая,
А оделась — стог стогом!
Говорить с тобой гнушается:
Ты мужик, так ты нечист!
А тобой-то кто прельщается?
Долог хвост, да не пушист!
Ой! ты, барыня спесивая,
Ты стыдись глядеть на свет!
У тебя коса фальшивая,
Ни зубов, ни груди нет,
Всё подклеено, подвязано!
Город есть такой: Париж,
Про него недаром сказано:
Как заедешь — угоришь.
По всему по свету славится,
Мастер по миру пустить;
Коли нос тебе не нравится,
Могут новый наклеить!
Вот от этих-то мошейников,
Что в том городе живут,
Ничего у коробейников
Нынче баре не берут.
Черт побрал бы моду новую!
А, бывало, в старину
Приведут меня в столовую,
Все товары разверну;
Выдет барыня красивая,
С настоящею косой,
Вожеватая, учтивая,
Детки выбегут гурьбой,
Девки горничные, нянюшки,
Слуги высыплют к дверям.
На рубашечки для Ванюшки
И на платья дочерям
Всё сама руками белыми
Отбирает не спеша,
И берет кусками целыми —
Вот так барыня-душа!
«Что возьмешь за серьги с бусами?
Что за алую парчу?»
Я тряхну кудрями русыми,
Заломлю — чего хочу!
Навалит покупки кучею,
Разочтется — бог с тобой!..
А то раз попал я к случаю
За рекой за Костромой.
Именины были званые —
Расходился баринок!
Слышу, кличут гости пьяные:
«Подходи сюда, дружок!»
Подбегаю к ним скорехонько.
«Что возьмешь за короб весь?»
Усмехнулся я легохонько: —
— Дорог будет, ваша честь. —
Слово за слово, приятели
Посмеялись меж собой
Да три сотни и отпятили,
Не глядя, за короб мой.
Уж тогда товары вынули
Да в девичий хоровод
Середи двора и кинули:
«Подбирай, честной народ!»
Закипела свалка знатная.
Вот так были господа:
Угодил домой обратно я
На девятый день тогда! —

„He, ihr Krämerseelen, braucht ihr für die Nacht Quartier,
kommt zu uns, eine Schlafstatt haben wir!“
Unsere Kaufleute begaben sich zur Ruhe,
am Morgen schnürten sie munter die Schuhe.
Mit der Zeit werden sie munter, sammeln den Gewinn,
wo sie auch hingelangten, nur den Spaß hatten sie im Sinn.
Den Fluss gingen sie entlang, auf die Treidler redeten sie ein:
„Was habt ihr euch fesseln lassen, wollt ihr ewig Hunde sein?
Ihr Vögel, ganz recht ist Euch geschehen,
für alle Zeit werdet ihr in Bastschuhen gehen....
Gurkenfelder erstrecken sich weit und breit:
„Hei, hier sind Gurken überall verstreut!“
Während er zur Herde schaut,
fängt Wanka an zu lachen laut.,
Der alte Graubart sprang herum, dürr und lang,
auf Zehenspitzen hinter einem hellbraunen Ross geht er auf Fang.
Mit dem großen Handkorb wedelt er,
dem verfluchten Pferd wird er nicht Herr.
Einmal es steht, einmal es geht,
steckt den Kopf in den Futterkorb und frisst.
Da fasst ihn der Alte an den Widerrist!
„Hei, noch ein kleines Stück!“-
Wieder wich das Pferd zurück
Und warf die Hinterfüße hoch ganz keck
Und spritzte den Alten voll mit Dreck.
„Ganz klar, es ist bequemer in der Herde zu sein,
als für den Bauern schwer zu schuften, tagaus, tagein.
Wie könnt ich es nur fangen, das wilde Ross,
selbst die gewalkten Stiefel bin ich los.
Muss ich nun zum Schuster laufen
Und neues Schuhwerk kaufen?
Da sahen sie Kolonnen elendiger Häftlinge schleichen,
bewacht von Soldaten, die ihnen nicht von der Seite weichen.
„Schau nur, dorthin, Richtung Norden,
das sind gefangene Türken, bunte Horden!“
Von der Seite aus und misstrauisch offenbar
Blickte Wanka auf die bärtige Türkenschar.
Über die Muselmannen macht er sich lustig nur:
„Hei, ihr Ungläubigen, Tabakqualmer,
bald seid ihr tot, verschwunden von euch jede Spur.
Hundeführer kreuzten ihren Weg,
deren Tiere sprangen über Busch und Steg.
Der Jäger kommandierte laut,
des Waldhorns Ton erklingt,
damit das graue Häschen sich traut,
auf`s offene Feld es springt.
Die Burschen machten halt: „Wie werden die Herren genannt?“
Unter den Namen Kaschpirjata und Sjusenjata sind sie bekannt.
„Ein Hase! Schau doch dorthin!
Ein Hase läuft von dannen.“
Die Jäger mit den Windhunden schrien:
„Stürzt euch auf ihn“, im Fluge sie ihn übermannen.
Auf einem Hügel die beiden saßen,
ohne Appetit ihr Essen aßen.
Man wird nicht satt, es den Körper nicht erbaut,
wenn man nur noch auf harter Rinde kaut.
Und wieder machten sie sich auf den Weg voran.
Das Glück der Welt ist ungerecht verteilt,
der eine besitzt es, den anderen hat es noch nicht ereilt.
Es heißt: Triffst du einen Geistlichen irgendwann,
ist es schlimm genug und ich kann nur hoffen,
dass von Ärgerem ich werde nicht betroffen.
Obwohl ich eine christliche Seele bin, Schuld auf mich lud,
erschrak ich vor dem geistlichen Gottesmann, war ohne Mut.
„Sieh, dort, ein adliger Gutshof, kehren wir ein?“
„Ach, Wanja, wie kann man nur so einfältig sein?“
Heutzutage leben die ländlichen Adelskreise,
nicht mehr auf dörfliche Art und Weise.
Eigenartige Weibermoden haben sich eingeschlichen.
Sind auch unsere Frauenzimmer alt und ausgeblichen,
mit Pickeln im Gesicht,
mager, das Haar schon licht,
angezogen sind sie elegant und chick,
wie ein Heuschober, rundlich und dick.
Mit dir zu reden ist nicht fein,
du bist ein Bauer und nicht rein.
Gerade du, wen willst du verlocken, der wie ein Hund
Mit langem Schwanz ganz ohne Wolle, unbehaart,
hässlich anzusehen, zum Klagen gibt’s gar manchen Grund.
„Ach, du stolzes Herrenfräulein, ganz apart,
dass du dich nicht schämst, die Haare unecht,
keine Brust, die Zähne falsch und schlecht.
Gekleistert alles, angeklebt, mehr schlecht als recht.
Es gibt eine Stadt, Paris heißt sie, weltbekannt,
nicht umsonst sagt man von ihr, wird sie genannt,
hast du sie einmal gesehen,
ist es für immer um dich geschehen.
Bekannt sind sie auf der ganzen Welt,
einen arm zu machen fürs ganze Leben.
Wenn dir eine Nase nicht gefällt
Können sie dir eine neue ankleben.
Betrüger machen in der Stadt sich breit,
nichts den Hausierern übrig bleibt,
die Gutsbesitzer, landab, landauf,
sind nicht bereit zu einem Kauf.
Hol der Teufel diese neuen Moden! Vor Jahren
hätte ich großzügig ausgebreitet alle Waren,
nachdem man uns in die gute Stube geleitet,
wo dann erscheint die hübsche Gutsfrau, der Zopf sie kleidet,
eine Gebieterin, ehrerbietig sieht sie aus,
die Kinder laufen in Scharen hinaus.
Diener strömen zu den Türen, Zimmermädchen, Kinderfrauen,
höchstpersönlich, mit hellen Armen – die Gutsfrau lässt sich Zeit beim Schauen,
wählt sie aus, viele Stücke kauft sie ein,
ein Hemdchen für Wanuschka, ein Kleid fürs Töchterlein.
So ist eben die liebe Gutsfrauen – Seele, die Nette,
Sie fragt: „Was kosten Ohrringe und die Halskette?
Sag, was willst du für den purpurroten Brokat?“
Ich schüttle den hellbraunen Lockenkopf, verlange ganz unverzagt
Einen hohen Preis, gerade so wie es mir gefällt!
Eine Menge hatte sich da angehäuft, dann wurde zusammengezählt.
Gott sei mit Dir!“
Eines Tages, es wollte wohl der Zufall,
gelangte ich an den Fluss Kostroma,
es waren gerade Feiertage überall,
der Gutsherr nach dem rechten sah.
Da höre ich die besoffenen Gäste rufen immerfort:
Schnellen Schrittes eile ich an jenen Ort.
„Komm herbei, mein Freund und sag geschwind,
was willst du für den Korb mit den Waren, die da drinnen sind?“
Da lächelte ich verschmitzt: „Das wird nicht billig, das kostet was!“
Ein Wort gab das andere, die Freunde hatten ihren Spass.
Hinter dem Korb versammelte sich das Volk, welch ein Trubel,
im Voraus, ohne nachzudenken, zahlten sie dreihundert Rubel.
Dann zogen sie die Waren heraus, wie im Wahn,
warfen diese in den Hof, wir gaben auf, als wir das sahn.
„Hebt die Sachen auf, verehrte Leute!“
Es begann eine Rauferei der „anständigen“ Meute.
So waren die Leute, die feinen,
nach neun Tagen kehrte ich zurück zu den Meinen.

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

A.7 V

Хорошо было детинушке
Сыпать ласковы слова,
Да трудненько Катеринушке
Парня ждать до Покрова.
Часто в ночку одинокую
Девка часу не спала,
А как жала рожь высокую,
Слезы в три ручья лила!
Извелась бы неутешная,
Кабы время горевать,
Да пора страдная, спешная —
Надо десять дел кончать.
Как ни часто приходилося
Молодице невтерпеж,
Под косой трава валилася,
Под серпом горела рожь.
Изо всей-то силы-моченьки
Молотила по утрам,
Лен стлала до темной ноченьки
По росистым по лугам.
Стелет лен, а неотвязная
Дума на́ сердце лежит:
«Как другая девка красная
Молодца приворожит?
Как изменит? как засватает
На чужой на стороне?»
И у девки сердце падает:
«Ты женись, женись на мне!
Ни тебе, ни свекру-батюшке
Николи не согрублю,
От свекрови, твоей матушки,
Слово всякое стерплю.
Не дворянка, не купчиха я,
Да и нравом-то смирна,
Буду я невестка тихая,
Работящая жена.
Ты не нудь себя работою,
Силы мне не занимать,
Я за милого с охотою
Буду пашенку пахать.
Ты живи себе гуляючи,
За работницей женой,
По базарам разъезжаючи,
Веселися, песни пой!
А вернешься с торгу пьяненькой —
Накормлю и уложу!
„Спи, пригожий, спи, румяненькой!“ —
Больше слова не скажу.
Видит бог, не осердилась бы!
Обрядила бы коня
Да к тебе и подвалилась бы:
„Поцалуй, дружок, меня!..“»
Думы девичьи заветные,
Где вас все-то угадать?
Легче камни самоцветные
На дне моря сосчитать.
Уж овечка опушается,
Чуя близость холодов,
Катя пуще разгорается...
Вот и праздничек Покров!
«Ой! пуста, пуста коробушка,
Полон денег кошелек.
Жди-пожди, душа-зазнобушка,
Не обманет мил-дружок!»
Весел Ванька. Припеваючи,
Прямиком домой идет.
Старый Тихоныч, зеваючи,
То и дело крестит рот.
В эту ночку не уснулося
Ни минуточки ему.
Как мошна-то пораздулася,
Так бог знает почему
Всё такие мысли страшные
Забираются в башку.
Прощелыги ли кабашные
Подзывают к кабаку,
Попадутся ли солдатики —
Коробейник сам не свой:
«Проходите с богом, братики!» —
И ударится рысцой.
Словно пятки-то иголками
Понатыканы — бежит.
В Кострому идут проселками,
По болоту путь лежит,
То кочажником, то бродами.
— Эх! пословица-то есть:
Коли три версты обходами,
Прямиками будет шесть!
Да в Трубе, в селе, мошейники
Сбили с толку, мужики:
«Вы подите, коробейники,
В Кострому-то напрямки:
Верных сорок с половиною
По нагорной стороне,
А болотной-то тропиною
Двадцать восемь». Вот оне!
Черт попутал — мы поверили,
А кто версты тут считал? —
«Бабы их клюкою меряли, —
Ванька с важностью сказал. —
Не ругайся! Сам я слыхивал,
Тут дорога попрямей».
— Дьявол, что ли, понапихивал
Этих кочек да корней?
Доведись пора вечерняя,
Не дойдешь — сойдешь с ума!
Хороша наша губерния,
Славен город Кострома,
Да леса, леса дремучие,
Да болота к ней ведут,
Да пески, пески сыпучие... —
«Стой-ка, дядя, чу, идут!»
„Sind es viele Werst nach Gogulin?“
„Auf Umwegen sind es drei, auf direktem Wege sechs Werst.“ (Bauernscherz)
Leicht sprudelten dem jungen Wanjuschka,
die zärtlichen Worte hervor aus dem Mund,
und schwer fiel es Katerinuschka,
zu erwarten des „Heiligen Pokrows“ Stund.
Oftmals in einsamer Nacht
war das Bauernmädchen munter,
Als sie den hohen Roggen eingebracht,
flossen ihr die Tränen in drei Bächlein herunter.
Von Kräften kam die untröstliche Maid,
es war aber auch eine traurige Zeit.
Mühe und Eile herrscht überall,
Dinge müssen getan werden, ohne Zahl.
Unerträglich war`s der Magd, ohne Maß,
trotzdem mähte sie ungestüm das Gras.
Mit der Sichel und mit aller Kraft
Hieb sie das Getreide.
Bis zum Morgen hatte sie es geschafft.
Der Flachs, grenzenlos und weit,
Dehnt sich bis in dunkle Nacht.
Ein Verdacht bedrückt das Herz der Maid:
Wenn nun eine andere Frau um den schönen Jüngling wirbt,
mit ihrem Charme und Liebreiz ihn bezirpt?
Was wird sein, wenn er Verrat übt,
sich einer anderen hingibt?
Das Mädchen verlässt der Mut und bitterlich
Ruft sie: „Du heiratest nur mich, nur mich!
Dir, Schwiegervater – kein schlechtes Wort werde ich sagen,
und du, Schwiegermutter, sollst über mich dich nicht beklagen.
Zwar bin nicht reich, nicht von Adel,
friedlich bin ich von Natur, nicht laut,
eine fleißige Ehefrau werde ich sein, ohne Tadel,
dir allzeit sein eine stille Braut.
Du musst bei der Arbeit nicht hetzen,
meine Kraft musst du nicht ersetzen.
Gemeinsam mit dem Geliebten, ganz wacker,
mit Vergnügen werde ich pflügen den Acker.
So lebe und vernüge dich, schone deine Kräfte,
eine fleißige Frau steht dir zur Seite,
von Markt zu Markt führen dich die Geschäfte,
singe Lieder und habe deine Freude,
Aber kehrst du trunken vom Handel nach Haus,
ein weiches Bett steht für dich bereit.
„Schlafe, mein Rotbäckiger, schlaf dich aus,
für mehr Worte ist jetzt nicht die Zeit.
Gott ist Zeuge, dass ich nicht zornig bin,
ein Pferd würd ich schmücken, um zu dir zu eilen,
Küss mich, mein kleiner Freund, gib dich mir hin,“
Die sehnlichsten Mädchengedanken bei dir verweilen,
wie soll man sie erraten, leichter wird es sein,
die Edlesteine zu zählen am Meeresgrunde,
Mit dickem Fell geben sich die Schafe ein Stelldichein,
die kalte Jahreszeit näherte sich Stunde um Stunde.
Katjas Herz entflammte lichterloh,
schon kommt das Fest des Heiligen Pokrow.
Ei, leer, ganz leer ist das Körbelein,
aber voll mit Geld das Portemonnaie.
Warte nur, mein Schatz, sieh ein,
deines Geliebten Gewissen ist rein wie Schnee.
Wanka, lustig, ohne Sorgen, geradeaus,
auf direktem Weg geht er nach Haus.
Der alte Tichonytsch gähnt und bekreuzigt sich den Mund,
wach blieb er die ganze Nacht, schlief keine Stund.
Nur Gott allein kann wissen,
weshalb gleichsam wie die Hornissen,
fürchterliche Gedanken im Kopf rumschwirren
und voll und ganz den Geist verwirren.
Wie es scheint, die versoffenen Gauner, offenbar,
wollen in die Kneipe gehen, in großer Schar.
Vielleicht gesellen Soldaten sich dazu,
der Körbelträger wird nervös, hat keine Ruh:
„Geht mit Gott, Brüder, in Ruhe lasst mich heute,
im Galopp läuft er davon und sucht das Weite.
Nach Kostroma führen viele Pfade,
der durch den Sumpf ist kurz und gerade,
es sagt uns schon das alte Sprichwort,
„oft führt nicht der kürzeste Weg zum gewünschten Ort“.
Truba hieß das Städtelein,
dort legte man die beiden rein:
„Warum wollt ihr nach Kostroma auf direktem Wege, Körbelträger, schau,
überdas Gebirge sind das 40 Werst, das stimmt genau.
Auf demPfad,durch den Sumpf müst ihr gehen,
nur 28 Werst sind das, Wort drauf, ihr werdet es sehen!“
Der Teufel uns geritten hatte, wir glaubten die Mär,
aber, wer hat die Werst schon gezählt, sag, wer?
„Alte Weiber mit ihren Krücken haben die Strecke ausgemessen vor langer Zeit“,
sprach Wanka mit betonter Wichtigkeit.
„Fluche nicht! Ich selbst hab gehört aus erster Hand,
das ist der direkte Weg zum gelobten Land!“
„Der Teufel hat wohl zuguterletzt,
diese Hügel und Wurzeln hierher gesetzt?
Warte hier bis der Abend anbricht,
du verlierst den Verstand, geh nicht!
Schön ist unser Gouvernement,
ruhmreich wird die Stadt Kostroma genannt.
Die Wälder so dicht, die Sümpfe davor, der Treibsand wie ein Meer.“
„Stopp, mein Freund, horch, sie kommen her!“

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

A.8 VI

Не тростник высок колышется,
Не дубровушки шумят,
Молодецкий посвист слышится,
Под ногой сучки трещат.
Показался пес в ошейничке,
Вот и добрый молодец:
«Путь-дорога, коробейнички!»
— Путь-дороженька, стрелец! —
«Что ты смотришь?» —
Не прохаживал
Ты, как давеча в Трубе
Про дорогу я расспрашивал? —
«Нет, почудилось тебе.
Трои сутки не был дома я,
Жить ли дома леснику?»
«А кажись, лицо знакомое», —
Шепчет Ванька старику.
«Что вы шепчетесь?» — Да каемся,
Лучше б нам горой идти,
Так ли, малый, пробираемся
В Кострому? — «Нам по пути,
Я из Шуньи». — А далеко ли
До деревни до твоей? —
«Верст двенадцать. А по многу ли
Поделили барышей?»
— Коли знать всю правду хочется,
Весь товар несем назад. —
Лесничок как расхохочется!
«Ты, я вижу, прокурат!
Кабы весь, небось не скоро бы
Шел ты, старый воробей!»
И лесник приподнял коробы
На плечах у торгашей.
«Ой! легохоньки коробушки,
Всё повыпродали, знать?
Наклевалися воробушки,
Полетели отдыхать!»
— Что, дойдем в село до ноченьки? —
«Надо, парень, добрести,
Сам устал я, нету моченьки —
Тяжело ружье нести.
Наше дело подневольное,
День и ночь броди в лесу».
И с плеча ружье двуствольное
Снял — и держит на весу.
«Эх вы, стволики-голубчики!
Больно вы уж тяжелы».
Покосились наши купчики
На тяжелые стволы:
Сколько ниток понамотано!
В палец щели у замков.
— Неужели, парень, бьет оно? —
«Бьет на семьдесят шагов».
Деревенский, видно, плотничек
Строил ложу — тяп да ляп!
Да и сам Христов охотничек
Ростом мал и с виду слаб.
Выше пояса замочена
Одежонка лесника,
Борода густая склочена,
Лычко вместо пояска.
А туда же, пес в ошейнике,
По прозванию Упырь.
Посмеялись коробейники:
«Эх ты, горе-богатырь!..»
Час идут, другой. — Далеко ли? —
«Близко». — Что ты? — «У реки
Куропаточки закокали».
И детина взвел курки.
«Ай курочки! важно щелкнули,
Хоть медведя уложу!
Что вы, други, приумолкнули?
Запоем для куражу!»
Коробейникам не пелося:
Уж темнели небеса,
Над болотом засинелася,
Понависнула роса.
— День-деньской и так умелешься,
Сам бы лучше ты запел...
Что ты?.. эй! в кого ты целишься? —
«Так, я пробую прицел...»
Дождик, что ли, собирается,
Ходят по́ небу бычки, 1
Вечер пуще надвигается,
Прытче идут мужички.
Пес бежит сторонкой, нюхает,
Поминутно слышит дичь.
Чу! как ухалица 2 ухает,
Чу! ребенком стонет сыч.
Поглядел старик украдкою:
Парня словно дрожь берет.
— Аль спознался с лихорадкою? —
«Да уж три недели бьет —
Полечи!» — А сам прищурился,
Словно в Ваньку норовит.
Старый Тихоныч нахмурился:
— Что за шутки! — говорит. —
Чем шутить такие шуточки,
Лучше песни петь и впрямь.
Погодите полминуточки —
Затяну лихую вам!
Знал я старца еле зрячего,
Он весь век с сумой ходил
И про странника бродячего
Песню длинную сложил.
Ней от старости, ней с голоду
Он в канавке кончил век,
А живал богато смолоду,
Был хороший человек,
Вспоминают обыватели.
Да его попутал бог:
По ошибке заседатели
Упекли его в острог:
Нужно было из Спиридова
Вызвать Тита Кузьмича,
Описались — из Давыдова
Взяли Титушку-ткача!
Ждет сердечный: «Завтра, нонче ли
Ворочусь на вольный свет?»
Наконец и дело кончили,
А ему решенья нет.
«Эй, хозяйка! нету моченьки.
Ты иди к судьям опять!
Изойдут слезами оченьки,
Как полотна буду ткать?»
Да не то у Степанидушки
Завелося на уме:
С той поры ее у Титушки
Не видали уж в тюрьме.
Захворала ли, покинула —
Тит не ведал ничего.
Лет двенадцать этак минуло —
Призывают в суд его.
Пред зерцалом, в облачении
Молодой судья сидел.
Прочитал ему решение,
Расписаться повелел
И на все четыре стороны
Отпустил — ступай к жене!
«А за что вы, черны вороны,
Очи выклевали мне?»
Тут и сам судья покаялся:
— Ты прости, прости любя!
Вправду ты задаром маялся,
Позабыли про тебя! —
Тит домой. Поля не ораны,
Дом растаскан на клочки,
Продала косули, бороны,
И одежу, и станки,
С баринком слюбилась женушка,
Убежала в Кострому.
Тут родимая сторонушка
Опостылела ему.
Плюнул! Долго не разгадывал,
Без дороги в путь пошел.
Шел — да песню эту складывал,
Сам с собою речи вел.
И говаривал старинушка:
«Вся-то песня — два словца,
А запой ее, детинушка,
Не дотянешь до конца!
Эту песенку мудреную
Тот до слова допоет,
Кто всю землю, Русь крещеную,
Из конца в конец пройдет».
Сам ее Христов угодничек
Не допел — спит вечным сном.
Ну! подтягивай, охотничек!
Да иди ты передом! —




Nur der junge Bursche (Prachtkerl) blieb am Leben.
(Alte Sage)
Kein Schilfrohr sich im Winde bauscht,
kein Eichenwald gemächlich rauscht.
Ein verwegener Pfiff die Stille stört,
unter den Füßen man die Äste knacken hört.
Ein Hund mit Halsband kam herbei,
ein gutmütiger Kerl war auch dabei,
„Glück auf dem Weg, ihr Körbelträger!“,
„Glück auf dem Weg, auch Dir, du Jäger!“
„Was schaust du so? Ich glaube, dass du es bist,
der neulich in Truba herumgelaufen ist
und als ich ihn nach dem Wege frage,
sagte er: „Nein, das scheint nur so. Schon drei Tage
war ich nicht zu Hause. Ein Forstaufseher, so ist es halt,
ist schließlich viel unterwegs in seinem Wald.“
Aber sein Gesicht kommt bekannt mir vor“,
flüstert Wanka dem Alten ins Ohr.
„Was flüstert ihr miteinander?“ - „Wir gestehen,
es wäre besser gewesen, über die Berge zu gehen.
So hätten wir wohl ziemlich leicht,
das Städtchen Kostroma erreicht.“
„Der Weg ist richtig, ich leb in Schuna schon eine Ewigkeit“.
„Dann sag, zu Deinem Dorf, ist es noch weit?“
„An die zwölf Werst , ich mir ziemlich sicher bin,
aber sagt, wenn ihr miteinander teilt, wie groß ist der Gewinn?“
„Wenn Du die ganze Wahrheit willst erfahren,
wir tragen zurück die ganzen Waren.“
Der Forstaufseher musste plötzlich lachen.
Wie ich sehe, du bist ein Schelm, schlau wie ein Luchs!
wäre der Korb noch voller Sachen,
könntest Du nicht so schnell gehen, du alter Fuchs!“
Der Forstaufseher hob die Deckel an, um hineinzulugen,
in die Körbe, die die Händler auf den Schultern trugen.
„Ei, ganz leicht sind wohl die Körbelein, so wie ihr lauft,
offensichtlich habt ihr das ganze Zeug verkauft.
So, wie es die Spatzen machen, die alles vom Boden aufpicken,
und wenn sie weggeflogen sind, sich ausgiebig erquicken.“
„Was ist; gehen wir ins Dorf, um nach einem Nachtquartier zu fragen?“
„Ich muss langsam gehen, hab nicht die Kraft, das Gewehr zu tragen.
Wir müssen Tag und Nacht im Wald herumstreifen, kreuz und quer.“
Und dann nahm er von der Schulter das zweiläufige Gewehr.
„Leicht ist das geliebte Stück beileibe nicht!“
Und mit Mühe hält er sich im Gleichgewicht.
Unseren Kaufleuten war nicht ganz wohl und sie schauten bang,
auf das Gewehr mit den zwei Läufen, schwer und lang.
„Trifft man damit stets in des Zieles Mitte?“
„Man schießt mit ihm genau auf siebzig Schritte.“
Doch der Gewehrschaft, genau beschaut,
war vom Dorfzimmermann nachlässig gebaut.
Selbst unser Jäger von Gottes Gnaden,
war schwach gebaut und kurz geraten.
Die Kleidung nass, ein verfilzter Bart ziert sein Gesicht,
eine Bastschnur um die Taille, einen Gürtel hat er nicht.
Ein Hund mit Halsband war sein Begleiter, das Tier,
und da mussten die Hausierer lächeln, hörte auf den Namen „Vampir“.
„Ach, was bist du ein trauriger Recke, tust uns leid.“
So verging die Zeit. „Ist es denn noch weit?“
„Nein, ganz nah. - Was ist mit dir, so sag!“
Vom Fluss her erklang des Rebhuhns Flügelschlag.
Der lange Kerl spannte den Hahn vom Gewehr,
„Welch schöner Klang, das gefällt mir sehr!
Damit werde ich den Bären zur Strecke bringen,
Freunde, was seid ihr so stumm. Lasst uns Mut ansingen!“
Den Körbelträgern stand der Sinn nicht nach Gesang,
schon verdunkelte sich der Himmel mit einem Wolkenvorhang.
Über dem Sumpf schwebte feiner Tau,
tauchte alles rundum in ein Licht aus Blau.
„Tag für Tag du mit harter Arbeit verbringst,
wie wärs, wenn du einmal ein Lied anstimmst?
Was machst du, he! Zielst du auf mich?“
„Nein, nur so, ich prüfe das Visier vorsorglich....“
Wolken zogen in Fetzen am Himmel dahin, Regen kündigte sich an,
die Männer schritten schneller aus, der Hund schnüffelt, läuft zur Seite, dann und wann.
Plötzlich wittert er das Wild, im Hintergrund der Uhu schreit,
wie ein Kind stöhnt der Kauz, verstohlen blickt der Greis,
der Alte muss zittern, bedeckt die Haut vom kalten Schweiß.
„Vielleicht ist es das Fieber, schon drei Wochen es mich quält.
Was soll`s, es wird vergehen“,spricht`s, wobei er die Augen geschlossen hält,
als ob er es auf Wanka absieht, blickt Tichonytsch finster drein:
„Was sollen die Scherze? Anstatt solcher Scherze, stimm lieber mit mir ein.
Wartet eine halbe Minute, ich möchte ein Lied anstimmen,
Ich kannte einen Alten, er sah fast nichts mehr,
zeitlebens zog er mit dem Bettelsack umher.
Für den Wanderer, der stets umherzieht,
verfasste er ein langes Lied.
Alt war er geworden, der Hunger groß,
als er sein Dasein in der Gosse beschloss.
Dabei war von Jugend an sein Leben erfüllt und reich,
er war ein guter Mensch, gerecht und weich.
Die ihn kannten, lobten ihn, wie es sich gebührte.
Allerdings, war`s der Teufel, der ihn verführte.
Ein Fehler wurde ihm zum Verhängnis,
grundlos warfen ihn die Geschworenen ins Gefängnis.
Und das geschah so: Aus dem Dorf Spiridow, so wurde befohlen,
wollte man einen gewissen Til Kusmitsch holen.
Die Order war falsch geschrieben und da
verhaftete man aus Dawydow den Weber Tituschka.
Der Ärmste, schuldig war er wirklich nicht,
wartet und hofft: „Morgen sehe ich wieder das Tageslicht!“
Der Fall wurde schließlich zu den Akten getan,
aber man vergaß, zu informieren den armen Mann.
„He, Frau, ewig ertragen kann ich`s nicht,
geh bitte nochmals zum Gericht.
Wenn die Tränen rinnen unentwegt,
wie soll ich dann das Leinen weben?“
Doch Stepaniduschka hat sich`s anders überlegt,
bei Tituschka im Gefängnis war sie nicht, wollte alleine leben.
Захворала ли, покинула,-
Entweder wurde sie krank oder ließ ihn zurück,
Tit aber wusste nichts von dem Unglück.
Es vergingen zwölf Jahre, eine lange Zeit,
Man befahl ihn vors Gericht, erneut.
In schwarzer Robe gekleidet,der junge Richter saß
und dem Alten den Beschluss vorlas.
Nachdem der Alte unterschrieben hatte, befahl er Tit,
„Du bist nun frei, geh zu deiner Frau zurück!“
„Womit, ihr schwarzen Krähen, so sagt,
hab ich verdient, dass ihr mir die Augen aushackt?“
Selbst der Richter musste eingestehn:
„Verzeih,, mein Lieber, verzeih , wie wir sehn,
im Übermaß hast du dich gequält
ganz vergessen hat man dich auf dieser Welt !“
Tit ging nach Hause. Die Felder waren nicht gepflügt, schlimm sah`s aus,
bis auf den letzten Fetzen geplündert war das Haus.
verkauft waren Eggen und Pflüge,
Werkbank, Kleidung, ja selbst Bettbezüge.
in einen Schmarotzer verliebte sich das Frauchen, einen Hurensohn,
lief mit ihm nach Kostroma auf und davon .
Nach einiger Zeit geschah es schließlich,
Das Heimatland stimmte ihn verdrießlich.
Er pfiff darauf! Lange Zeit, nichts ficht ihn an,
Ging er seinen Weg, ganz ohne Plan.
Er ging; und während er dies Lied komponierte,
Er mit sich selber Reden führte.
Der Alte sprach: „Das Lied hat nur zwei Worte,
aber selbst ein Kerl von deiner Sorte,
fängt er an, die Stimme zu erheben,
Wird doch das Ende des Liedes nicht erleben!
Dieses Lied nur derjenige zu Ende singt,
Der die ganze christliche Rus in ihrer ganzen Weite bezwingt.
Allein der Heuchler und Blasphemist,
Sang nicht zu Ende, in den ewigen Schlaf gefallen ist.
Nun, sing mit du braver Jägersmann,
Sing mit mir und geh du voran!“

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Geschrieben von  scholli am 25.08.2012 

A.8.1.1 ПЕСНЯ УБОГОГО СТРАННИКА
Я лугами иду — ветер свищет в лугах:
        Холодно, странничек, холодно,
        Холодно, родименькой, холодно!
Я лесами иду — звери воют в лесах:
        Голодно, странничек, голодно,
        Голодно, родименькой, голодно!
Я хлебами иду — что вы тощи, хлеба?
        С холоду, странничек, с холоду,
        С холоду, родименькой, с холоду!
Я стадами иду: что скотинка слаба?
        С голоду, странничек, с голоду,
        С голоду, родименькой, с голоду!
Я в деревню: мужик! ты тепло ли живешь?
        Холодно, странничек, холодно,
        Холодно, родименькой, холодно!
Я в другую: мужик! хорошо ли ешь, пьешь?
        Голодно, странничек, голодно,
        Голодно, родименькой, голодно!
Уж я в третью: мужик! что ты бабу бьешь?
        С холоду, странничек, с холоду,
        С холоду, родименькой, с холоду!
Я в четверту: мужик! что в кабак ты идешь?
        С голоду, странничек, с голоду,
        С голоду, родименькой, с голоду!
Я опять во луга — ветер свищет в лугах:
        Холодно, странничек, холодно,
        Холодно, родименькой, холодно!
Я опять во леса — звери воют в лесах:
        Голодно, странничек, голодно,
        Голодно, родименькой, голодно!
Я опять во хлеба, —
Я опять во стада, —
                                  и т. д.




DAS LIED DES ARMEN WANDERERS


Ich gehe durch das Gras – der Wind pfeift über den Wiesen:


Kalt ist es, Wandersmann, kalt,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!


Ich gehe durch den Tann (im Sinn von Wald) – wilde Tiere heulen in den Wäldern,


Hungrig bin ich, Wandersmann, hungrig,
Hunger habe ich, mein Lieber, Hunger habe ich!


Ich gehe durch das Getreide, weshalb seid ihr so dürftig (karg) – Getreide (ihr Ähren)?


Wegen der Kälte, Wandersmann, wegen der Kälte,
weil es so kalt ist, mein Lieber, weil es so kalt ist!


Ich gehe über die Weiden: weshalb ist das Vieh so schwach?


Wegen des Hungers, Wandersmann, wegen des Hungers,
vor Hunger, mein Lieber, vor Hunger!


Ich komme ins Dorf: He, Bauer! Hast du es warm?


Kalt ist es, Wanderer, kalt,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!


Ich komme in ein anderes Dorf: He, Bauer! Hast du genug zu Essen und zu Trinken?


Hungrig bin ich, Wanderer, hungrig,
ich habe Hunger (und Durst), mein Lieber, ich habe Hunger und Durst!


Schon bald danach komme ich in ein drittes Dorf: He, Bauer! Warum schlägst
Du dein Weib?


Wegen der Kälte, Wandersmann, wegen der Kälte,
weil es so kalt ist, mein Lieber, weil es so kalt ist!


Da bin ich schon im vierten Dorf: He, Bauer! Weshalb gehst du (immerzu)
In die Kneipe?


Wegen des Hungers, Wandersmann, wegen des Hungers,
vor lauter Hunger, mein Lieber, vor lauter Hunger!


Wieder laufe ich durch das Gras– der Wind pfeift über die Wiesen:


Kalt ist es, Wandersmann, kalt ist es,
es ist so kalt, mein Lieber, es ist so kalt!


Wieder laufe ich durch die Wälder – die wilden Tiere heulen in den Wäldern:


Hungrig bin ich, Wandersmann, hungrig bin ich,
Hunger habe ich, mein Lieber, Hunger habe ich! …...


Пел старик, а сам поглядывал:
Поминутно лесничок
То к плечу ружье прикладывал,
То потрогивал курок.
На беду, ни с кем не встретишься!
— Полно петь... Эй, молодец!
Что отстал?.. В кого ты метишься?
Что ты делаешь, подлец! —
«Трусы, трусы вы великие» —
И лесник захохотал
(А глаза такие дикие!).
— Стыдно! — Тихоныч сказал. —
Как не грех тебе захожего
Человека так пугать?
А еще хотел я дешево
Миткалю тебе продать! —
Молодец не унимается,
Штуки делает ружьем,
Воем, лаем отзывается
Хохот глупого кругом.
— Эй! уймись! Чего дурачишься? —
Молвил Ванька. — Я молчу,
А заеду, так наплачешься,
Разом скулы сворочу!
Коли ты уж с нами встретился,
Должен честью проводить. —
А лесник опять наметился.
— Не шути! — «Чаво шутить!»
Коробейники отпрянули,
Бог помилуй — смерть пришла!
Почитай что разом грянули
Два ружейные ствола.
Без словечка Ванька валится,
С криком падает старик...
В кабаке бурлит, бахвалится
Тем же вечером лесник:
«Пейте, пейте, православные!
Я, ребятушки, богат;
Два бекаса нынче славные
Мне попали под заряд!
Много серебра и золотца,
Много всякого добра
Бог послал!» Глядят, у молодца
Точно — куча серебра.
Подзадорили детинушку —
Он почти всю правду бух!
На беду его — скотинушку
Тем болотом гнал пастух:
Слышал выстрелы ружейные,
Слышал крики... «Стой! винись!..»
И мирские и питейные
Тотчас власти собрались.
Молодцу скрутили рученьки:
«Ты вяжи меня, вяжи,
Да не тронь мои онученьки!»
— Их-то нам и покажи! —
Поглядели: под онучами
Денег с тысячу рублей —
Серебро, бумажки кучами.
Утром позвали судей,
Судьи тотчас всё доведали
(Только денег не нашли!),
Погребенью мертвых предали,
Лесника в острог свезли...






Der Alte sang sein Lied und sah sorgenschwer,
wie immerfort der Förster auf ihn anlegt sein Gewehr.
Er fummelte am Abzugshahn, scheinbar zum Spaße nur.
Zu allem Unglück: Man ist alleine hier, einsam ist die Flur..
„Fertig gesungen ist das Lied. He, du Kerl, was bleibst du zurück?
Was machst du da, Schuft. Auf wen zielst du, mieses Stück!“
„Was seid ihr nur für große Hasenfüße, feige Hunde!“
Der Forstaufseher lachte, wild und irr blickten seine Augen in die Runde.
„Eine Schande ist`s!“, sagte Tichonytsch. Wie kannst du es nur wagen,
Einen Reisenden einen solchen Schrecken einzujagen!“
Dabei hätte ich dir haufenweis,
diesen Mitkal verkauft zu einem guten Preis.
Dieser Kerl ließ es nicht bleiben,
seine Streiche mit dem Gewehr zu treiben.
Fast heulend, bellend kommt die Antwort,
laut lacht der dumme Kerl in einem fort.
„He beruhige dich, was sollen diese dummen Sachen,
Wenn ich Dir auf`s Jochbein haue, vergeht dir schon das Lachen.
In friedlicher Stimmung lernten wir uns kennen,
Eintracht soll zwischen uns sein, wenn wir uns trennen.
Der Forstwart nahm erneut die Hausierer auf`s Korn,
„Damit macht man keine Scherze“, sagten die Händler im Zorn.
Die Körbelträger wichen zurück, entsetzt,
„Gott erbarme dich unser! Der Tod hat schon die Sense gewetzt.“
Plötzlich fanden zwei Gewehrschlüsse ihr Ziel,
Ohne ein Wort zu sagen, Wanka fiel.
Mit einen Schrei auf den Lippen fällt der Alte nieder,
In der Kneipe ging es hoch her, der Pöbel grölte Lieder.
An jenem Abend prahlte der Forstaufseher vor aller Welt,
“Trinkt, trinkt nur, ihr Rechtgläubigen!
Jungs, ich bin reich, hab eine Menge Geld.
Zwei prächtige Schnepfen, ungelogen,
kamen mir heute vor`s Gewehr geflogen.
Viel des Silbers und des Goldes Zier,
alle Kostbarkeiten, Gott schenkte sie mir!“
Jetzt erst recht machte man dem Kerl die Hölle heiß,
fast hätte er alles gesagt, was er weiß!
Zu seinem Unglück aber treibt,
ein Bursche das Vieh am Sumpf zur selben Zeit.
Er hörte die Schüsse aus dem Gewehr,
dann Schreie: „Halt ein, bekenne dich schuldig und diese Schuld wiegt schwer.
Ohne lange zu fackeln, brachte man den Fall vor die Obrigkeit.
Man fesselte dem Burschen die Arme zur Sicherheit.
„Fessele mich nur, aber lasst mir die Fußlappen; da bin ich eigen.“
Prompt kam die Antwort: „Nun aber geschwind, du musst sie uns zeigen!“
Sie schauten nach und was erblickten sie erschreckt,
In den Fußlappen waren rund tausend Rubel versteckt.
Silber und Geldscheine, eine Menge,
gelangten ebenfalls in ihre Fänge.
Am Morgen tagte das Gericht,
schnell hatte der Richter alles herausgebracht,
Allein, das Geld, man fand es nicht.
Das Begräbnis der Hausierer wurde öffentlich gemacht.
Den Forstwart aber, auf der Stelle,
warf man für immer in die Gefängniszelle.

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Geschrieben von  Wolfsherz am 26.08.2012 

Такие стихотворения нагоняют на меня тоску. Да и логика в таких стихотворениях как всегда очень примитивна, примитивна что дерево.
Употребляются слова такие как "чаво" и прочее, русский деревенский стиль, аля "крестьянин вылез из берлоги".

Зачем подобное читают в школе мне не ясно. Конечно для того, чтобы дети вкушали всю "тяжесть бытия" нашей матрицы.(и примитивность)

@scholli
Ist das deine Arbeit?

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Geschrieben von  Julia am 27.08.2012 

Hallo Frank, hast wirklich eine grosse Arbeit gemacht. Fuer mich war es auch ein gutes Sprachtraining, deshalb brauchtst du dich dafuer bei mir nicht bedanken, gern gemacht. Wuerde vielleicht spaeter das Ganze nochmals durchschauen. Liebe Gruesse

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Geschrieben von  Wolfsherz am 27.08.2012 

Grossartige Arbeit!
Aber gibt's auf Russisch keine anderen Gedichte, ausser diesen, die von dummen Jaegern erzaehlen?
(oder von Hunger, Kaelte und Not)
Кому на Руси жить хорошо?

(такая литература вызывает у меня иногда даже лёгкое чувство отвращения)

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Geschrieben von  Wolfsherz am 27.08.2012 

Есть такие режиссёры, которые любят, когда в их фильмах много грязищи и говнища, наваляют побольше, а потом снимают всё это с маниакальным блеском в глазах и усердием, какому позавидует даже Папа Карло.
(и выдают это под видом обычной номральной жизни)

Если хотите навалять побольше грязищи и говнища, то ...(мысль не идёт)

Лучше называть вещи своими именами, иначе это как лицемерие(по крайней мере в моём понимании).
Я всегда любил называть вещи своими именами, а не использовать эвфемизмы.(а может просто не привык, но скорее не люблю)
Влагалище - пизда, а некоторые любят "киска". Но и само слово "влагалище" тоже нормальное, мне нравится, можно использовать.

Хотя некоторые выступают даже за то, чтобы называть туалет - "сральник". Мне кажется доля здравой логики в этом есть, но... *думает* *думает* *думает* Это простонародность.
"Где у вас тут сральник? А то у меня уже полная жопа говна, нужно сбросить."

(прежде чем что-то сказать, мне всегда нужно это обдумать, чтобы точно выразить своё мнение)

На уроках литературы читать про простолюдинов, про простое деревенское быдло, это нормально, а вот использовать ненормативную лексику это ненормально. Почему?!
Написал бы Некрасов свои поэмы и рассказы добротным русским матом, так сказать, для выразительности.
(хотя вроде у Маяковского есть такие стихотворения, но в школе на уроках почему-то их не обсуждают, хотя стоит выйти за дверь кабинета и...)

Нашёл, кстати, этот стишок Маяковского:
(посвящяю Юлии)

Вот это жопа! Метр на метр.
Как витрина ларька продовольственного.
Был бы у меня хуй длиной с километр
Я доставил бы ей удовольствие.

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Geschrieben von  Wolfsherz am 28.08.2012 

Hoffentlich, mein Post wird keine Zweideutigkeit schaffen.
Habe ein interresantes Gedicht auf Deutsch gehoert, finde ich's gut.

Hier ist es:

Eine Frau spricht im Schlaf

Als er mitten in der Nacht erwachte,
schlug sein Herz, daß er davor erschrak.
Denn die Frau, die neben ihm lag, lachte,
daß es klang, als sei der Jüngste Tag.

Und er hörte ihre Stimme klagen.
Und er fühle, daß sie trotzdem schlief.
Weil sie beide blind im Dunkeln lagen,
sah er nur die Worte, die sie rief.

"Warum tötest du mich denn nicht schneller?"
fragte sie und weinte wie ein Kind.
Und ihr Weinen drang aus jenem Keller,
wo die Träume eingemauert sind.

"Wieviel Jahre willst du mich noch hassen?"
rief sie aus und lag unheimlich still.
"Willst du mich nicht weiterleben lassen,
weil ich ohne dich nicht leben will?"

Ihre Fragen standen wie Gespenster,
die sich vor sich selber fürchten, da.
Und die Nacht war schwarz und ohne Fenster.
Und schien nicht zu wissen, was geschah.

Ihm (dem Mann im Bett) war nicht zum Lachen.
Träume sollen wahrheitsliebend sein ...
Doch er sagte sich: "Was soll man machen!"
und beschloß, nachts nicht mehr aufzuwachen.
Daraufhin schlief er getröstet ein.

Erich Kaestner


Verstehe aber nicht, was der Autor sagen wollte(den Sinn des Gedichts).

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Geschrieben von  Wolfsherz am 28.08.2012 

Und habe noch einen Gedanke, der mich stets irritiert:
Ist das fuer einen Mann ganz in Ordnung eine Frau zu zitieren?
Ich dachte immer, dass das ist normal, aber jetzt habe ich den Zweifel, zweifele ich.

Schafft das eine Zweideutigkeit in der Feststellung des Geschlechtes einer Person oder nicht?

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Geschrieben von  scholli am 23.06.2013 

Wer kann helfen?
Suche die deutsche Übersetzung des Gedichtes "Пожарище" von Николай Алексеевич Некрасов aus dem Jahre 1863.

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  scholli am 05.07.2013 

Hallo, Freunde,
leider habe ich auf meine Anfrage nach einer deutschen Übersetzung von Nekrassows ПОЖАРИЩЕ ("Feuersbrunst") keine Antwort erhalten. Deshalb muss ich annehmen, dass es im www. wahrscheinlich öffentlich zugänglich nicht gibt. Da ich aber den Wunsch einer Bekannten erfüllen möchte, die mich gebeten hat, das Gedicht zu übersetzen, möchte ich mein Bestes tun, wobei ich mir wohl bewusst bin, dass dieser Schuss auch nach hinten losgehen kann. Die Materie ist für einen De-Mu nicht gerade einfach und ich möchte Nekrassow posthum nicht beleidigen.
Allein, ohne Eure Hilfe geht es nicht. Und obwohl in letzter Zeit (leider) im Forum sehr wenig los ist, hoffe ich auf Eure Unterstützung und ich habe gesehen, dass Julia momentan auch anwesend ist und sie hat mir ja schon öfters aus der Patsche geholfen und usw., usf.......
Bedanke mich im Voraus!

ПОЖАРИЩЕ

Весело бить вас, медведи почтенные,
Только до вас добираться невесело,—
Кочи, ухабины, ели бессменные!
Каждое дерево ветви повесило,
Каркает ворон над белой равниною,
Нищий в деревне за дровни цепляется.
Этой сплошной безотрадной картиною
Сердце подавлено, взор утомляется.
Ой! надоела ты, глушь новгородская!
Ой! истомила ты, бедность крестьянская!
То ли бы дело лошадка заводская,
С полостью санки, прогулка дворянская?..
Даже церквей здесь почти не имеется.
Вот наконец впереди развлечение:
Что-то на белой поляне чернеется,
Что-то дымится,— сгорело селение!
Бедных, богатых не различающий,
Шутку огонь подшутил презабавную:
Только повсюду еще украшающий
Освобожденную Русь православную
Столб уцелел — и на нем сохраняются
Строки: «Деревня помещика Вечева».
С лаем собаки на нас не бросаются,
Думают, видно: украсть вам тут нечего!
(Так. А давно ли служили вы с верою,
Лаяли, злились до самозабвения
И на хребте своем шерсть черно-серую
Ставили дыбом в защиту селения?..)
Да на обломках стены штукатуренной
Крайнего дома — должно быть, дворянского —
Видны портреты: Кутузов нахмуренный,
Блюхер бессменный и бок Забалканского.
Лошадь дрожит у плетня почернелого,
Куры бездомные с холоду ежатся,
И на остатках жилья погорелого
Люди, как черви на трупе, копошатся...

Hier meine Fragen:

Каждое дерево ветви повесило
Jeder Baum ließ die Zweige hängen (??)

Нищий в деревне за дровни цепляется
Ein Bettler klammerte sich an den Schlitten (??)

То ли бы дело лошадка заводская,
С полостью санки, прогулка дворянская?..
Das wäre was, ein Zuchtpferd (??),
ein Schlitten mit Fußraum (??), eine fürstliche Spazierfahrt (??)
ПОЛОСТЬ:
Покрывало для ног седока в экипаже.

Да на обломках стены штукатуренной
Крайнего дома — должно быть, дворянского —
....крайний дом: das Haus am Rande....(??)

Блюхер бессменный и бок Забалканского
der "ewige" (unverwechselbare, einzigartige) Blücher und Sabalkanski von der Seite oder Sabalkanski im Profil (??)

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Nos am 07.07.2013 

Блюхер бессменный - der "ewige" (unverwechselbare, einzigartige) Blücher?
"Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (* 16. Dezember 1742 in Rostock; † 12. September 1819 in Krieblowitz, Schlesien) war preußischer Generalfeldmarschall und hat sich in bedeutenden Schlachten hervorgetan. Seiner offensiven Truppenführung verdankte er den populären Beinamen Marschall Vorwärts, der ihm nicht von den Deutschen, sondern von den damals in den Befreiungskriegen verbündeten Russen verliehen wurde. Seine beharrliche Vorwärts-Strategie, mit der er gegen das Zögern der drei verhandlungsbereiten Monarchen der Sechsten Koalition im Winter 1813/1814 die Überquerung der Rheingrenze und den Vormarsch auf Paris durchsetzte, führte zur relativ schnellen Niederlage der Franzosen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Gebhard_Leberecht_von_Bl%C3%BCcher
Also, mein Vorschlag für бессменный -> неутомимый (beharrlicher). Bemerkenswert ist auch, dass er damals schon im Alter von 70 Jahren war.

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Geschrieben von  Nos am 07.07.2013 

Andererseits ist etwas leicht ironisches, sogar familiäres oder volkstümliches Nekrasow's Verhalten zu den dreien Trägern des Heiligen Georg Ordens dem Leser nicht zu entgehen.

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Geschrieben von  Nos am 07.07.2013 

бок Забалканского - Sabalkanski von der Seite oder Sabalkanski im Profil?
http://www.volksdeutsche-stimme.de/heimkunde/diebitsch_de.htm
Da ich kein Bildnis im Profil von Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski gefunden habe, würde ich auf den Blick von der Seite (in schräger Richtung) tippen.

Meine Antwort auf die restlichen Fragen lautet eindeutiges ja.

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Geschrieben von  scholli am 14.07.2013 

Wie übersetzt man am besten?

Только повсюду еще украшающий
Освобожденную Русь православную
Столб уцелел....
Nur noch der überall das befreite griechisch-orthodoxe Russland schmückende Pfahl blieb unversehrt....

Poka!
Frank.

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Geschrieben von  Nos am 14.07.2013 

grundsätzlich ja, aber man muss auch nicht vergessen, dass das "schmückende Pfähle" sehr ironisch zu meinen ist. Nekrasow war sicherlich der Feind der Sklaverei in Russland.

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Geschrieben von  Nos am 14.07.2013 

was "unversehrt" heisst, weiss ich leider nicht, aber уцелел ist dasselbe wie "heile geblieben"

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Geschrieben von  scholli am 17.07.2013 

Für alle Nekrassow - Freunde:
Nachdem es mir nach intensiver Suche nicht gelungen ist, eine deutsche Übersetzung von ПОЖАРИЩЕ zu finden, habe ich selber Hand angelegt.
(Nekrassow möge mir verzeihen....)

Vorbemerkung:
K. I. Tschukowski prägte in einer seiner frühen Arbeiten über Nekrassow folgenden Satz: „Nekrassow liebte instinktiv die Jaroslawler. Den Nowgoroder Bauern mochte er nicht, er war ihm fremd“.
Später revidierte er diese Aussage und in Nachdrucken war sie nicht mehr enthalten.
Der Petersburger Nekrassow besaß zwei dörfliche Fluchtpunkte: Tschudowskaja Luka im Nowgoroder Gouvernement und Karabich in der Nähe von Jaroslawl. Im Gedicht „Feuersbrunst“ schildert Nekrassow seine Eindrücke von einer Reise ins Nowgoroder Gebiet.
Nowgoroder Einöde“ und „bäuerliche Armut“ bilden eine untrennbare Einheit. Weshalb? Wegen der sumpfigen Ebenen Nowgorods? Wegen der archaischen, kriegerischen Lebensweise in den Siedlungen, begeleitet von Armut und Zerstörung? Die einzige „Abwechslung“ in dieser unwegsamen Einöde ist der Anblick eines brennenden Wohnhauses.
Und da bleibt in dem ansonsten total zerstörten Haus eine Wand mit den Konterfeis von Kutusow, Blücher und Sabalkanski übrig. Ein Omen, Hoffnung auf einen revolutionären Aufschwung?


Lustig ist die Jagd auf die Bärenmeute,
allein, zu ihnen zu gelangen, macht keine Freude.
Hügel und Senken, wohin man auch sieht.
Jeder Baum hält die Äste gesenkt,
Ein Rabe über weißem Feld krächzt sein Lied.
Ein Bettler im Dorf sich an den Schlitten hängt.
Diese Welt – wie freudlos sie erscheint und tot,
Bedrückt das Herz, ermattet der Blick.
Oh! Wie satt hast du die Einöde von Nowgorod!
Oh, schwer belastet Armut des Bauern Glück.
Das wäre schon was: Eine Ausfahrt, ein fürstlicher Tross
mit einem Schlitten, gezogen von einem edlem Ross.
Trostlos das Land, weit und breit man keine Kirche sieht.
Da plötzlich, im monotonen Einerlei Ungewöhnliches geschieht:
Ein schwarzer Fleck im weißen Nirgendwo,
Rauch steigt auf, ein Dorf brennt lichterloh!
Ohne Unterschied, ob arm oder reich,
das Feuer spielt allen einen seltsamen Streich:
Es stürzt sich auf uns keine bellende Hundemeute,
sie fühlen wohl, hier macht eh niemand mehr Beute.
(Und Dabei: Dientet ihr nicht treu und fest lange Zeit,
habt gebellt und ward stets zur Selbstaufgabe bereit,
und standen euch nicht die schwarz-grauen Haare zu Berge vor Wut,
während ihr verteidigt habt der Gemeinde Hab und Gut?)
Ein Haus von edlem Adel stand einst am Wegesrand,
und die Überreste einer stuckverzierten Wand,
zieren Bilder in bemerkenswertem Stil:
Kutusow, kämpferisch und voller Streiteslust,
Blücher, verwegen, mit stolz geschwellter Brust,
Sabalkanski, der Überschreiter des Balkans, im Profil.(**)
Das Pferd am am schwarz gewordenen Flechtzaun vor Angst erschauert,
ein herrenloser Hühnerschwarm vor Kälte sich zusammenkauert,
und in den Ruinen der Wohnstatt, die zerstört vom Feuersturm,
krabbeln die Menschen, wie auf der Leiche der Wurm.

Allein, zur Zierde, gleichsam als Fanal,
der befreiten, griechisch-orthodoxen Rus zum Ruhm,
unversehrt blieb lediglich ein Pfahl,
darauf stand: „Diese Dörfer sind des Gutsherrn Wetschew Eigentum!“

(**)In dem im Frühling 1828 begonnenen Feldzug gegen die Türken erwarb er sich durch die freilich nur durch Verrat des türkischen Kommandanten erfolgte Einnahme von Warna den Andreasorden. Seit Februar 1829 Oberbefehlshaber, erzwang er im Juli den Übergang über den Balkan, dem am 20. August die Kapitulation von Adrianopel folgte, wo im September der gleichnamige Frieden geschlossen wurde. Dafür wurde Diebitsch schon am 11. August 1829 in den Grafenstand mit dem Namenszusatz Sabalkanski (deutsch : Überschreiter des Balkans) erhoben und am 22. September 1829 zum Generalfeldmarschall ernannt.
(Aus „Wikipedia“)

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Geschrieben von  scholli am 18.07.2013 

Kleine Korrektur:

Lustig ist die Jagd auf die Bärenmeute,
allein, zu ihnen zu gelangen, macht keine Freude.
Hügel und Senken, wohin man auch sieht.
Jeder Baum hält die Äste gesenkt,
Ein Rabe über weißem Feld krächzt sein Lied.
Ein Bettler im Dorf sich an den Schlitten hängt.
Diese Welt – wie freudlos sie erscheint und tot,
Bedrückt das Herz, ermattet der Blick.
Oh! Wie satt hast du die Einöde von Nowgorod!
Oh, schwer belastet Armut des Bauern Glück.
Das wäre schon was: Eine Ausfahrt, ein fürstlicher Tross
mit einem Schlitten, gezogen von einem edlem Ross.
Trostlos das Land, weit und breit man keine Kirche sieht.
Da plötzlich, im monotonen Einerlei Ungewöhnliches geschieht:
Ein schwarzer Fleck im weißen Nirgendwo,
Rauch steigt auf, ein Dorf brennt lichterloh!
Ohne Unterschied, ob arm oder reich,
das Feuer spielt allen einen seltsamen Streich:
Allein, zur Zierde, gleichsam als Fanal,
der befreiten, griechisch-orthodoxen Rus zum Ruhm,
unversehrt blieb lediglich ein Pfahl,
darauf stand: „Diese Dörfer sind des Gutsherrn Wetschew Eigentum!“
Es stürzt sich auf uns keine bellende Hundemeute,
sie fühlen wohl, hier macht eh niemand mehr Beute.
(Und Dabei: Dientet ihr nicht treu und fest lange Zeit,
habt gebellt und ward stets zur Selbstaufgabe bereit,
und standen euch nicht die schwarz-grauen Haare zu Berge vor Wut,
während ihr verteidigt habt der Gemeinde Hab und Gut?)
Ein Haus von edlem Adel stand einst am Wegesrand,
und die Überreste einer stuckverzierten Wand,
zieren Bilder in bemerkenswertem Stil:
Kutusow, kämpferisch und voller Streiteslust,
Blücher, verwegen, mit stolz geschwellter Brust,
Sabalkanski, der Überschreiter des Balkans, im Profil.(**)
Das Pferd am am schwarz gewordenen Flechtzaun vor Angst erschauert,
ein herrenloser Hühnerschwarm vor Kälte sich zusammenkauert,
und in den Ruinen der Wohnstatt, die zerstört vom Feuersturm,
krabbeln die Menschen, wie auf der Leiche der Wurm.

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