Betreff:: "Der Morgen eines Gutsbesitzers" von Tolstoi

Gefragt von Benne am 09.05.2008 23:27

Hallo an Alle! Ich habe zwar schon vergeblich im www gesucht, konnte aber nirgends Information zu "Утро Помещика" finden; Dabei geht es mir nicht darum das Buch zu besitzen/bestellen, sondern nur darum, Informationen über die Erzählung zu erhalten; also z.B. kurze Inhaltsangabe, Personen....also eine Rezension des Buches wenn man so will: Daher wollte ich Euch bitten, ob Ihr mir Links....sonstwelche Tipps geben könnt, wie man an solche Info's gelangen kann. Vielen Dank schon im Voraus Gruß Benne

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Geschrieben von  Lena am 10.05.2008 

Konnte auch nicht viel finden, aber paar Kleinigkeiten.
Hier sind ein Link und der wichtigste Absatz.
http://shop.iddk.ru/cdrom/70262.html

Рассказ носит очевидный автобиографический характер. На страницах рассказа перед нами предстает жизнь русского помещика с его каждодневными заботами, проблемами, радостями и огорчениями. Закончив работать над рассказом, Толстой напишет: «Главное основное чувство, которое будет руководить меня во всем … – любовь к деревенской помещичьей жизни. Но прелесть деревенской жизни, которую я хочу описать, состоит не в спокойствии, не в идиллических красотах, но в прямой цели, которую она представляет, – посвятить жизнь свою добру, – и в простоте, ясности ее». Но добрые намерения помещика Нехлюдова (героя рассказа «Утро помещика»), старающегося облегчить жизнь своим крепостным, наталкиваются на непонимание и молчаливое противодействие мужиков.


Noch ein Link:
http://www.rvb.ru/tolstoy/02comm/0016.htm

Versuch mit
"Утро помещика" содержание

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Geschrieben von  scholli am 11.05.2008 

Fürst Nechljudow, 19 Jahre alt, beschließt die Universität zu verlassen, um Gutes zu tun. In einem Brief an seine Tante schreibt er: "...Ich habe einen Entschluß gesfasst, von dem das Schicksal meines ganzen Lebens abhängen muß. Ich will die Universität verlassen, um mich dem Leben auf dem Dorfe zu widmen, weil ich fühle, daß ich dazu geboren bin.....Ist es denn nicht meine heilige und unmittelbare Verpflichtung, mich um das Schicksal dieser siebenhundert Menschen zu kümmern, für die ich Gott werde Rechenschaft ablegen müssen? Ist es denn nicht Sünde, sie der Willkür der rohen Ältesten und Verwalter zu überlassen und selber dem Genuss oder dem Ehrgeiz zu frönen? Und warum soll ich denn in einer anderen Sphäre die Möglichkeit suchen, nützlich zu sein und Gutes zu tun, wenn sich mir eine so vornehme, glänzende und naheliegende Pflicht eröffnet? Ich fühle mich imstande, ein guter Landwirt zu sein; um aber das zu sein, was ich unter diesem Worte verstehe, dafür bedarf ich weder des Kandidatendiploms noch eines Dienstranges...."
Soweit zum eigenen Anspruch Nechljudows an sich.
Wie er seiner Tante mitgeteilt, hatte sich Nechljudow Verhaltensmaßregeln für sein Wirtschaften aufgeschrieben. Der Sonntag war bestimmt zum Empfang von Bittstellern. Nechljudow besaß ein Notizbuch, in dem die Namen von solchen Bittstellern aufgeführt waren, denen er einen Besuch abstattete. Der erste Bauer hieß Iwan Tschrisenok, der um Stangen für sein Haus bat. Der Fürst besah sich das armselige Haus des Bauern und kam zu dem Schluss, dass dieses Haus abbruchreif sei.
"Hast Du die Gerardowschen Hütten gesehen, die ich auf dem neuen Hofe erbaut habe, die mit den hohlen Mauern?", sagte er zu Tschrisenok. "Du kannst deine alte Hütte abbrechen, den Hof werden wir gleichfalls überführen. Wasser ist dort vorzüglich. Einen Gemüseacker werde ich aus Neuland schneiden lassen. Dein Land werde ich in allen drei Feldern dir gleichfalls dort an Ort und Stelle anweisen lassen. Trefflich wirst du dort leben. Wie denn, gefällt dir das denn nicht?" Tschrisenok entgegnet: "Väterchen, Euer Erlaucht, wie kann man das nur vergleichen! Hier mit allen zusammen ist unser Platz....auch der Weg und der Teich ist da....unsere ganze Bauernwirtschaft ist hier von alters her eingerichtet, die Tenne und das Gemüsegärtchen und die Weiden, die meine Väter pflanzten; mein Großvater und mein Väterchen haben hier Gott ihre Seele zurückgegeben, und ich möchte nur, daß ich mein Leben hier beschließen kann.."
Als nächstes besuchte Nechljudow den Bauern Juchwanka Mudreny, der ein Pferd verkaufen will, das angeblich alt und krank sei. Es stellt sich heraus, daß es Mudreny auch sonst mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Der Fürst ermahnt ihn: "...so zu leben ist unmöglich, und du wirst dich zugrunde richten. Wenn du ein guter Bauer sein willst, so ändere du dein Leben, gib deine schlechten Gewohnheiten auf: lüge nicht, trinke nicht, achte deine Mutter. Wenn du an irgend etwas Mangel leidest, so komm zu mir; erbitte ganz offen, was nötig ist und wofür, und lüge nicht, sage vielmehr die ganze Wahrheit; dann werde ich dir nichts abschlagen."
Danach besucht der Fürst den Bauern Dawidka Bjely, der um Brot und Zaunspfähle bittet. Dawidka ist ein ausgemachter Faulpelz. Nechljudow ermahnt ihn: "Man muß doch arbeiten, Brüderlein; ohne Arbeit, was wird denn da sein? Siehst du, jetzt hast du kein Brot; aber weshalb das alles? Weil bei dir der Boden schlecht gepflügt ist, nicht zur Zeit besät - alles aus Faulheit. Wessen Brot werde ich dir denn geben?"
"Herrenbrot", murmelte Dawidka.
"Aber das Herrenbrot, woher kommt es denn? Wenn man schon den Bauern Herrenbrot austeilen muß, so muß man denen mehr davon zuteilen, die mehr dafür gearbeitet haben; du aber hast weniger als alle anderen gearbeitet - über dich beklagt man sich auch beim Dienst für die Herrschaft,....weniger als alle anderen hast du gearbeitet, und mehr als alle bettelst du um Herrenbrot. Wofür soll man denn dir geben und den anderen nicht?...."
Dawidkas Mutter, Arina, bittet Nechljudow darum, ihren Sohn mit einer Frau zu verheirateten, die ihn nicht liebt. Der Fürst lehnt dieses Ansinnen vehement ab.
"Ihr habt um Brot gebeten, ich werde also befehlen, euch welches abzulassen. Weiter aber kann ich nichts tun."
Nechljudow macht sich Gedanken über Dawidkas Zukunft: "Was soll ich mit ihm machen? Ihn in dieser Lage lassen ist unmöglich, sowohl für mich wie auch als Beispiel für die anderen und für ihn selber. Er zerstört alle meine besten Pläne hinsichtlich meiner Landwirtschaft. Wenn solche Bauern bleiben, werden meine Träume niemals erfüllt werden." Schließlich fällt er eine Entscheidung: "Ihn zu mir auf den Hof nehmen, selber auf ihn achtgeben und ihn durch Sanftmut und Ermahnungen, durch die Auswahl seiner Beschäftigung an die Arbeit gewöhnen und ihn bessern."
Nechljudow besucht den reichen Bauern Dutlow und macht ihm einen Vorschlag: "Warum wollt ihr euch mit Fuhrgeschäft abgeben, um euch nur zu nähren? Pachtet lieber 30 Dessjatinen Land bei mir. Den ganzen Streifen, der hinter den Sapows liegt, werde ich euch abgeben und führt eure eigene große Wirtschaft." Außerdem schlägt Nechljudow vor, gemeinsam mit Dutlow zur Hälfte einen Wald im Staatsforst und Land zu kaufen.
Dutlow lehnt ab: "...mögen jetzt gleich meine Augen platzen, möge ich auf der Stelle in der Erde versinken, wenn ich etwas habe außer den fünfzehn Rubeln, die Iljuschka brachte, und dann muß man doch Kopfsteuer zahlen..."
Nechljudow resigniert: "Mein Gott! Waren denn wirklich alle meine Gedanken über den Zweck und die Verpflichtungen meines Lebens Unsinn? Weshalb ist es mir denn so schwer, so kummervoll zumute, gleich als ob ich mit mir unzufrieden sei, während ich mir doch vorstellte, daß ich, einmal auf diesem Wege, beständig jene Fülle des sittlich befriedigten Gefühls empfinden werde, die ich zu der Zeit empfand, als mir zum ersten Male diese Gedanken kamen...Was für eine Dummheit war doch alles, was ich wußte, woran ich glaubte und was ich liebte! Die Liebe, die Aufopferung - das ist das einzig wahre, vom Zufall unabhängige Glück! Also muß ich das Gute tun, um glücklich zu sein!...Einzuwirken auf diese einfache, empfängliche, unverdorbene Volksklasse, sie von Armut zu befreien, ihnen Wohlstand zu geben, ihnen die Bildung zu übermitteln, die ich selber durch Glücksfall genieße, sie von ihren Lastern zu heilen, die geboren sind aus Unbildung und Aberglauben; ihre Sittlichkeit zu entwickeln, sie das Gute lieben zu lehren...Was für eine glänzende, glückliche Zukunft! Und für dies alles werde ich, der ich dies für mein eigenes Glück tun werde, mich an ihrer Dankbarkeit erquicken, werde ich sehen, wie ich mit jedem Tag weiter und weiter gehen werde, dem erstrebten Ziele zu. Eine wundervolle Zukunft!"
Und dann: "Die Wahrheit schrieb mein Tantchen, als sie meinte, daß es leichter sei, für sich selber Glück zu finden, als es anderen zu geben. Sind denn meine Bauern etwa reicher geworden? Haben sie sich gebildet oder sittlich entwickelt? Nicht im geringsten! Mit ihnen wurde nichts besser, mir aber wird es mit jedem Tag schwerer. Wenn ich wenigstens einen Erfolg in meinem Unternehmen erschaut, wenn ich Dankbarkeit gesehen hätte!...
FAZIT:
Nechljudow scheiterte, weil die Bauern noch immer unter der Knute der Leibeigenschaft leben mußten. Brutale Verwalter und Älteste ließen ihnen nicht die Luft zum Leben. Nechljudow war ein Philantrop, aber kein Revolutionär. Er wollte uneigennützig, hilfreich, barmherzig, also ein "Gutmensch" sein, aber die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse unangetastet lassen. Die Bauern sollte ihn um etwas bitten und er erwies ihnen dann Beweise seiner Gnade. Letztendlich blieb er für die Bauern der "Erlauchte", zu dem man hinaufsah oder vor dem man sich auf die Erde warf. Unter Seinesgleichen wurde Nechljudow mitleidig belächelt und als "Grünspecht" bezeichnet. Letztendlich resignierte der Fürst. Er scheiterte, weil er nicht erkennen wollte, daß Ursache allen Übels die Klassengesellschaft war, in der die ausbeutende Feudalklasse die rechtlosen Bauern bis aufs Blut drangsalierte.
Nechljudow war der einsame Rufer in der Wüste, der nicht erhört wurde.
Gruß Frank!

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Geschrieben von  Benne am 12.05.2008 

Ja vielen Dank für diese teils umfangreichen Antworten Gruß Benne

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